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Kruschd- und Krempelmarkt

Tupperschüsseln und Porzellan: Das Schnäppchen-Paradies liegt in Karlsruhe-Rüppurr

Nach der Corona-Pause wird beim Kruschd- und Krempelmarkt in Karlsruhe wieder gestöbert und gefeilscht. Für die Jagd um die besten Teile warten manche vor verschlossenen Türen. Der Erlös wird gespendet.

Beim Kruschd-und Krempelmarkt in Rüppurr wird fleißig gestöbert.
Bücher und mehr: Im Rüppurrer Gemeindehaus kommen Flohmarktfans in diesen Tagen auf ihre Kosten. Foto: Jörg Donecker

Ingeborg Pohl hat sichtlich Spaß. „Brauchen Sie vielleicht noch ein Messerset?“, fragt sie die Kundin, die unter dem Tisch in einer Kiste mit Tupperschüsseln stöbert. Die Kundin schüttelt den Kopf und stopft ihre bisherige Errungenschaft in eine Tasche.

„Dinge für den Haushalt gehen sehr gut“, sagt Ingeborg Pohl, die als ehrenamtliche Helferin zwischen Porzellan, Küchenmaschinen und Tupperschüsseln umherwirbelt. „Das ist ja wie im Paradies hier“, sagt die Kundin und zieht zufrieden weiter.

Das Paradies liegt an diesem Tag im evangelischen Gemeindesaal in Karlsruhe-Rüppurr. Nach zwei Jahren Corona-Pause hat ein Team aus Ehrenamtlichen wieder einen Kruschd- und Krempelmarkt organisiert. Am Freitag und Samstag darf nach Herzenslust gestöbert werden: Neben Haushaltsgeräten warten Porzellan, Gläser, Kleidung, Schmuck, Handtaschen, Elektrogeräte und Unmengen an Büchern auf die Besucher.

Menschen stehen schon vor Öffnung in Karlsruhe Schlange

Bereits eine Stunde vor Öffnung stehen die Flohmarktgänger am Freitag schon Schlange. Am Samstag hat der Kruschd- und Krempelmarkt noch einmal von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Der Erlös des Marktes fließt in soziale Projekte des Stadtteils. Damit ist der Kruschd- und Krempelmarkt so etwas wie der kleine Bruder des Pfennigbasars, der Anfang 2023 wieder in der Karlsruher Schwarzwaldhalle stattfindet.

Beim letzten Kruschd- und Krempelmarkt im März 2019 konnten insgesamt 10.000 Euro an Rüppurer Projekte ausgeschüttet werden. Wohin genau dieses Jahr gespendet wird, steht noch nicht fest.

Die Leute nehmen alles, was billig ist.
Inge Weidenhammer, ehrenamtliche Helferin

„Am Ende setzen wir uns zusammen und entscheiden gemeinsam, wohin wir spenden“, erklärt Mitorganisator Manfred Rübel. Nicht verkaufte Ware wird an die Diakonie weitergegeben. Übrig gebliebene Kleidung will das Rüppurrer Organisationsteam an die Kleiderkammer der Stadt Karlsruhe spenden.

Rund 80 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind an den beiden Verkaufstagen im Einsatz. Eine von ihnen ist Inge Weidenhammer. Sie steht in einem Berg aus Kleidung, ordnet immer wieder Hosenstapel, Pullover oder Jacken neu an.

Was den Besuchern am besten gefällt

Gibt es irgendwelche Stücke, die besonders beliebt sind? Weidenhammer zuckt die Achseln: „Die Leute nehmen alles, was billig ist.“ Insgesamt macht das Team des Kruschd- und Krempelmarkts laut Manfred Rübel mit Kleidung und Schmuck am meisten Umsatz.

An Porzellan kann ich einfach nicht vorbeigehen.
Sylvia Eisenmenger, Besucherin

„Was wollen Sie dafür?“, fragt Besucherin Sylvia Eisenmenger und wirft schwungvoll eine rote Steppjacke auf einen Stapel Hosen. Inge Weidenhammer begutachtet das gute Stück, sagt dann: „Fünf Euro.“ Sylvia Eisenmenger überlegt. Der dunkle Fleck an der Jackentasche macht ihr Sorgen, ob sie den herausbekommt? Dann gibt sie sich einen Ruck: „Ich nehme die Jacke! Für fünf Euro riskiere ich das.“

Während Inge Weidenhammer die rote Steppjacke faltet, präsentiert Eisenmenger ihre bisherigen Errungenschaften: Eine Platte und Schüsseln zwei Handtaschen und eine wasserdichte Tasche, die sie einer Freundin mitbringen möchte. „An Porzellan kann ich einfach nicht vorbeigehen“, sagt sie.

Einige stöbern auf dem Karlsruher Markt nur

An dem Hosenstapel stehen Annika Bach und Britta Frank. Die beiden Freundinnen haben jede eine Hose über dem Arm hängen. Die beiden Rüppurrerinnen kommen schon von Kindesbeinen an zum Kruschd- und Krempelmarkt, den es bereits seit über 20 Jahren gibt.

„Unsere Eltern sind in der Gemeinde aktiv.“ Suchen sie heute etwas Bestimmtes – außer Hosen? Beide schütteln die Köpfe. „Oft merke ich, dass ich etwas suche, wenn ich es gefunden habe“, sagt Britta Frank und lacht. Das sei doch das Schöne am Second-Hand-Shoppen.

Auch Monika Koch-Peusquens ist zum Stöbern da. „Hier sehen Sie alles, was die Welt nicht braucht“, lacht sie und zeigt zufrieden auf die große Tasche zu ihren Füßen. Neben kleinen Tellerchen wird gleich noch ein Zimtstreuer hineinwandern.

Öffnungszeiten

Der Rüppurrer Kruschd- und Krempelmarkt in der Diakonissenstraße 26 ist am Freitag, 30. September, noch bis 19 Uhr geöffnet. Am Samstag kann von 10 bis 16 Uhr gestöbert werden. Dann gibt es auch wieder den traditionellen Tütenverkauf, bei dem die Besucher eine stabile Papiertüte erwerben und nach Herzenslust füllen können.

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