Skip to main content

Klebekarten satt Kreidezeichen

Die Sternsinger sind wieder in Karlsruhe unterwegs und bitten um Spenden

Die Sternsinger sind wieder in Karlsruhe unterwegs. Wer gibt, dessen Haus wird gesegnet. Doch wegen Corona findet auch das Sternsingen etwas anders statt. Das gesammelte Geld geht nach Afrika.

Von Haus zu Haus: Die Sternsinger sammeln in diesem Jahr für Hilfsprojekte des Missionswerks in Afrika. Foto: Peter Sandbiller

Bunt schimmern ihre Gewänder, in katholischem Violett, in hellem Grün, einer von ihnen trägt ein Gewand, das mit Gold reich bestickt ist. Auf den Kopf tragen sie eine leuchtende Goldkrone, in den Händen wohlduftende Weihrauchgefäße, etwas Gold haben sie – die Sternsinger sind wieder unterwegs.

Aber anstatt Geschenke zu verteilen, wie sie es bei Jesu Geburt verteilt haben, sammeln sie. Und wer gibt, dessen Haus wird gesegnet.

Es ist ein alter Brauch, dass sich Kinder in der Zeit vor und vor allem am 6. Januar, dem Dreikönigstag, in kleinen Gruppen zusammentun und in ihrer Gemeinde von Haus zu Haus gehen. Sie singen ihre einstudierten Lieder, und wenn jemand etwas gibt, bringen sie einen Sternsingersegen an.

C, M und B an der Tür stehen für „Christus mansionem benedicat“

Früher schrieben sie mit Kreide die Jahreszahl, einen Stern, drei Plus- oder Kreuzeszeichen und die Buchstaben C, M und B an die Tür – und die stehen nicht nur für Caspar, Melchior und Balthasar, die drei Könige oder Weise aus Europa, Asien und Afrika. Es steht eigentlich für „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne dieses Haus“). Inzwischen gibt es statt der Kreidemalerei Klebekarten mit diesen Zeichen, die an die Tür geklebt werden.

Einfach an irgendwelchen Haustüren zu klingeln, geht ja nicht.
Hubert Streckert, Dekan

Covid hat nun alles durcheinandergebracht, deswegen findet auch das Sternsingen etwas anders statt. „Einfach an irgendwelchen Haustüren zu klingeln, geht ja nicht“, sagt der Karlsruher Dekan Hubert Streckert. Statt also einfach von Haus zu Haus zu gehen, sind die Kindergruppen schon vorher aktiv, bitten bei Gottesdiensten darum, sich anzumelden, stehen am Gutenbergplatz oder an einem Kinderspielplatz und gehen auch nicht mehr in die Wohnung, sondern bleiben draußen stehen.

„Es sind vor allem Kinder und Jugendliche aus dem Kreis der Ministranten“, erzählt Luzie Scheck, die das Sternsingen dieses Jahr für die Nordstadt organisiert. Und da bei den Ministranten heute auch viele Mädchen mitmachen dürfen, sind auch bei den Sternsingern etwa zur Hälfte Mädchen.

Aber es wird immer schwieriger, Kinder zu finden, die bei Wind und Wetter, Regen und Kälte unterwegs sein wollen. Doch die, die dabei sind, sind richtig engagiert. Manche schon seit Jahren. Es gehört für sie einfach zur Arbeit in der Gemeinde dazu, die Gemeinschaft und das Gefühl, etwas Gutes zu tun, sind starke Motivationen für sie.

Von Sternsingern gesammeltes Geld geht an Hilfsprojekte in Afrika

Die Aktion Sternsinger steht jedes Jahr unter einem Motto, dieses Jahr heißt es „Gesund werden – gesund bleiben – Ein Kinderrecht weltweit“. Ein Motto, das so richtig zur Pandemie passt. Nur leiden vor allem Kinder in den Ländern des globalen Südens unter Krankheiten wie Corona: Für sie ist Gesundheit beileibe keine Selbstverständlichkeit, eine funktionierende Gesundheitsversorgung, wie wir sie kennen, kann eine Frage von Leben und Tod sein.

Deswegen geht das gesammelte Geld dieses Jahr an Hilfsprojekte des Missionswerks nach Afrika, vor allem in den Südsudan. Für Dekan Streckert zeigt sich hierin vor allem das große Engagement der Kinder und Jugendlichen für Gerechtigkeit und die „Bewahrung der Schöpfung“.

Und die Kirche will damit auch das Thema lebendig halten: „In vielen Gemeinden gibt es dazu auch inhaltliche Auseinandersetzungen.“ Leider seien durch Corona die Möglichkeiten zu helfen stark gebremst worden: „Das ist für mich ein großer Wermutstropfen, nach schon reduzierten Weihnachtsgottesdiensten.“ Dennoch seien erfreulicherweise die Spenden immer noch sehr hoch.

Auf jeden Fall hat das Sternsingen auch in Karlsruhe eine lange Tradition, in manchen Gemeinden werden auch die Lieder, die gesungen werden, über die Generationen weitergegeben. „Bei uns sind es der ‚Stern über Bethlehem‘, ‚Wir kommen daher aus dem Morgenland‘ und ‚Guten Abend in diesem Haus‘“, berichtet Luzie Scheck. Damit gehen sie durch die gesamte Nordstadt, singen, sammeln und segnen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang