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Aktion zum „Parking Day“

Parking Day in Karlsruhe: Umweltschützer besetzen Parkplätze

Beim „Parking Day“ haben verkehrskritische Initiativen auf die ihrer Ansicht nach einseitige Nutzung von Parkplätzen im Stadtgebiet hingewiesen. Dabei besetzten sie zeitweise Stellplätze und forderten eine Wende in der Verkehrspolitik.

Beim „Parking Day“ besetzten Aktivisten, wie hier in der Fritz-Erler-Straße, Stellplätze für Autos. Foto: Jörg Donecker

Von unserem Mitarbeiter

Maximilian Tichy

Am Freitag fand weltweit der „Parking Day“ statt. Die Aktion wurde 2005 in San Francisco initiiert und soll auf den Platzverbrauch von Autos hinweisen. Platz, den man besser für Radwege, Straßencafés und Grünflächen nutzen könnte – das ist zumindest das Argument einiger Umweltschützer. In der Fritz-Erler-Straße befindet sich der Verein mit dem ungewöhnlichen Namen „die Anstoß“. Für den Parking Day sperrt „die Anstoß“ an diesem Tag die öffentlichen Parkplätze vor dem Vereinsheim. Auf den Stellplätzen stehen Holzkisten als Möbel, eine Lampe.

Kurz nach 12 Uhr, als die Aktion beginnt, steht aber noch ein Auto auf einem der Parkplätze, also wird darum herum gebaut. Auf dem breiten Gehweg und dem kleinen Platz davor werden Teppiche ausgebreitet. Eine tribünenartige Sitzgelegenheit ist sowieso schon fest installiert. Warum überhaupt den Parkplatz besetzten? „Ohne Auto ist es halt runder“, findet ein Vereinsmitglied.

Auf dem Waldhornplatz hat es sich eine Handvoll Aktivisten von „Fridays for Future“ zwischen den Autos bequem gemacht, denn auch hier sind einige Parkplätze besetzt. Den BNN sagt eine Aktivistin, dass man die Parkplätze gar nicht brauche und stattdessen den Park vergrößern oder Fahrradständer aufstellen könne.

Verkehr soll Fußgänger- und Fahrradfreundlicher werden

„Wir möchten eine Verlagerung des Verkehrs in Richtung Umweltverträglichkeit, sprich Fußgänger-, Fahrrad- und öffentlichen Verkehr“, sagt Uwe Haack, Vorsitzender des Karlsruher Kreisverbands des „Verkehrsclubs Deutschland“. Er steht auf einer grünen Filzunterlage, die über mehrere Parkplätze in der Karlstraße verteilt ist. Ein anderes Vereinsmitglied schlägt vor, dass ein Fahrradweg die Parkplätze der Straße ersetzen soll. Denn es sei gefährlich, wenn Fahrradfahrer die Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung befahren. Das ist in dieser Straße ohnehin nicht gestattet.

Der Gutenbergplatz in der Weststadt steht voller parkender Autos. Doch an den Rändern haben verschiedene Initiativen Parkplätze belegt und nutzen sie für eigene Zwecke. Ein Fahrradhändler bietet seine Elektroräder feil. Die Lastenrad-Initiative „Lastenkarle“ präsentiert ein Lastenrad, in dem sich eine Handvoll Getränkekisten oder zwei kleine Kinder transportieren lassen. Sarah Tzitzikos, vom Projekt „Kulturküche“ erzählt, wie sie sich eine andere Nutzung des Platzes vorstellt: „Ein Bewegungspark mit Parcours, Spielplätzen und Sitzgelegenheiten.“

Auch die Stadt ist hier auf dem Gutenbergplatz vertreten: Mitarbeiter des Umweltamts und des Gartenbauamts sind da, einer sagt, man bräuchte in der Stadt doch gar kein Auto. Auch das Stadtplanungsamt hat einen Stand aufgebaut, um alternative Nutzungsformen des öffentlichen Raumes wenigstens zu diskutieren. Es gebe in der Weststadt zwar einen Parkplatzmangel. Doch im Rest der Stadt gebe es genügend Quartierparkhäuser. „Wir haben kein Parkplatzproblem, wir haben ein umsonst Parkproblem.“ Außer Autos dürfe man ja auch sonst nichts kostenlos im öffentlichen Raum abstellen.

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