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Mahnwache am Marktplatz

Solidarität mit der Ukraine: Mehr als 1200 Menschen bei Mahnwache in Karlsruhe

Mehr als 1200 Menschen haben in Karlsruhe am Sonntag bei einer Mahnwache Solidarität mit der Ukraine demonstriert. Alle waren sich einig darin, dass ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg durch nichts zu rechtfertigen sei. Trotzdem gab es Pfiffe.

Demo gegen Krieg: Am Sonntagnachmittag kamen in Karlsruhe mehr als 1.000 Menschen zusammen, um gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu demonstrieren. Foto: Rake Hora /BNN

„Kommt mit Maske und Friedenszeichen und setzt euch am Sonntag gemeinsam für den Frieden ein“, so ließen die Organisatoren im Vorfeld wissen.

Auch zur inzwischen dritten Demonstration „Karlsruhe gegen Krieg“ versammelte sich eine große Zahl an Menschen. Mehr als 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten ihre Solidarität mit der Ukraine – bei der Kundgebung wurden aber auch viele Emotionen freigesetzt rund um den Ludwigsbrunnen am Karlsruher Marktplatz.

Es war ein bunt gemischtes Völkchen, das sich am Sonntag gegen 16 Uhr bei kühlen vier Grad und strahlendem Sonnenschein auf dem im Halbschatten liegenden zentralen Platz zusammenfand. „Stop war, stop Putin“, stand da beispielsweise auf blau-gelbem Karton. Fahnen und Embleme der Naturfreunde, von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), der SDAJ – als der sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend, waren ebenso zu sehen wie von der SPD, der Organisation VVN-BDA und der Partei Linke – sowie „Omas for Future“.

„Die Bombenangriffe und der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine sind eine neue Stufe der Aggression durch Putin, die wir verurteilen. Dieser völkerrechtswidrige Angriffskrieg ist durch nichts zu rechtfertigen“, dieser Satz lag mehreren Rednern am Herzen.

Doch damit war es fast schon vorbei mit der Einigkeit der Demonstranten. „Die Angst vor Krieg hat uns aktiv werden lassen“, sagt Cosima Sernau. Sechs Karlsruher Schülerinnen und Schüler hatten vor zwei Wochen die Initiative ergriffen und zu Protesten aufgerufen. Darunter auch Pawel Bechtold. Am Sonntag prallten auf dem Marktplatz nicht nur die Emotionen aufeinander – auch unterschiedliche Ziele.

Pfiffe für Redner nach Kritik an Waffenlieferungen

Als der Redner Jens Kany von der Vereinigung VVN-BDA den Kurswechsel der Bundesregierung in Sachen Waffenlieferungen deutlich kritisierte, hagelte es erste Buh-Rufe. Er hatte merklich Schwierigkeiten, sich angesichts von Zwischenrufen und Pfiffen überhaupt Gehör zu verschaffen. Auch Sabine Skubsch von der Linken sah sich Buhrufen ausgesetzt. Das Publikum der Kundgebung war mehrheitlich auf anderes eingestellt. „Es geht um den Frieden, nicht um die Linke“, rief ein älterer Mann.

Pawel Bechtold fand da als Redner deutlich mehr Zuspruch. „Der Angriffskrieg ist Putins Krieg. Wir stehen auch auf der Seite der Menschen in Russland, die diesen Krieg nicht wollen“, sagte er. Auch der DGB-Kreisvorsitzende Dieter Bürk forderte dazu auf, sich solidarisch auf die Seite der Menschen in der Ukraine zu stellen. „Wir müssen jemand von den Leuten aus der Ukraine reden lassen“, sagte Bechtold nach der vierten Ansprache – ehe, in Abwandlung des eigentlichen Programms, sich die Menschenmenge gegen 17 Uhr in Marsch setzte zum Demo-Zug durch die Kaiserstraße. Zu dem Zeitpunkt waren 300 bis 400 Menschen bereits nicht mehr dabei.

Korrektur

In einer vorherigen Version dieses Artikels stand, dass „Sabine Schütz“ gesprochen hat. Das hatte der Veranstalter in einer Presseinformation mitgeteilt. Korrekt ist, dass Sabine Skubsch für Die Linke am Mikrofon stand. Wir haben den Fehler korrigiert.

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