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Infos und Bilder

Schlosslichtspiele Karlsruhe 2022 starten am 18. August: Programm und Shows – das ist geplant

Die diesjährigen Schlosslichtspiele in Karlsruhe starten am 18. August 2022. Bis Mitte September wird die Fassade des Schlosses beleuchtet. Auf welches Programm sich die Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr freuen können, hier im Überblick.

Eröffnung der Schlosslichtspiele 2021
Am 18. August 2022 werden die Schlosslichtspiele Karlsruhe farbenfroh eröffnet. Foto: Jörg Donecker

Die Schlosslichtspiele Karlsruhe kehren auch 2022 zurück. Erneut soll das Schloss im Sommer mit beeindruckenden Lichtprojektionen illuminiert werden. Wie schon 2021 sollen zudem Lichtinstallationen an verschiedenen Punkten in der Karlsruher Innenstadt aufgebaut werden.

Die Schlosslichtspiele Karlsruhe finden vom 18. August bis 18. September 2022 statt. Fans können sich unter anderem auf die Rückkehr eines Publikumslieblings der letzten Jahre und auf Produktionen des diesjährigen BBBank-Newcomer-Preises freuen.

Unter welchem Motto die Schlosslichtspiele in diesem Jahr stehen und welche Geschichten die angekündigten Shows erzählen wollen, hier im Überblick.

Schlosslichtspiele Karlsruhe 2019
Seit 2015 finden die Schlosslichtspiele Karlsruhe, die ursprünglich als einzigartiges Event geplant waren, vor dem Schloss statt. Foto: Uli Deck/dpa

Schlosslichtspiele Karlsruhe: Das Motto 2022

Das Motto der diesjährigen Spielzeit soll laut der Karlsruher Marketing und Event GmbH (KME) „music4life“ lauten. Ausgewählt hat das Peter Weibel, Kurator der Schlosslichtspiele und künstlerischer Vorstand des ZKM.

Er erinnert daran, wie der Blues auf den Feldern entstand, auf denen Sklaven unter harten Bedingungen arbeiten mussten: „Die Musik half ihnen, dieses Leben der Ausbeutung zu ertragen. Lieder dienen daher der Kompensation von tiefstem Leid und sind doch zugleich Ausdruck höchster Freude – Musik vermag ein unerträgliches Leben tolerierbar zu machen“, so Weibel.

Das Programm der Schlosslichtspiele Karlsruhe 2022

Das diesjährige Programm der Schlosslichtspiele Karlsruhe wartet nicht nur mit einer Reihe neuer Shows auf, sondern auch mit einem Remix der Highlights vergangener Jahre.

Neu ist in diesem Jahr, dass das Programm nicht wie früher sechs Wochens, sondern nur vier Wochen laufen wird. Zudem werden die Beiträge anders als 2021 nicht mehrmals am Abend wiederholt, sondern nur einmal gezeigt. „Das Tagesprogramm ist damit sehr abwechslungsreich“, kündigt Philipp Schätzle der KME an.

Am Eröffnungsabend startet das Programm mit der Show „Synthetic Sonnets“ von Antonin Krizanic aus dem Jahr 2021. Danach werden sechs neue Beiträge und Werke aus vergangenen Jahren, wie der Klassiker „300 Fragments“ der ungarischen Gruppe Maxin10sity aus dem Jahr 2015, gezeigt.

Wann genau, welche Shows in der anschließenden Spielzeit bis zum 18. September gezeigt werden, kann im detaillierten Programmplan der Schlosslichtspiele eingesehen werden.

Die Spielzeiten der Schlosslichtspiele 2022

Beginnen soll das Programm der Schlosslichtspiele am 18. August um 21.15 Uhr. Danach wird der Start wöchentlich früher angesetzt bis die Shows in der letzten Woche vom 12. September bis zum 18. September bereits um 20.15 Uhr beginnen. Schluss ist die ganze Laufzeit über immer gegen 23.30 Uhr.

Ab Donnerstag, 18. August21.15 bis 23.30 Uhr
Ab Montag, 22. August21.00 bis 23.30 Uhr
Ab Montag, 29. August20.45 bis 23.30 Uhr
Ab Montag, 5. September20.30 bis 23.30 Uhr
Ab Montag, 12. September20.15 bis 23.30 Uhr

Zum Verweilen in den Karlsruher Sommernächten laden auch gastronomische Angebote ein. In diesem Jahr sollen die Stände wegen der besseren Sicht aber nicht wie üblich vor dem Schloss stehen, sondern hinten beim Karl-Friedrich-Denkmal, erklärt Philipp Schätzle von der KME. Vom 9. bis 11. September findet dort zudem wieder das Food-Truck-Festival statt.

