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Durstige Besucher

Kurz vor Jan Delay gehen beim „Fest“ die Pfandmarken aus – welche Folgen das hat

„Das Fest“ stößt an seine Grenzen. Weil offenbar zu viele Menschen Durst haben, sind die Pfandmarken ausgegangen. Was das für die Versorgung mit Bier, Wasser und Co. bedeutet.

Der Bierdurst kann am Freitag beim „Fest“ gelöscht werden.
Am Samstagabend ohne Pfand: Bierbecher im Bereich der Hauptbühne. Foto: Andrea Fabry

Patrick Schüller ist vor 20 Minuten gekommen. Ein Bier hält er schon in der Hand – das hat er an einem Hoepfner-Stand gekauft. Ein Pfandmärkchen bekam er nicht. „Ich wusste gar nicht, dass das mit Pfand ist“, sagt der Karlsruher. Ob er den Becher auch ohne Pfand zurückgeben wird, weiß er noch nicht. Das entscheidet er später.

Es ist Samstagabend, kurz vor 21 Uhr. Bald steht mit Jan Delay der heiß ersehnte Hauptact des Abends auf der Bühne. Seit mehr als einer halben Stunde gibt es auf dem „Fest“ keine Getränkemärkchen mehr. Die Standmitarbeiter verkaufen Bier und Co. ohne Pfand.

„Fest“-Personal bittet um Rückgabe der Becher

„Das war eine Anweisung vom Veranstalter“, sagt Jannic Geppert. Er steht am Stand in der Nähe der Hauptbühne. Geppert schickt die Besucher mit der Bitte in den Abend, man möge die Becher nicht einfach wegwerfen. Der Grund: Weil es keine Pfandmarken mehr gibt, soll so eine geordnete Rückgabe sichergestellt werden.

Auch Clara und Andreas haben ihre vier Bier im Becher ohne Pfand gezahlt. Die beiden Karlsruher sitzen neben einem Stand. „Die Verkäuferin hat uns gesagt, dass es keine Märkchen mehr gibt“, sagt Clara. Allerdings habe sie ihr nicht gesagt, dass sie den Becher wieder zurückbringen soll. „Das werden wir aber wahrscheinlich machen“, sagt Andreas.

Der Standleiter vom „Zelt am See“ berichtet, dass die Pfandeimer nur einmal pro Tag geleert werden. „Die werden abends abgeholt und morgens wieder gebracht“, sagt er. Seine Mitarbeiter kommen an die Märkchen nicht dran.

Glasflaschen sind beim Karlsruher Festival weiterhin pfandpflichtig

„Fest“-Pressesprecher Philipp Schätzle bestätigt auf Nachfrage, dass die Situation für die Getränkestände auf dem gesamten Gelände gilt. „Aktuell verkaufen wir ohne Pfand“, sagt er. Allerdings mit einer wichtigen Ausnahme. „Glasflaschen sind davon ausgenommen, aus Sicherheitsgründen verlangen wir da weiter Pfand, dafür reichen die Märkchen aus.“

Schwierigkeiten in der Versorgung mit Wasser, Bier und Softdrinks gibt es nicht. Trotzdem stellt die Lage die „Fest“-Crew vor eine Herausforderung. Neben der verlorengegangenen Kontrolle über den Umgang der Menschen mit den leeren Getränkebechern geht es auch um eine Spendenaktion zugunsten des Atlas Festivals in der Ukraine.

Die Besucher von „Das Fest“ sind aufgerufen, ihre Pfandmarken und leeren Becher für den guten Zweck zu spenden – aktuell ist der nicht mehr möglich. „Man kann natürlich auch ein, zwei oder fünf Euro in Münzen reinwerfen“, gibt sich Schätzle pragmatisch.

Veranstalter vermuten großen Andrang und großen Durst als Ursache

Ob die Spendenaktion möglicherweise zu dem Mangel an Pfandmarken geführt hat, konnte Schätzle nicht beantworten. Aktuell gehen die Verantwortlichen davon aus, dass das vor allem am großen Andrang liegt.

Finale Zahlen habe man noch nicht, aber es sei voll und es werde viel getrunken. Offenbar befinden sich deshalb weit mehr Marken im Umlauf als die Planer erwartet hatten. Eine Reserve gibt es nicht.

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