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Sicher radeln

Pop-up-Radweg auf Karlsruher Kriegsstraße: ADFC sendet Botschaft an den Gemeinderat

Mit einem temporären Schutzstreifen für Radler macht die Fahrradvereinigung Druck auf den Karlsruher Gemeinderat. Warum eigentlich?

Kriegsstraße
Viel Platz haben Radfahrer auf der westlichen Kriegsstraße, wenn keine Autos am Straßenrand parken. Foto: Ekart Kinkel

Viel Platz haben Radfahrer, die am Mittwochabend auf der Kriegsstraße vom Weinbrennerplatz Richtung Kühler Krug unterwegs sind. Zwischen der Körnerstraße und der Hübschstraße stehen nämlich keine parkenden Autos am Straßenrand. Lediglich zwischen 16 und 19 Uhr ist der temporäre Radweg be- und erfahrbar. Aber nach Einschätzung von Tanja Dopf, Vorsitzende des Karlsruher ADFC-Kreisverbands, ist der Verkehrsversuch mit einem sogenannten Pop-up-Radweg eine Blaupause für die künftige Gestaltung der westlichen Kriegsstraße.

„Bislang hat man dort mit dem Fahrrad die Wahl, entweder zu eng an den parkenden Autos entlang oder mitten im Gleisbereich zu fahren“, beschreibt Dopf die aktuelle Problematik. Außerdem würden Radfahrer regelmäßig von Autofahrern angehupt, die die Verkehrsregeln nicht kennen.

Beim Überholen müssen Autos innerhalb eines Orts nämlich einen Mindestabstand von eineinhalb Metern zu Radfahrern einhalten. „Gleichzeitig sollten Radfahrende einen Meter Abstand zu parkenden Autos halten“, so Dopf. Andernfalls riskieren sie, dass Autofahrer direkt vor ihnen die Tür ihres geparkten Autos öffnen und sie mit der Tür zusammenzustoßen.

ADFC Karlsruhe will Zeichen Richtung Rathaus senden

Mit dem Pop-up-Radweg will der Karlsruher ADFC auch ein Zeichen Richtung Rathaus senden. Dort berät am Donnerstag der Planungsausschuss des Gemeinderats über die künftige Gestaltung der westlichen Kriegsstraße. Weil die Verkehrsbetriebe Karlsruhe die Haltestelle Hübschstraße barrierefrei ausbauen und die Gleise zwischen Kühlem Krug und Weinbrennerplatz sanieren wollen, hat die Stadt dem Ausschuss weitere Vorschläge zur Umgestaltung des Straßenabschnitts vorgelegt.

„Für den Radverkehr wird zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit ein eigener Radfahrstreifen angeboten“, heißt es in der Beschlussvorlage, die am 24. Oktober im Gemeinderat beschlossen werden soll. Doch Dopf ist noch nicht vollkommen überzeugt davon, dass das Stadtparlament dem Vorschlag der Stadtplaner mit einem separaten Schutzstreifen für Radfahrer folgt.

Bei dieser Variante können laut der Beschlussvorlage nämlich bis zu 122 Stellplätze für Autofahrer wegfallen. Und Dopf weiß aus langjähriger Arbeit in verschiedenen Gremien, wie emotional mögliche Einschränkungen für Autofahrer in Karlsruhe diskutiert werden. Bei einer weiteren Variante werden dagegen so viele Parkplätze wie möglich erhalten und kein durchgehendes Radwegeangebot eingerichtet.

Radwege contra Parkplätze

„Dabei ist es höchste Zeit, dass dieser Angstraum fahrradfreundlich wird“, sagt Dopf. Außerdem gehe es bei der Planung nicht um die Gängelung der Autofahrer, sondern um mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Jede Stadtstraße müsse von Radfahrenden unabhängig von Alter und Fahrgeschwindigkeit sicher und komfortabel befahrbar sein, so Dopf. „Das muss dem Gemeinderat eigentlich mehr wert sein als ein raumbeanspruchendes Parkplatzangebot.“

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