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Upcycling-Mode

Karlsruher Designerin entwirft „ein Stück Museum für Zuhause“

Um sich an Museums-Ausstellungen auch in Zukunft noch erfreuen zu können, entwirft die Karlsruher Designerin Muriel Nauschütz aus Ausstellungsfahnen reißfeste, leichte und praktische Taschen. Corona spielt ihr dabei sogar etwas in die Karten.

Die Karlsruher Designerin Muriel Nauschütz mit einer Auswahl ihrer Taschen, die sie vor allem für Museen konzipiert und gestaltet. Foto: Rake Hora/BNN

Die Museen sind wegen des Lockdowns derzeit geschlossen. Mit den Taschen der Karlsruher Designerin Muriel Nauschütz können sich Kultur-Interessierte dennoch ein Stück Kunst als Andenken nach Hause holen – in Form von Taschen aus Museums- und Ausstellungsbannern beispielsweise mit Motiven von Keith Haring vom Museum Folkwang in Essen. Das ZKM und die Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main zählen auch zu ihren Kunden.

Seit diesem Oktober näht das Frankfurter Start-Up „StitchbyStitch“ ihre Kollektionen. „Besondere Kundenwünsche und Ausgefallenes nähe ich nach wie vor in Heimarbeit“, betont die Karlsruherin.

Weil auch die Museumsshops geschlossen sind, erfolgt die Bestellung der Einzelstücke über ihren Online-Shop und in der Schneiderei Nähbar in der Karlsruher Weststadt. „Ich möchte getreu dem Motto Christiane Riedels ,Global vernetzt-lokal verankert’ den Wirtschaftsstandort Deutschland beleben – und an jeden appellieren: stop using plastic bags“, so die Designerin.

Die 44-jährige Karlsruherin lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in der Südweststadt. Dort, in ihrer Taschenmanufaktur, entwirft und produziert sie seit vielen Jahren Upcycling-Taschen. Die Corona-Krise und die aktuelle globale Situation der Umstellung auf den Online Handel, spielen ihr in die Hände. Nauschütz beliefert aber auch ausgesuchte Boutiquen und Museums-Shops in ganz Deutschland.

Upcycling-Mode: Aus abgelaufenen Ausstellungs-Fahnen von Museen entwirft die Designerin Muriel Nauschütz neue Objekte wie Taschen und Körbe. Foto: Rake Hora/BNN

Der Name ihres Labels „Mu & Du“ kann als „Muriel und du“, aber auch als „Museum und du“ gedeutet werden. „Die direkte Ansprache des Kunden ist mir sehr wichtig. Wer eine meiner Taschen trägt, steht hinter der Philosophie: nachhaltig denken, bewusst leben“, sagt Nauschütz. Damit alle Unternehmen teilhaben können, entwickelte die Modedesignerin mit „Mu & Deine Firma“ eine weitere Dienstleistungssparte.

Formfunktionelle praktische Taschen

Ihre Leidenschaft zum Nähen begann vor etwa 20 Jahren, als sie die Modeschule in Bruchsal besuchte. Darauf folgte ein BWL- und Kommunikationsdesign-Studium in Mainz. Während dieser Zeit nähte sie schon Taschen aus Bannern als Motive für analoge Fotografie.

Den bekannten Gestaltungsgrundsatz des Bauhauses „form follows function“ lebt sie in der einfach gehaltenen Formensprache ihrer Kollektionen aus. „Ohne Schnick-Schnack, keine Ziernähte. Praktisch, waschbar, leicht und vor allem reißfest“, fasst sie die Merkmale zusammen.

„Bei meinen Wochenendeinkäufen auf dem Gutenbergplatz musste ich trotz Stoffbeutel mehrere Plastiktüten – wie etwa für Salat oder Pilze – in Kauf nehmen. Das wollte ich ändern,“ erzählt Nauschütz.

„Mu & Du“ heißt das Label von Muriel Nauschütz für Taschen aus vergangenen Museumsfahnen Foto: Rake Hora/BNN

„Die gängigen Baumwolltaschen waren mir oft zu klein. Mir fehlte die Tiefe. Die Tragegurte zu kurz oder unbequem. Bei Regen die komplette Tasche triefend nass“, beschreibt die Karlsruherin die Problematik. Sie fährt fast nur Fahrrad in Karlsruhe. Dafür benötigte sie praktische Taschen.

So entstand neben der normalen Markttasche auch eine größere Markttasche, die auch am Strand verwendet werden kann. Als Ausgleich zum Nähen treibt sie Sport. Hier entstand auch eine eigene Sportlinie. „Feuchte Sport-Kleidung kann durch das Mesh-Material gut entlüften“, sagt sie. Clutches für die Oper und Körbe ergänzen ihre Produktpalette.

Muriel Nauschütz näht, seitdem sie in Bruchsal die Modeschule besucht hat. Foto: Rake Hora/BNN

Sämtliche Taschen präsentiert die 44-Jährige auf ihren Social-Media-Kanälen in verschiedenen Anwendungen und modelt dafür schon mal selbst. Dabei erhalten die Follower und Interessenten viele Einblicke und praktische Anwendungsbeispiele und viele Einblicke in den Alltag der naturverbundenen Frau, die gerne gärtnert und alles mit dem Lastenrad fährt.

Außerdem reist Nauschütz gerne in Großstädte. „Dies ist leider aktuell nicht möglich. Gerade in meiner Zweitheimat München bin ich gerne wegen der Kunst und der Museen “, sagt die Karlsruherin.

Die „M4“ ist so groß und stabil, da passt auch mal ein müdes Kind rein Foto: Rake Hora/BNN

Viele Käufe kommen aufgrund persönlicher Empfehlungen zustande.
Muriel Nauschütz, Designerin aus Karlsruhe

Gefragt nach ihrer Zielgruppe lacht sie und antwortet: „Das ist eigentlich jeder. Ich mache Taschen für Jung und Alt – alles Unikate.“ Bestellungen habe sie schon aus New York, London, Griechenland oder Frankreich erhalten.

„Viele Käufe kommen aufgrund persönlicher Empfehlungen zustande“, so die Designerin.

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