Die neuen Shows 2022

Auf insgesamt sechs neue Shows dürfen sich die Fans der Schlosslichtspiele Karlsruhe in diesem Sommer freuen.

Maxin10sity: „Gener/reations“

Die Publikumslieblinge „Maxin10sity“ aus Ungarn, die seit der Uraufführung der Schlosslichtspiele 2015 Teil des Events sind, steuern auch 2022 wieder ein Werk bei.

Wie das ZKM und die Karlsruher Marketing und Event GmbH ankündigen, wollen die Künstler aus Ungarn das Schloss mit der Show „Gener/reations“ in diesem Jahr in eine Jukebox verwandeln, die zu einer Reise von der ersten Wiener Schule über den Swing bis zum „Berliner Techno“ der 1990er Jahre einlädt.

ZKM-Chef Peter Weibel und Nikolaus Völzow: „Wir Menschen sind Fische im Exil“

Auch ZKM-Chef Peter Weibel wird 2022 eine Show präsentieren. Zusammen mit dem Künstler Nikolaus Völzow soll anlässlich der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe - vom 31. August bis 8. September - eine Geschichte über Schöpfung und Zerstörung erzählt werden.

Neben der Evolutionstheorie ist der Fisch als frühchristliches Symbol für Jesus Christus Teil des Werkes. Dabei wird die barocke Sarabande von Georg Friedrich Händel ins elektronische Zeitalter überführt.

Als Vorpremiere wird dieser Beitrag am Eröffnungsabend gezeigt und dann wieder ab dem 31. August mit dem Beginn der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen.

"Evolution of Love, Schlosslichtspiele Karlsruhe 2019 Antopnin Krizanic und ZKM
Die Schlosslichtspiele Karlsruhe ziehen jedes Jahr im Sommer Tausende Besucher vor das Schloss. Foto: Juergen Roesner

Detlef Heusinger/ SWR-Experimentalstudio: „ODE. Im Lauf der Zeit“

Zudem soll in diesem Jahr die Show „ODE. Im Lauf der Zeit“ die Zuschauenden mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte Europas nehmen. Sie macht Halt in der Antike, in der Renaissance und in der industriellen Revolution, wie Regisseur Detlef Heusinger, Leiter des SWR-Experimentalstudios in Freiburg, erklärt.

Den Ausgangspunkt bildet Beethovens Ode an die Freude aus der 9. Sinfonie. Seit 50 Jahren ist das die Hymne der Europäischen Union. „Durch den Krieg hat Europa nochmals eine andere Bedeutung bekommen“, sagt Heusinger. Er erklärt, dass er die Sprachen Europas und das Ukrainische auf die Fassade bringen will.

Vor der Kamera stehen für diese Show junge Sängerinnen und Sänger des Chors Cantus Juventum. „Das Ende ist als Utopie konzipiert“, verrät Heuser und erklärt weiter: „Den Kindern gehört die Zukunft. Vielleicht gestalten sie die Gegenwart irgendwann besser als es heute der Fall ist.“

Drei Shows des BBBank-Newcomer-Preises 2022

Drei der sechs neuen Shows für die Schlosslichtspiele Karlsruhe 2022 sind Produktionen, die im Rahmen des BBBank-Award für Projection Mapping entstanden sind. Zum zweiten Mal wurde der Preis vom Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM) und der Karlsruher Marketing und Event GmbH (KME) verliehen. Gefördert wird die internationale Auszeichnung für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler von der BBBank eG.

Atelier V3: „Resilience“

Unter den 75 Bewerbungen - auch aus benachbarten europäischen Ländern sowie unter anderem aus Japan, Australien und Indonesien - hat sich Atelier V3 aus Frankreich durchgesetzt und den ersten Platz belegt.

Die laut KME monumentale Show mit dem Titel „Resilience“ legt einen Fokus auf den Planeten und den Schutz unseres gemeinsamen Lebensraums. Mit beeindruckenden Bildern zeigt die Projektion das Gleichgewicht der Natur zwischen ihrer Stärke und Zerbrechlichkeit. Thematisch behandelt werden neben der Klimaerwärmung auch die Aspekte Bodenverschmutzung, Luft und Wasser.

