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Debatte um die Herrenalber Straße lebt wieder auf

Grüne wollen radfreundlichen Umbau in Karlsruhe-Rüppurr

Gut für Autofahrer, aber schlecht für Fußgänger und Radfahrer: Herrenalber Straße und Ettlinger Allee zerschneiden das südliche Stadtgebiet von Rüppurr bis zur Südtangente. Diese Trennwirkung wollen die Karlsruher Grünen nicht länger akzeptieren.

Trennwirkung: Die Herrenalber Straße durchschneidet Rüppurr. Foto: Jörg Donecker

Gut für Autofahrer, aber schlecht für Fußgänger und Radfahrer: Die Herrenalber Straße und in ihrer Verlängerung die Ettlinger Allee zerschneiden den Süden der Stadt von Rüppurr bis zur Südtangente. Die Trennwirkung zumindest der Herrenalber Straße in Rüppurr zwischen der Battstraße und dem Stadtbahnhalt Schloss Rüppurr wollen die Karlsruher Grünen nicht länger akzeptieren. Deshalb beantragen sie schnelle Änderungen und mittelfristig weitere Maßnahmen.

Entscheiden wird sich das konkrete Vorgehen erst nach der Sommerpause. Doch zeichnet sich im Gemeinderat wachsende Zustimmung zu vorgezogenen Trippelschritten ab. Einzelne Umbauschritte könnten eventuell ab dem Jahr 2022 realisiert werden. Bisheriger Sachstand war, den Umbau 2025 anzugehen.

Die Grünen-Fraktion will, dass auf der Herrenalber Straße stadteinwärts so bald wie möglich mit temporären Mitteln eine Fahrspur zum überbreiten Fahrradstreifen wird. Das entspräche auch dem Pop-up-Modell zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, das immer mehr Städte bundes- und weltweit umsetzen. An allen Kreuzungen sollen Radfahrer sicher und direkt links abbiegen können.

Erkenntnisse aus solch einer Umordnung des Straßenraums kämen gerade recht, so die Grünen. Sie fordern nämlich auch, dass der schon vom Gemeinderat beschlossene Umbau der Herrenalber Straße in den kommenden beiden Haushaltsjahren angegangen wird. Dann solle die Stadt bei der Planung des Umbaus die Ergebnisse aus den temporären Maßnahmen nutzen.

Mehr Überwege für Fußgänger sind ein wichtiges Ziel

Auch Fußgänger sollen nicht länger im Schatten der Schnellstraße mitten durch Rüppurr stehen, wenn es nach den Grünen geht. Auf knapp drei Kilometern vom Schwarzwaldkreuz bis südlich der Battstraße gibt es nur fünf Überwege. Kaum ein anderer Abschnitt in Karlsruhe mit Straßenbahngleisen und Wohngebieten beidseits sei so unfreundlich für den Fußverkehr wie dieser, moniert die Fraktion.

Zusammen mit der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) soll die Stadt, so wollen es die Grünen, Überwege für Fußgänger schaffen. Am Ende soll es möglichst doppelt so viele Übergangsmöglichkeiten für Fußgänger geben wie bisher. Wo genau, sollen die Bürger in Rüppurr mit erarbeiten, wenn es nach dem Willen der Antragsteller geht. Mehr Platz für urbanes Grün wäre womöglich auch drin. Neue Baumstandorte könnten insbesondere zwischen der Diakonissenstraße und dem Ostendorfplatz gewonnen werden, glauben die Grünen.

Eine konkrete Perspektive gibt es für den Bereich nahe der Battstraße

Vorab umgestalten wollen die Stadtplaner die Herrenalber Straße nur im Bereich der Battstraße stadtauswärts. Im Übrigen sei die schon beschlossene, prinzipiell unstrittige Umgestaltung der Herrenalber Straße zwischen Battstraße und Am Rüppurrer Schloss wegen umliegender Bautätigkeiten erst ab 2025 vorgesehen. Darauf legen auch CDU, FDP und Freie Wähler/Für Karlsruhe wert. Dagegen sagt Stadtrat Michael Zeh für die SPD-Fraktion: „Die Zeit ist reif für den Umbau.” Auch Die Linke und die Karlsruher Liste unterstützen die Forderung der Grünen.

„Wir reden bei der Herrenalber Straße nicht vom Bau eines Radschnellwegs. Der entsteht woanders”, stellte Oberbürgermeister Frank Mentrup klar. Durch die Umstrukturierung wolle man jedenfalls erreichen, die Schienen besser abzugrenzen, eine weniger trennende Gestaltung der Einfallstraße zu erzielen und Platz für Bäume zu gewinnen. Bei den Radwegen an der Straße gebe es auch Defizite.

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