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Unverständnis wegen Ukraine-Krieg

Nach Ankündigung einer „Russian Party Night“: Karlsruher Lokal „Max“ erlebt Shitstorm

Eine russische Partynacht in Zeiten des Ukraine-Krieges? Das kündigte das Karlsruher Lokal Max an. Viele Facebook-Nutzer finden das Motto geschmacklos. Der Betreiber reagiert – auch wenn er die Aufregung nicht ganz nachvollziehen kann.

Max-Cafe-Bar beim Prinz-Max-Palais.
Hier sollte die russische Partynacht steigen: Die Ankündigung der Vernstaltung im „Max“ sorgte bei vielen Karlsruhern für Verwunderung. Foto: Jörg Donecker

Nur einen Tag nach der Ankündigung hat der Karlsruher Gastronomiebetrieb „Max“ eine für Mitte März geplante „Russian Party Night“ wieder abgesagt.

Am Sonntag kündigt das „Max“ auf seiner Facebook-Seite die Party an. Am 12. März um 21 Uhr soll das Spektakel beginnen, DJ „Rush Miller“ verspricht auf dem Plakat „Mixed Music“.

Die Ankündigung zieht prompt einen Shitstorm nach sich. Facebook-Nutzer reagieren mit Unverständnis darauf, eine russische Partynacht während des Kriegs in der Ukraine anzukündigen. „Euer Ernst?“, schreibt beispielsweise ein Facebook-Nutzer. Ein anderer kommentiert: „Ich weiß grad echt nicht, ob ich lachen oder heulen soll.“

Von einer „unfassbaren Aktion“ schreibt jemand, „falsches Motto“, kommentiert nüchtern ein anderer Facebook-Nutzer. Drastischer formuliert es eine Userin: „Unfassbar“, schreibt sie. Und weiter: „Ich hoffe, diese Geschmacklosigkeit kostet Euch ne Menge Kunden.“

Etwas mehr Taktgefühl in diesen Tagen...
Facebook-Nutzer

Ein weiterer Kommentar-Schreiber findet, dass es angebracht wäre, die Veranstaltung direkt wieder abzusagen und schiebt hinterher: „Etwas mehr Taktgefühl in diesen Tagen...“

Auch die Gestaltung des Plakats stößt vielen auf. Hinter dem DJ ist darauf eine Patrone in einem Revolver zu sehen. „Und dazu noch ne offene Revolvertrommel mit Munition – in welcher Welt lebt Ihr?“, fragt ein Nutzer. Und: „Schaut sich keiner die Sachen an, bevor sie veröffentlicht werden?“

Der Veranstalter selbst kann die Aufregung auch nach der Absage nicht ganz nachvollziehen. „Die Party haben wir letztes Jahr schon geplant“, sagt der Restaurantleiter, der seinen Namen lieber nicht nennen möchte. Die Kommentare auf der Facebook-Seite des Gastronomiebetriebs findet er teilweise unter der Gürtellinie.

An der Party selbst will er nach den ganzen negativen Reaktionen nicht mehr festhalten – auch wenn er persönlich eigentlich keinen Grund sieht, warum die Party nicht stattfinden sollte. „Die Masse hat immer recht“, sagt er schlicht. „Wenn die meisten sagen, dass das nicht der richtige Zeitpunkt ist, reagieren wir.“ Kurze Zeit später ist auch der Facebook-Post gelöscht.

Viele russische Gäste im Karlsruher „Max“

Nach Angaben des Restaurantleiters hat die Bar beim Prinz-Max-Palais viele russische Gäste. Eine solche russische Partynacht habe man in der Location bislang noch nicht veranstaltet. Es habe aber den Wunsch bei den Gästen nach dieser Party gegeben – „und darauf haben wir reagiert“.

In den vergangenen knapp 24 Stunden habe es rund 40 Anmeldungen für die „Russian Party Night“ gegeben, sagt der Restaurantleiter. Denen müsse er nun wieder absagen. Er denkt, dass die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden wird. Die Aufregung, so glaubt er, werde abebben: „In zwei Wochen wird sich keiner mehr daran erinnern.“

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