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Ärzte sehen noch keine Entspannung

Städtisches Klinikum Karlsruhe eröffnet vorsorglich weitere Corona-Station

Die Corona-Lage in der Stadt und im Landkreis entspannt sich zwar leicht, Sorglosigkeit sei aber nicht angebracht, warnen Mediziner. Die Altersstruktur der Patienten bereitet Sorgen.

Die Mehrzahl der ins Städtische Klinikum eingelieferten Corona-Patienten habe sich auf die Altersschichten unter zehn Jahren und zwischen 19 und 39 Jahren verlegt, sagt Klinik-Chef Michael Geißler. Foto: Kira Hofmann picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Corona-7-Tage-Inzidenz lag am vergangenen Donnerstag in Karlsruhe bei 81,7 Infektionen pro 100.000 Einwohner und im Landkreis bei 111,7. Damit ist die Infektionsrate in der Stadt leicht zurückgegangen. Der ärztliche Direktor des Städtischen Klinikums, Michael Geißler, sah aber bei der wöchentlichen Lage-Pressekonferenz am Freitag keinen Anlass zur Entwarnung oder gar Sorglosigkeit. Sein eindringliches Credo ist nach wie vor: „Testen, testen, testen!“

Geißler sieht Karlsruhe, wie die gesamte Bundesrepublik, mitten in der dritten Corona-Welle. Aber er ist zuversichtlich, dass es keine vierte Welle geben wird. Denn er hofft, dass es demnächst genügend Impfstoff geben wird. Und wenn dann die Mehrzahl der Menschen geimpft sein wird, sollte das Virus beherrschbar sein.

Mittlerweile ist die britische Virus-Mutation B1.1.7 die vorherrschende Variante. In Deutschland wie auch in Karlsruhe. Die Analyse zeige, so Geißler, bundesweit einen exponentiell steigenden Trend. Auch wenn die Zahlen in der Stadt Karlsruhe momentan eher nach unten deuten, sieht er diese steigende Tendenz auch für den Raum Karlsruhe.

Altersstruktur der Patienten bereitet sorgen

Sorgen macht ihm die Altersstruktur der Patienten. Es sind nicht mehr die über 80-Jährigen. Denn diese seinen auf große Strecken durchgeimpft. Inzwischen hat sich die Mehrzahl der ins Klinikum eingelieferten Corona-Patienten auf die Altersschichten unter zehn Jahren und zwischen 19 und 39 Jahren verlegt. Auch bei den unter 70-Jährigen sieht er eine Tendenz nach oben und bei den Älteren Stagnation.

Derzeit (Stand 26. März) behandelt das Klinikum auf der Covid-Allgemeinstation 25 Patienten. Auf Intensiv liegen sechs nicht beatmete und drei beatmete. Auf den Pädiatriestationen liegt je ein Kind allgemein und eines intensiv.

In den ViDia Kliniken ist ein weiterer Anstieg der Patientenzahlen zu verzeichnen. Derzeit (Stand 26. März) werden 41 Patienten mit einer Corona-Erkrankung dort behandelt. 9 davon liegen auf den Intensivstationen. (Vorwoche: 33 gesamt, davon 6 auf Intensiv). Das aktuelle Infektionsgeschehen hat die ViDia Kliniken veranlasst, zusätzliche Stationen zu Isolierstationen umzuwidmen. Leider verhindert die aktuelle Situation auch eine Lockerung des Besuchsverbotes über Ostern, was wir sehr bedauern.

Klinikum will vorbereitet sein

Martin Bentz, Direktor der Medizinischen Klinik III des Städtischen Klinikums, spricht von einem Marathon bei der Corona-Bekämpfung. Er warnt vor jedem Anstieg, denn er sei immer für Personal wie Patienten anstrengend. Andererseits habe man in einem Jahr Pandemie eine gewisse Routine entwickelt. Es wurde vorsorglich eine weitere Normalstation für Corona-Patienten eröffnet.

Klinikums-Chef Geißler ergänzt, man wolle nicht überrascht werden. Und er sagt aber zu, dass ambulante und stationäre Termine auch bei anderen Erkrankungen weiterhin bestehen bleiben. Das versichert er auch angesichts Verunsicherungen wegen missverständlicher Äußerungen bei Beschlüssen von Bund und Ländern.

Unter den Beschäftigten des Klinikums, berichtet Pflegedirektorin Elvira Schneider, sind – Stand gestern – 15 positiv auf eine Variante des Coronavirus getestet und unterliegen damit einem vom Gesundheitsamt ausgesprochenen Beschäftigungsverbot. Aktuell fallen im Bereich des Pflege- und Funktionsdienstes 150 Beschäftigte wegen Krankheit, Quarantäne oder Beschäftigungsverbot aus. Davon sind 43 in Quarantäne oder dürfen wegen eines Verbots nicht arbeiten.

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