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Park für Aktive

Wohlfühlraum in Karlsruhe: Was man rund um die Günther-Klotz-Anlage wissen sollte

Das Fest muss zum zweiten Mal ausfallen. Gut frequentiert ist die Günther-Klotz-Anlage trotzdem: Ob zum Entspannen oder für Sport – in der „Klotze“ findet jeder seine Nische. Nur für Ruderfans klappt es dieses Jahr nicht.

Erholungsgebiet mitten in Karlsruhe: Die Günther-Klotz-Anlage lockt nun wieder Sonnenhungrige und Sportler. Foto: Susanne Jock

Frisbees surren durch die Luft, Volleybälle fliegen: Mit den ersten halbwegs wärmenden Sonnenstrahlen füllt sich das Grün rund um den Hügel in der Günther-Klotz-Anlage. Fahrräder liegen am Boden, Decken sind in Corona-konformen Abständen ausgerollt.

Und ob oben am Hügel oder am Albufer, auf den mächtigen Felssteinen beim Spielplatz, am Rande der Seen oder mitten auf der großen Wiese: Jeder findet sein Plätzchen. „Jetzt kann man hier wieder die Lebensfreude spüren“, findet Katrin Keidel, die sich am Hügel niedergelassen hat.

Als Park direkt vor der Haustür, in dem die Menschen aktiv werden können, wurde die „Klotze“ Mitte der 1970er Jahre konzipiert. Spielplätze, Skateranlage, Basketball- und Beachvolleyballfeld animieren zur Bewegung.

Der „Mount Klotz“ war als Rodelhügel geplant

Ein ausgewiesener Rundkurs führt Läufer über die „Badische Meile“. Der 15 Meter hohe „Mount Klotz“ war bereits bei seiner Aufschüttung als Rodelhügel vorgesehen. Nun sausen der zwölfjährige Marvin und seine Kumpels mit ihren Stunt-Rollern den steilen Weg nach unten. Zwei junge Leichtathletinnen nutzen ihn in umgekehrter Richtung.

Der geteerte Karl-Wolf-Weg – übrigens benannt nach dem erfolgreichen Karlsruher Hammerwerfer – ist stark von Radlern, Scootern und Skatern frequentiert. Viele Spaziergänger und Jogger nutzen daher lieber die Schotterwege direkt an der Alb. Konflikte gibt es dennoch immer wieder. „Das Wegenetz ist für die heutige starke Beanspruchung nicht ausreichend konzipiert, zum Teil sind die Wege zu schmal“, weiß man beim Karlsruher Gartenbauamt.

Die Günther-Klotz-Anlage ist beliebt – das bringt auch viel Müll

Das hat mit der „Klotze“ gut zu tun. „Durch den enorm hohen Nutzungsdruck ist die Günther-Klotz-Anlage sehr pflegeintensiv“, heißt es. Denn auch ohne „das Fest“, das nun schon zum zweiten Mal ausfallen muss, wird die Anlage intensiv frequentiert. Für das Gartenbauamt bedeutet dies, dass viel Müll zu entsorgen ist und dass die Spiel- und Freizeitanlagen häufig gewartet werden müssen.

Am Spielplatz beim Kühlen Krug wurden gerade wieder Spielgeräte erneuert. Die Erwachsenen müssen dort übrigens ihren Kindern beim Toben nicht nur zuschauen: Robuste Fitnessgeräte könnten genutzt werden, um die Rückenmuskulatur zu stärken und das Bauchfett zu reduzieren.

Ruderboote bleiben im Corona-Jahr im Lager

Auch auf dem großen See kann man normalerweise aktiv werden. Seit 2011 vermietet Mussie Woldemariam dort in der warmen Jahreszeit Ruderboote. Im zweiten Corona-Jahr bleiben sie aber erneut im Lager. „Die Hygiene-Anforderungen sind nicht umsetzbar“, sagt Woldemariam. Um zu zeigen, dass er noch da ist, verkauft er Eis und Getränke. Aber nur zum Mitnehmen: Schließlich sollen sich nicht zu viele Menschen auf der Betonplattform versammeln.

Diese erreicht man übrigens über das älteste Bauwerk des Geländes: Die überdachte Holzbrücke stammt aus dem Jahr 1905. Einst führte sie zum Bulacher Wirtshaus „Schäumende Alb“ übers Wasser, verlor aber ihre Funktion, als das Flüsschen für den Bau der Südtangente verlegt wurde. Die begrenzt die Günther-Klotz-Anlage nach Süden und legt ein deutlichen Grundrauschen über das Stück Natur mitten in der Stadt.

Die Günther-Klotz-Anlage in Karlsruhe: Ort zum Glücklichsein

Die Menschen auf den Wiesen und Wegen scheint es nicht zu stören. Auch nicht die Wasservögel und Kaninchen. Mehr noch: Auch seltenen Libellen wie der Grünen Keiljungfer und dem Heldbock bietet die „Klotze“ Lebensraum. Mehrere Biotope neben den Freizeiteinrichtungen machen es möglich, dass sich Menschen und Tiere in der Günther-Klotz-Anlage wohlfühlen.

Katrin Keidel gehört zu den wenigen Menschen am Hügel, die nicht mit Sport oder Chillen beschäftigt sind: Sie hat ihren Laptop aufgeklappt. Die plaudernden und lachenden Menschen um sie herum, das Klackern, wenn beim Wikingerschach ein Klotz getroffen wird, die Begeisterung des Quartetts, das dem neuen Trendsport Spikeball frönt – all das stört sie nicht.

„Es ist eher inspirierend“, findet Katrin Keidel. Sie schreibt nämlich an einem Buch über das Glücklichsein. Und das scheint in der „Klotze“ Programm zu sein. Davon zeugen auch die Liebesschlösser an den Brücken über die Alb.

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