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Ehrenbürger mit 81 Jahren gestorben

Politik und Belegschaft der Karlsruher Verkehrsbetriebe trauern um Dieter Ludwig

Der Karlsruher Nahverkehrspionier und Ehrenbürger der Stadt, Dieter Ludwig, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Die Stadt, der Landkreis und einstige Wegbegleiter würdigen den einstigen Chef der Verkehrsbetriebe und Initiator der Karlsruher Kombilösung.

Am Steuer des Nahverkehrs: Dieter Ludwig brachte den ÖPNV in Stadt und Region in neue Dimensionen. Foto: Jörg Donecker

Wenn die Straßenbahnen Trauer tragen: Am Freitag fuhren die Straßenbahnen und Stadtbahnen der Verkehrsbetriebe und der AVG mit Trauerflor durch Stadt und Region - die Belegschaft der beiden Gesellschaften drückten so ihre Anteilnahme angesichts des Todes von Dieter Ludwig aus.

Der einstige langjährige Chef von VBK und AVG und Nahverkehrspionier war am Donnerstag im Alter von 81 Jahren gestorben. Von 1993 bis zu seinem Ruhestand 2006 hatte er den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) geleitet.

Landrat Schnaudigel und OB Mentrup würdigen Rolle Ludwigs

Aus der Politik kamen würdigende Nachrufe. Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup sprach der Frau des Visionärs und Machers, Eva-Maria Ludwig, sein herzliches Beileid aus. Mit dem gebürtigen Westfalen, sei „eine geschätzte und profilierte Persönlichkeit von uns gegangen, die sich beispielhafte Verdienste um Stadt und Gemeinwohl erwarb”, hob das Stadtoberhaupt in seinem Kondolenzschreiben hervor.

Wie Mentrup, Aufsichtsratsvorsitzender des KVV weiter würdigte, zeichnete sich der Pionier durch beeindruckende Tatkraft aus. Ludwig habe „im wahrsten Wortsinn viel in und für Karlsruhe bewegt. Gegen den scheinbaren Trend für den motorisierten Individualverkehr erkannte er die Zeichen der Zeit und setzte auf einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs”.

„Das Karlsruher Modell war in seiner Entstehungsgeschichte und Inbetriebnahme visionär; heute ist es legendär, erfolgreich in anderen Städten umgesetzt und ein Aushängeschild der Region,” so Landrat Christoph Schnaudigel, gleichzeitig Vorsitzender des Regionalverbandes, mit.

Und weiter: „Von den umsteigefreien Verbindungen vom Umland in die Stadt Karlsruhe haben der Landkreis Karlsruhe und die Region Mittlerer Oberrhein in besonderem Maße profitiert.”

Die positive Entwicklung und die hohe Lebensqualität in den Städten und Gemeinden seien maßgeblich auch auf das hervorragende Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr in der Region zurückzuführen. Dieser Erfolg gehe auf Dieter Ludwig zurück, der mit seiner Pionierarbeit den Nahverkehr in der Region nachhaltig geprägt habe

Heinz Fenrich sah in Ludwig „unverzichtbaren Ratgeber”

Der einstige Oberbürgermeister Heinz Fenrich zeigte sich gegenüber den BNN betroffen vom plötzlichen Tod Ludwigs. „Ich habe ihm noch zu seinem 81. Geburtstag vor wenigen Tagen gratuliert.” Ludwig sei für die Stadt „ganz wichtig” gewesen. Unschätzbar sei, was jener für die Stadt getan habe. „Er war immer der Motor des Ganzen und für mich ein unverzichtbarer Ratgeber.”

Fenrich amtierte von 1998 bis 2013 als OB, in dieser Zeit fielen wichtige Entscheidungen zum Ausbau des Nahverkehrsnetzes in der Region und zur U-Strab sowie der Baubeginn für die Kombilösung. „Ludwig hat die Menschen überzeugt, mitzumachen”, erinnert sich der einstige OB. Er habe die Menschen überzeugen können - und nicht nur die Entscheidungsträger.

Er habe immer Ludwigs Willen zum Kämpfen und Weitermachen bewundert, dies auch angesichts gesundheitlicher Rückschläge .

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