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FDP und Verwaltung im Clinch

Stadt Karlsruhe sieht wenig Spielraum bei Gestaltung des neuen Platzes in der Kapellenstraße

Wie kann der neu entstandene Platz am westlichen Ende der Kapellenstraße ansprechend gestaltet werden? Darüber liegen FDP-Fraktion und Stadtverwaltung im Clinch.

Ideen: Der neue Platz am Ende der Kapellenstraße soll nach Vorstellungen der FDP mit historischen Bezügen gestaltet werden. Im Rathaus findet man das schwierig. Foto: Jörg Donecker

Dort, wo die Kapellenstraße nahe dem Mendelssohnplatz in die Ludwig-Erhard-Allee mündet, ist ein mittelgroßer Platz neu entstanden. Er ragt, einer Halbinsel gleich, in den Verkehrsraum hinein. Wie soll er aussehen in Zukunft? Gibt es Ideen, wie die Gestaltung einen Mehrwert erhalten könnte?

Nach Ansicht der FDP-Fraktion im Gemeinderat sollte der Platz fortan zwischen Tradition und Zukunft vermitteln. In einem Antrag fordern die Freidemokraten deshalb historischen Bezüge. Etwa zur einstigen Lokalbahn, dem so genannten „Lobberle“, außerdem zum alten Großmarkt sowie zum Landgraben.

FDP: Platz bleibt hinter Potenzial zurück

Nach Ansicht der Liberalen bleibt die Gestaltung des Platzes derzeit hinter seinem Potenzial zurück. Er sei nicht mehr als eine „technisch dominierte Straßenbeule“. Die Fraktion mahnt eine einfallsreichere Gestaltung der Fläche an.

Dazu beitragen würden auch Hinweise auf die historischen Zusammenhänge. Gemeinsam mit den Bürgervereinen unter interessierten Bürgerinnen und Bürgern solle ein Gestaltungsplan entwickelt werden, mahnt die FDP-Fraktion an. Außerdem solle der Platz einen angemessenen Namen bekommen.

Lobberle und Landgraben

Das „Lobberle“ war eine dampfbetriebene Schmalspurbahn, die zwischen 1891 und 1922 Durmersheim mit Spöck verband. Sie führte über Forchheim und Grünwinkel durch die Kapellenstraße zum Durlacher Tor und weiter am Hauptfriedhof vorbei Richtung Spöck. Sie querte das Gelände des neu entstandenen Platzes am westlichen Ende der Kapellenstraße.

Auch der Bezug des einst auf dem heutigen Gelände des Badischen Staatstheaters ansässigen Großmarkt ist evident: Auf dem fraglichen Platz befand sich eine Waage für Lastautos. Und der Landgraben, Karlsruhes einstiges Zentralgewässer und heutiger Abwasserkanal, verläuft entlang der Südostseite der Kapellenstraße, um in Höhe des neu entstandenen Platzes auf die Nordwestseite zu wechseln.

Technische Notwendigkeiten

Die Stadtverwaltung sieht jedoch kaum eine Möglichkeiten, den FDP-Ideen auf Berücksichtigung entsprechender Reminiszenzen zum Durchbruch zu verhelfen. Eine vielfältige Gestaltung der Fläche könne nicht sinnvoll erfolgen, teilt das Rathaus mit.

Gründe dafür sind unter anderem, dass der Versorgungsverkehr für die hinter dem Platz gelegenen Gebäude gewährleistet sein müsse. Außerdem verweist die Stadtverwaltung auf ein großes Schacht-Bauwerk auf dem Platz sowie ein begehbares Hebewerk für den Tunnel.

Im Übrigen seien auf der Platzfläche zehn Bäume geplant. Der kleine Baumhain besteht aus so genannten Blauglockenbäumen. Der Austrieb der besonders großen herzförmigen Blätter erfolgt spät. Beim Gartenbauamt erkennt man einen guten Kontrast zur Linden-Bepflanzung in der Ludwig-Erhard-Allee. Außerdem sollen Blumen zusätzliche Farbtupfer schaffen. Man sehe mithin nicht, „wie auf der verbleibenden Restfläche noch gestalterische Bezüge zu den unterschiedlichen Themen Lokalbahn, Großmarkt und Landgraben aufgegriffen werden können.“ Aufwerten will die Stadt den nördlich anschließenden Bereich der kleinen Anliegerfahrbahn an der Kapellenstraße beim Lokal „Kap“. Dort sind Außengastronomie und weitere Baumpflanzungen im Gespräch.

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