Leonie Oridt: „Reframing the Structures“

Erstaufgeführt wird zudem die Show „Refraiming the Structures“ der Dortmunder Künstlerin Leonie Oridt. Begleitet von Synthwave-Musik, die an die Atmosphäre klassischer Actionfilme der 80er Jahre erinnern soll, verschmelzen in der Show der Künstlerin und Informatikerin Stadtbild und Technikaspekte miteinander.

HOTARU VISUAL GUERILLA: „Plethora“

Das baskische Künstlerpaar Hotaru Visual Guerrilla will mit der Show „Plethora“ auf abstrakte Weise eine Zukunft andeuten, in der Technologie zu einer Harmonie zwischen Menschheit und Natur beiträgt. Auch diese audiovisuelle Erfahrung soll während der diesjährigen Schlosslichtspiele ab kommenden August das Karlsruher Schloss zum Leuchten bringen.

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Die Schlosslichtspiele Karlsruhe ziehen jedes Jahr im Sommer Tausende Besucher vor das Schloss. Foto: Rake Hora

Light Festival: Diese vier Orte in der City werden beleuchtet

Abseits vom Schloss sollen mit dem ergänzenden Light Festival - vom 18. August bis zum 18. September - auch an vier Standorten in der City Illuminationen zu sehen sein.

Mit dem Einsetzen der Dämmerung wird die historische Gebäudefassade am Eingang des Einkaufszentrums „Ettlinger Tor“ beim Rondellplatz beleuchtet. Zudem die Zentrale der Volkswohnung am Ettlinger-Tor-Platz, die anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums zu einer Reise durch ihre lange Geschichte einlädt.

Der Marktplatz soll mit „Ode an die Freude“ ein ruhiger Gegenpol zu den gewaltigen Projektionen am Schloss sein. In der Kaiserstraße 82a sind Cartoons und Illustrationen zu aktuellen Themen und zum diesjährigen Motto „music4life“ auf einem Screen zu sehen.

Medienkunstwerke in der City

Zusätzlich zu den Illuminationen sollen auf mehreren Plätzen in der Stadt Medienkunstwerke stehen, erklärt Philipp Ziegler vom ZKM.

Am Regierungspräsidium beim Rondellplatz zeigt der Karlsruher Medienkünstler Jonas Denzel seine interaktive Videoinstallation „footprint“ als Reflektion über den ökologischen Fußabdruck.

Im intro Café am Kronenplatz führt die ukrainische Graphikdesignerin und Künstlerin Alina Bukina ihre „One Line Series“ fort. Die Wandgestaltung des Cafés zeigt das kontinuierliche Element der Linie, wodurch die Bedeutung menschlicher Verbindungen in diesen schwierigen Zeiten verdeutlicht werden soll.

Am Kronenplatz wird die Installation „Handshake“ der Gruppe AATB (Andrea Anner, Thibault Brevet) gezeigt. Zu sehen sind zwei Roboterarme, die jeweils mit einer überdimensionalen Hand ausgestattet sind. Über eine Website können Besucherinnen und Besucher die Roboter steuern.

Auf dem Friedrichsplatz präsentiert Benoît Maubrey sein Werk „a COVID sculpture“ aus recycelten Materialien, wie Röhrenradios oder Lautsprechern. Die sieben Meter hohe Skulptur ist nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören: Wer direkt am Platz ist, kann das Kunstwerk per Bluetooth oder plug’n’play bespielen. In ihrer Form ist die Installation an die Wiener Pestsäule von 1679 angelehnt.

Ab Anfang September ist beim Marktplatz zudem der „Globenbogen“ des in Karlsruhe lebenden Künstlers Rainer Kehres zu sehen. Das Lichtkunstwerk besteht aus beleuchteten Globen, die als Ellipse angeordnet herabhängen und so wie ein Tor aus Licht den Weg zum Schloss weisen.

Was sind die Schlosslichtspiele Karlsruhe überhaupt?

Die Lichtershow am Karlsruher Schloss ist ein Festival, welches als Projection Mapping bezeichnet wird. Projection Mapping ist eine Form der Medienkunst, bei der individuell angepasste Videoprojektionen auf ein Objekt projiziert werden – mit beliebig strukturierten Oberflächen.

