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Kein öder Plattenbau

Im Rintheimer Feld in Karlsruhe entstehen Wohnungen auf Garagen

Die Sanierung des Wohnquartiers in Rintheim wird vom Land bezuschusst. Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, macht sich ein Bild davon, wohin die Fördergelder fließen.

Gemeinsame Besichtigung: Stefan Storz von der Volkswohnung GmbH, Ingo Wellenreuther, Vorsitzender der CDU Karlsruhe, Ministerin Nicole Razavi, Ansgar Mayr, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg und Oberbürgermeister Frank Mentrup besichtigen das Wohnviertel in Rintheim. Foto: jodo-foto / Joerg Donecker Karlsruhe jodo-foto Karlsruhe

Weit angelegte Grünflächen, Spielplätze und vor allem eins: bezahlbarer Wohnraum – das Gebiet Rintheimer Feld im Osten Karlsruhes wird seit 2010 Stück für Stück saniert und modernisiert. Von tristem oder ödem Plattenbau kann hier nicht die Rede sein. Rund drei Millionen Euro Bundes- und Landesfinanzhilfen sind für die Bauarbeiten in Rintheim bewilligt worden.

Bis zum Abschluss der Arbeiten entstehen dort insgesamt 250 neue Wohnungen. Bis Ende 2022 sollen zwölf neue Unterkünfte fertiggestellt werden – auf Garagen.

„Innerörtliche Bereiche attraktiver machen, bezahlbaren Wohnraum schaffen und dabei Fläche sparen – das sind die Aufgaben, denen wir uns als Land gemeinsam mit den Kommunen verschrieben haben“, teilt Nicole Razavi mit. Die CDU-Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen macht sich nun ein Bild davon, wohin die Fördergelder genau fließen.

Die Pläne für das Wohnquartier sind bereits früh geschmiedet worden. Elke Ukas ist seit 2009 als zuständige Landschaftsarchitektin in das Projekt mit eingebunden. Sie führt Razavi gemeinsam mit Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) durch das Gebiet.

Mentrup: Karlsruhe hat großen Bedarf an Wohnbauflächen

Gleich zu Beginn der Tour hebt Ukas die zahlreichen Grünflächen und Spielplätze hervor. Hierfür wurden jedoch keine neuen Flächen erschlossen, sondern die bestehenden genutzt und teils umfunktioniert.

Dennoch müssen mehr Wohnungen her, zu bezahlbaren Preisen. Dessen ist sich auch OB Mentrup bewusst. Die Stadt habe einen großen Bedarf an Wohnbauflächen, erklärt er. Mentrup rechnet mit 250 Hektar bis zum Jahr 2030 – nach aktuellem Stand stünden jedoch lediglich 80 Hektar zur Verfügung.

Mehr bezahlbarer Wohnraum ist eine soziale Frage unserer Politik.
Nicole Razavi, Ministerin

Statt neue Flächen zu erschließen, werden im Rintheimer Feld die bereits gesicherten umfunktioniert. Nicole Razavi ist besonders von der Garagenaufstockung im Quartier überzeugt. Die Idee dahinter: Auf insgesamt drei Garagen im Viertel werden neue Wohnungen aufgestockt, also darauf gebaut.

Das habe gleich mehrere Vorteile, sagt Mario Rösner, technischer Leiter der Volkswohnung, die das Projekt betreut. „Die Garagenhöfe sind bereits versiegelt“, so Rösner. Außerdem kann in die Höhe statt in die Breite gebaut werden. Neue Flächen braucht es für die Wohneinheiten demnach nicht, sagt er.

Garagenaufstockung als Musterbeispiel

In den Modulbauten aus Holz fänden dann zum Beispiel Alleinstehende und Studenten eine Bleibe, fährt Rösner fort. Nur ein paar Gehminuten von den Garagen entfernt entstehen am Staudenplatz bis zum Jahr 2025 insgesamt 120 neue Wohnungen. Für dieses Bauvorhaben werden insgesamt 40 Millionen Euro fällig, erklärt Rösner.

Am Ende der Führung durch das Quartier lobt Ministerin Razavi die Entwicklung im Rintheimer Feld. „Mehr bezahlbarer Wohnraum ist eine soziale Frage unserer Politik“, sagt sie. Sie bezeichnet die Garagenaufstockung sogar als Musterbeispiel. „Solche innovativen Ideen brauchen wir für das ganze Land.“

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