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Karlsruhe will einen Weihnachtsmarkt anbieten

Stadt Karlsruhe tüftelt an Konzept für Christkindlesmarkt: Eiszeit mit Maskenpflicht

Karlsruhe will trotz Corona einen Christkindlesmarkt anbieten. Das Kinderland St. Stephan dagegen ist bereits abgesagt. Dafür gibt es gute Nachrichten für Schlittschuhfans: Das Konzept für die Eiszeit steht.

Diesen Advent wird es nichts: Das Kinderland St. Stephan ist abgesagt. Der zuständige Schausteller Willy Krusig hält schon die Einhaltung einer Einbahnregelung für nicht realisierbar. Foto: Uli Deck

Für Fans der Karlsruher Weihnachtsstadt gibt es gute und schlechte Nachrichten: Während das Konzept für die Eiszeit am Schloss steht, ist das Kinderland St. Stephan inzwischen abgesagt. Derweil wird im Rathaus unter Hochdruck daran gearbeitet, den Christkindlesmarkt auch in Zeiten von Corona zu ermöglichen. Doch es gibt viele Fragezeichen: Aktuell ist unklar, welche Vorgaben das Land macht.

Das ist keine Eiszeit wie bisher. Aber wir setzen alles daran, dieses Angebot zu ermöglichen.
Martin Wacker, KME-Geschäftsführer

Bei der Eiszeit plant die Karlsruhe Marketing und Event GmbH (KME) mit einer Einbahnregelung auf dem Eis und der Pflicht, Mund und Nase zu bedecken. „Tickets werden online gebucht. Sie sind personalisiert und an Zeitfenster gebunden“, erklärt KME-Chef Martin Wacker. Auf Shows und Events wird verzichtet. Beim Eisstockschießen gibt es keine Turniere, dafür Plexiglas zwischen den Bahnen. Und die Umkleide ist nicht in einem beheizten Zelt, sondern im Freien unter Pagoden.

„Das ist keine Eiszeit wie bisher. Aber wir setzen alles daran, dieses Angebot zu ermöglichen“, so Wacker. Das Kinderland St. Stephan hingegen gibt Willy Krusig für dieses Jahr auf. „Schon die Einbahnstraßen-Regel würde nicht funktionieren. Ich kann nicht sicherstellen, dass die Kleinen nicht in eine andere Richtung rennen“, sagt der Schausteller, der die märchenhafte Stadt auf dem Kirchplatz in den vergangenen Jahren organisierte.

Wenn wir keinen Glühwein verkaufen dürfen, macht unser Stand keinen Sinn.
Willy Krusig, Schausteller

Nun hätte er dort weniger Buden stellen und wohl maximal 300 Menschen reinlassen können. Auch dies waren Kriterien, die zur Absage führten. Ob Krusig seine Glühweinpyramide auf dem Christkindlesmarkt aufbaut, hängt von Stuttgart ab.

„Wenn wir keinen Glühwein verkaufen dürfen, macht unser Stand keinen Sinn.“ Die Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz findet: „Glühwein gehört zum Weihnachtsmarkt.“

Ist der Verkauf von Alkohol zulässig, könnte sich Krusig damit anfreunden, seine Pyramide neben St. Stephan aufzubauen. Dezentral ist das Zauberwort der Weihnachtsstadt in Corona-Zeiten. Auf dem Markt- und dem Friedrichsplatz sollen Stände stehen. „Zudem rücken die Zähringerstraße und der Abschnitt der Kaiserstraße zwischen Café Böckeler und Karstadt in den Blickpunkt“, sagt Susanne Filder, Vorsitzende der Karlsruher Schausteller.

Kommt ein Riesenrad auf den Marktplatz?

Dass die Stadt mit einem Riesenrad auf dem Marktplatz liebäugelt, stimmt sie nachdenklich: „Das nimmt den Platz von drei bis vier regulären Ständen ein.“ Und Supermagneten wolle man in Corona-Zeiten eigentlich nicht haben. Ein solcher Magnet ist der Fliegende Weihnachtsmann. Schwebt er über den Friedrichsplatz, ist der Andrang dort stets groß. „Wir haben dem Artisten nicht schriftlich abgesagt. Aber es ist extrem schwer, so etwas in diesen Zeiten zu ermöglichen“, sagt Luczak-Schwarz.

Nun hat das Marktamt die Schausteller angefragt, ob sie trotz aller Unsicherheiten Interesse an einem Platz auf dem Christkindlesmarkt haben. „Ich und viele Kollegen werden wohl Ja sagen“, berichtet Filder, die Crêpes verkauft. Sie sagt: „Der Christkindlesmarkt funktioniert aber nur, wenn es die bewährte Gemeinschaft von Glühweinverkauf, Imbissen und Kunsthandwerk gibt.“

Bundesweit werden Insellösungen diskutiert: Der Idee zufolge ist der Zugang zum Kunsthandwerk frei, während Imbisse eingezäunt werden müssen.

Maximal 500 Besser für Herbst Kirmes

Filder weiß, dass einige ihrer Kollegen nicht wissen, ob sie Ware bestellen sollen oder nicht. Und sie fragt sich, wie das Geschäft läuft, wenn keine Stehtische erlaubt sind – also niemand mit dem Glühwein oder einer Wurst eine Pause machen kann. Gruppenbildungen sollen die Beschicker verhindern.

Die Begrenzung auf 500 Besucher spielten die Schausteller an den vergangenen Wochenenden beim Rummel auf dem Neureuter Festplatz durch. „Dort verloren sich die Menschen auf dem Areal“, so Filder. Die Obergrenze von 500 Besuchern gilt auch auf der Kirmes, die vom 2. bis 11. Oktober auf dem Messplatz stattfindet. Security-Mitarbeiter werden den Ein- und Auslass kontrollieren. Auch das ist ein Testlauf für den Weihnachtsmarkt.

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