Für das Lichtkunst-Festival entwickeln internationale Künstler ein 3D-Video-Mapping, das auf die Fassade des Karlsruher Schloss projiziert wird, und das jeden Abend über mehrere Wochen. Die Schlosslichtspiele Karlsruhe sind damit eines der größten audiovisuellen digitalen Kunstwerke Europas, wie die Veranstalter mitteilen.

Eine fantastische Reise vom Urknall durch schwarze Löcher zu unserem Sonnensystem bis auf die Erde: Mit diesem Programm war das Karlsruher Institut für Technologie 2019 zum ersten Mal mit einem eigenen Filmbeitrag bei den Schlosslichtspielen dabei.
Eine fantastische Reise vom Urknall durch schwarze Löcher zu unserem Sonnensystem bis auf die Erde: Mit diesem Programm war das Karlsruher Institut für Technologie 2019 zum ersten Mal mit einem eigenen Filmbeitrag bei den Schlosslichtspielen dabei. Foto: Jürgen Rösner / Maxin10sity_Our only blue One

Die Stadt Karlsruhe ist Teil des UNESCO Creative Cities Netzwerks. Damit wird Karlsruhe und den anderen Mitgliedern die Möglichkeit gegeben, neue Kontakte zu knüpfen, Impulse zu geben und Verbindungen zu Organisationen und Künstlern in den UNESCO Creative Cities aufzubauen.

Durch die Mitgliedschaft in diesem Netzwerk sollen internationale Vernetzung, Zusammenarbeit und Austausch zwischen Kulturinstitutionen, Künstlern und Experten der digitalen Kultur und Kreativwirtschaft auf internationaler Ebene gestärkt werden. Ziel ist es, kreative Innovationen zu fördern.

Veranstalter: Wer hinter den Schlosslichtspielen steckt

KME – Karlsruher Marketing und Event GMBH

Das Lichtkunst-Festival wird von der Karlsruher Marketing und Event GmbH unter der künstlerischen Leitung des ZKM veranstaltet. Die KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH ist für mehrere Großevents in Karlsruhe wie Das Fest oder das Indoor Meeting zuständig.

ZKM – Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe

Das ZKM – Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe ist eine weltweit bekannte Kulturinstitution. Es ist ein Haus aller Medien und bündelt Forschung und Produktion, Ausstellungen und Veranstaltungen, Archiv und Sammlungen. Vorstand des ZKM ist Peter Weibel.

Als einmaliges Event gestartet: Die Geschichte der Schlosslichtspiele

2015 wurde die Stadt Karlsruhe 300 Jahre alt. Der künstlerisch-wissenschaftliche Vorstand des Zentrums für Kunst und Medien, Peter Weibel, rief zu diesem Geburtstag die Schlosslichtspiele Karlsruhe ins Leben. Die Stadt organisierte in diesem Jahr einen Festivalsommer unter dem Titel KA300.

Karlsruhe ist als Fächerstadt bekannt und Weibel plante, das Schloss – den Mittelpunkt der Fächerstadt – als zentralen Ausgangspunkt für die Reflexionen zu wählen. In der Lichtshow wird Bezug auf die Fassade des Schlosses sowie auf die Stadtgeschichte genommen.

Schloss Karlsruhe
Zum 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe wurde das Schloss als Mittelpunkt der Fächerstadt erstmals mit Lichtershows in Szene gesetzt. Foto: Annette Borchardt-Wenzel

Das eigentlich als einmaliges Event geplante Projekt bekam 2015 eine derart gute Resonanz, dass der Karlsruher Gemeinderat eine dauerhafte Fortsetzung der Karlsruher Schlosslichtspiele beschloss. Die Lichtershow lockte seit 2015 rund 1,7 Millionen Besucher an das Schloss in Karlsruhe. Die Bilder, die bei den Shows entstehen, gehen um die ganze Welt.

Im Corona-Jahr 2020 mussten die Schlosslichtspiele aufgrund der Einschränkungen abgesagt werden. Stattdessen entwickelten die Veranstalter ein digitales Format, um das Event zu den Menschen zu bringen. Die virtuelle Eröffnung wurde durch zwei neue Shows begleitet. An den anderen Abenden konnte man jeweils ab 20.15 Uhr eine Auswahl der besten Stücke der vergangenen Jahre mithilfe eines Livestreams von zu Hause aus anschauen.

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