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Kunst in der Südweststadt

Eine Giraffe als heimliches Wahrzeichen der Beiertheimer Allee in Karlsruhe

Aus 14.000 Teilen hat Künstler Wolfgang Gerst eine sechs Meter hohe Metallgiraffe gefertigt. Das Kunstwerk ist ein beliebtes Fotomotiv. Kunstmäzen Gunter Müller erzählt, was es damit auf sich hat und was aus dem roten Pferd geworden ist.

Alles im Blick: Die Metallgiraffe des Künstlers Wolfgang Gerst steht unübersehbar in einem Vorgarten an der Beiertheimer Allee. Foto: Julia Weller

Breitbeinig steht die Giraffe im Vorgarten einer Bürgervilla und lässt den Blick in die Südweststadt schweifen. Seit über zwei Jahren ist das sechs Meter hohe gescheckte Tier an der Kreuzung von Beiertheimer Allee und Bahnhofstraße ein deutlich sichtbares Wahrzeichen des gesamten Quartiers und dazu noch ein beliebtes Fotomotiv.

Doch wer die markante Metallskulptur erschaffen hat, und warum sie ausgerechnet an dieser Stelle steht, darüber finden aufmerksame Betrachter weder vor Ort noch im Internet eindeutige Hinweise.

Aufklärung liefert in diesem Fall Gunter Müller. Der Apotheker und Immobilienunternehmer hat die Skulptur des südbadischen Künstlers Wolfgang Gerst vor drei Jahren gekauft und im Vorgarten des denkmalgeschützten Hauses aufstellen lassen.

Es war wohl Liebe auf den ersten Blick.
Gunter Müller, Kunstmäzen

Ursprünglich hatte der Unternehmer zur künstlerischen Aufwertung des Grundstücks andere Pläne. Eine Pferdeskulptur, wie sie auch beim Hotel „Blauer Reiter“ in Durlach steht, sollte als Blickfang dienen. Nur nicht blau, sondern rot. Doch dann entdeckte Müller bei einer Ausstellung in Ettlingen die Giraffe.

„Es war wohl Liebe auf den ersten Blick“, erzählt der 79-Jährige mit einem Schmunzeln. Außerdem konnte er mit dem Modell eines afrikanischen Steppentieres auch die Nähe der Villa zum Karlsruher Zoo thematisieren. Nicht zuletzt war Müller auch von Gersts Arbeit mehr als angetan.

Giraffe von der Beiertheimer Allee wurde aus 14.000 Teilen verschweißt

Der Gartenkünstler aus Friesenheim bezeichnet seine Metallskulpturen selbstironisch als Schrottkunst. Alleine für die Anfertigung der Giraffe hat er 14.000 Einzelteile verschweißt. Für den Transport wurde die Skulptur in zwei Teile zerlegt. Allzu schwer ist das Kunstwerk trotz der imposanten Ausmaße jedoch nicht. Den Aufbau haben drei Männer innerhalb von wenigen Stunden bewerkstelligt.

Metallskulptur des Künstlers Wolfgang Gerst ist Blickfang an der Beiertheimer Allee. Foto: Julia Weller

Von seinem Bürofenster aus hat Gunter Müller nun einen direkten Blick auf den Kopf der Giraffe. Das rote Pferd ist derzeit dagegen nicht mehr angesagt und wartet im Keller auf einen Einsatz.

Eine tiefgründige Botschaft möchte Müller mit dem Platzieren eines mehrere Meter großen Huftiers übrigens nicht vermitteln. Was ihn antreibt, ist die Liebe zur Kunst sowie die Aufwertung des öffentlichen Raums. Für den Eingangsbereich der Stadtapotheke ließ er deshalb extra Keramikkunst von der Majolika anfertigen.

Und die Villa in der Beiertheimer Allee 22 ist auch ohne die Giraffe ein echtes Schmuckstück. Das Haus wurde 1922 vom Architekturbüro Pfeifer und Großmann für den Fabrikanten Julius Bürger errichtet und steht wegen seiner Innenausstattung sowie des Majolika-Brunnens auf der Liste der Karlsruher Kulturdenkmäler.

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