Skip to main content

Vereinsmitglieder frustriert

Noch immer kein Sportgelände für die Mitglieder der SG Rüppurr in Sicht

Vor fünf Jahren schlossen sich die Rüppurrer Vereine Alemannia, RFG und DJK Grün-Weiß Neuland zusammen. Das geplante gemeinsames Domizil am Brunnenstückweg gibt es bis heute nicht.

Domizil: Die SG Rüppurr, im Bild Vorsitzender Hartmut Jäger, konzentriert ihre Aktivitäten am Brunnenstückweg. Foto: Jörg Donecker

Von der Richtigkeit der damaligen Entscheidung ist Hartmut Jäger überzeugt: Mit der Fusion von FSV Alemannia Rüppurr, DJK Grün-Weiß Rüppurr und der Rüppurrer Fußballgesellschaft (RFG) 04 zur Sportgemeinschaft (SG) Rüppurr habe man vor fünf Jahren einen beispielhaften Schritt vollzogen, betont der SG-Vorsitzende.

Die Zustimmung unter den Vereinsmitgliedern war einhellig, denn die Vorteile überzeugten. „Die Idee war, die Kräfte zu bündeln, das Sportangebot zu erweitern und die Kosten zu reduzieren“, fasst Jäger zusammen.

Künftiger Spielort für sämtliche Aktivitäten soll das bisherige RFG-Gelände am Brunnenstückweg werden. Immer häufiger allerdings sieht sich der SG-Vorsitzende mit einer Frage aus dem Kreis der rund 600 Mitglieder konfrontiert: Warum dauert das alles eigentlich so lange?

Wirklich beantworten kann er sie nicht. Sicher, die Materie ist komplex. So soll das bisherige, 26.000 Quadratmeter große Gelände der DJK renaturiert werden. Auf der 22.000 Quadratmeter großen Fläche der Alemannia sollen künftig Wohnungen entstehen.

Noch kein Investor bekannt

Die städtebauliche Bedeutung des bisherigen Alemannia-Geländes gilt unter Fachleuten als gewaltig, SG-Vorsitzender Hartmut Jäger selbst spricht von einem „Sahnestück“. Bislang sei unverständlicher Weise aber noch kein möglicher Investor bekannt. „Wir geben Flächen von rund fünf Hektar“, fasst Jäger zusammen. Entsprechend größer muss demzufolge das Sportgelände am Brunnenstückweg werden.

Der Grund und Boden, um den es dort geht, wird bislang vom Rüppurrer Bio-Hofgut Schleinkofer bewirtschaftet. Dort sieht man die Begehrlichkeiten kritisch. Gemäß der Absprachen mit dem Rathaus soll sich die Sportgemeinschaft Rüppurr am Brunnenstückweg entsprechend den abzutretenden Flächen vergrößern.

Das dafür erforderliche Gelände hatte der landwirtschaftliche Bio-Betrieb von der Stadt gepachtet, nachdem das Rathaus die Fläche vor Jahren aus privater Hand erworben hatte. Der Verein sieht sich jetzt zu Unrecht am Pranger. Erforderlich sind laut der Spielgemeinschaft in Zukunft drei Großspielfelder, ein Kleinspielfeld und vier Tennisplätze. Wichtig ist dem Verein, dass eines der Felder mit Kunstrasen ausgestattet wird.

Bündelung der Kräfte

Unterm Strich, so rechnet man im Verein vor, bedeutet dies mitnichten einen Zusatzbedarf. Im Gegenteil: Bislang unterhielten die Vereine in Summe sechs Sportplätze, sechs Fußballfelder, fünf Tennisplätze sowie drei Vereinsheime mit Bewirtschaftung. Mit der Fusion und der geplanten Konzentration aller Aktivitäten jenseits der Bahnlinie weiß man sich eins mit der Sportentwicklungsplanung, die die Stadt Karlsruhe 2014 vorgelegt hat.

Darin heißt es unter anderem, dass Vereins-Kooperationen und gemeinsame Initiativen in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Laut dem Sportentwicklungsplan steigt zudem die Bereitschaft, neue Angebote in das Sportprogramm aufzunehmen mit zunehmender Größe eines Vereins. Zur Bestätigung verweist SG-Chef Hartmut Jäger auf die beiden neuen Abteilungen, die man seit der Fusion ins Leben gerufen hat. So gibt es mittlerweile eine Boule- und eine Nordic-Walking-Gruppe.

Der Ball liegt im Spielfeld der Stadtverwaltung Karlsruhe.
Hartmut Jäger, SG Rüppurr

An einem guten Miteinander aller Beteiligten in Rüppurr sei der Sportgemeinschaft sehr gelegen, betont SG-Chef in Richtung Rathaus und in Richtung des Bio-Hofguts. Der Ball, so ist derzeit in Rüppurr bei vielen Gelegenheiten zu hören, liegt im Feld der Stadtverwaltung.

Kritische Anmerkungen

Auch in der Vergangenheit hatte es bereits kritische Anmerkungen in Richtung Rathaus gegeben. So beantragte die CDU-Gemeinderatsfraktion vor knapp zwei Jahren ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Sportgemeinschaft. Detlef Hofmann, sportpolitischer Sprecher, sagte damals, man könne nicht immer nur Vereinsfusionen fordern, man müsse auch sicherstellen, dass das nötige Gelände zur Verfügung stehe. Es sei unverständlich, dass die Vereine nicht zügig dorthin umsiedeln könnten.

nach oben Zurück zum Seitenanfang