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Viele Präsenzveranstaltungen gestrichen

Schwerer Studienstart: Wie der Corona-Herbst die Karlsruher Hochschulen trifft

Um Studiumsanfängern den Start in einer neuen Stadt so leicht wie möglich zu machen, wollten PH, Hochschule und KIT den Erstsemestern so viele Präsenzveranstaltungen wie möglich anbieten. Mittlerweile haben die Bildungseinrichtungen ihre Pläne, zumindest teilweise, geändert.

Seltenheit: Physischen Kontakt wie hier zwischen zwei KIT-Studierenden wird es im aktuellen Wintersemester nicht geben. Die Hochschulen setzen erneut auf Online-Veranstaltungen. Foto: Jörg Donecker

Ein Studium in einer fremden Stadt anzufangen, ist in Corona-Zeiten besonders schwer. Viele Veranstaltungen, die das Einleben in der neuen Ergebung erleichtern und Kontakte zu anderen Studierenden entstehen lassen, fallen in diesem Jahr weg. Gemeinsames Lernen in großen Gruppen und auch Partys nach der Vorlesung sind aktuell undenkbar.

Die Leitungen der Pädagogischen Hochschule (PH), der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wollten den Erstsemestern deshalb zumindest einige Präsenzveranstaltungen anbieten, um ihnen den Start zu erleichtern.

Hochschule setzt ausschließlich auf Online-Vorlesungen

„Orientierung zu bekommen und eine Beziehung zur Hochschule aufzubauen, das sind Grundbedürfnisse der jungen Studierenden, die zu uns kommen“, hatte Frank Artinger, Rektor der Hochschule Karlsruhe, noch Mitte Oktober in einer Pressemitteilung verkündet. Am Wochenende schwenkte die Hochschule dann jedoch um. „Aufgrund der Entwicklung der Zahlen und der Überschreitung der 50er-Grenze setzen wir jetzt doch ausschließlich auf Online-Vorlesungen“, so Holger Gust, Pressesprecher der Hochschule Karlsruhe. „Dieser erneute Wechsel bedeutete für uns wieder Zusatzaufwand, seid März müssen wir deutlich mehr Zeit für Planungen investieren.“

Von den 1.370 Studienanfängerplätzen sind an der Hochschule Karlsruhe noch immer einige Plätze frei, auch wenn das Semester offiziell am 12. Oktober gestartet ist. Für die Neuanfänger konnte zumindest die Orientierungsphase, in abgeänderter Form, Anfang des Monats wie geplant stattfinden. Für Gruppen mit bis zum 20 Erstsemestern waren beispielsweise von der Fachschaft Maschinenbau Campus-Rallys, Stadtrundgänge, eine Schnitzeljagd und Bowling-Abende organisiert worden. Insgesamt 7.500 Studierende sind an der Hochschule aktuell eingeschrieben.

Es gehört zum Wesen der jetzigen Zeit, dass wir lernen mussten, dass Pläne nicht immer umgesetzt werden können.
Klaus Peter Rippe Rektor Pädagogische Hochschule

An der PH hat man die Entscheidungen der benachbarten Einrichtung gespannt verfolgt. „Wir hätten gerne in kleinen Gruppen Lehrveranstaltungen in Präsenz gehabt, um den Erstsemester-Studierenden die Möglichkeit zur Integration in die Hochschule zu geben“, sagt PH-Rektor Klaus Peter Rippe.

In einer Sitzung Anfang der Woche habe man sich dann jedoch schweren Herzens umentschieden. „Es gehört zum Wesen der jetzigen Zeit, dass wir lernen mussten, dass Pläne nicht immer umgesetzt werden können“, sagt er. „Wir werden jedoch nicht vollkommen auf Online-Lehre umstellen.“ Chemie- oder Physikseminare nannte er als Beispiele für Präsenzveranstaltungen, die dennoch stattfinden sollen. „Unsere Planungen sind nicht komplett vergeblich gewesen. Die Hochschule bleibt offen, auch die Arbeitsplätze in der Bibliothek bieten wir weiterhin an“, so Rippe.

KIT will Pläne durchziehen

Das KIT will dagegen bei den in den vergangenen Wochen erarbeiteten Hygienekonzepten bleiben. „Wo dies unter Infektionsschutz-Bedingungen möglich und verantwortbar ist, finden auch ausgewählte Präsenzveranstaltungen statt. Dabei geht es insbesondere um Praxisveranstaltungen und Lehrveranstaltungen für Studienanfängerinnen und -anfänger“, teilte eine Sprecherin der KIT-Presseabteilung auf Nachfrage mit. Anpassungen seien jedoch aufgrund der Dynamik des Infektionsgeschehens immer möglich.

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