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Drei Tage Programm

Warum drei Karlsruher Kunsteinrichtungen zum gemeinsamen „Hallenbau-Festival“ laden

Vor 80 Jahren als Munitionsfabrik mit Zwangsarbeit ein Ort des Schreckens – seit 25 Jahren ein Haus der Kunst: Ein gigantischer Hallenbau in Karlsruhe beherbergt das ZKM und die Städtische Galerie, die mit der Hochschule für Gestaltung zum „Hallenbau-Festival“ laden.

Der ZKM-Hallenbau in Karlsruhe mit dem Flyer zum Hallenbau-Festival im Oktober 2022.
Gemeinsamer Auftritt zu besonderem Anlass: Vor 25 Jahren wurde der ehemalige Industriebau in der Karlsruher Südweststadt als Domizil für drei Kunstinstitutionen neu eröffnet. Foto: Andreas Jüttner

Sie sind eng benachbart, haben aber jeweils ein ganz eigenes Profil. Doch nun gestalten drei namhafte Karlsruher Kunsteinrichtungen ein gemeinsames Wochenende: Das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), die Hochschule für Gestaltung (HfG) und die Städtische Galerie Karlsruhe laden zum ersten Hallenbau-Festival.

Hierbei werden bei freiem Eintritt zwei große neue Ausstellungen eröffnet, zahlreiche Führungen zu bestehenden Präsentationen geboten, Filme gezeigt und Diskussionen geführt. Es gibt hoch aktuelle Programmpunkte wie die Performance „Gesehen werden“, mit der die Künstlerin Farzane Vaziritabar dazu einlädt, die Situation iranischer Frauen nachzuerleben und sich zu solidarisieren (Samstag, 18 Uhr, ZKM-Foyer). Und es gibt Rückblicke auf die besondere Historie des Hallenbaus.

„Hallenbau-Festival“ ruft Wandel des Gebäudes in Karlsruhe ins Bewusstsein

Denn das Festival ruft auch ins Bewusstsein, welch fundamentalen Wandel das mit 312 Metern monumental lange Gebäude durchlaufen hat: Im Ersten Weltkrieg als Munitionsfabrik errichtet und vor allem im Zweiten Weltkrieg massiv in dieser Form genutzt, ist der Industriebau zu einem Haus der Kunst geworden.

Mehr noch: „Mit dem Hallenbau hat sich in der Karlsruher Südweststadt ein ganz zentraler Kunststandort etabliert“, sagt Stefanie Patruno, Direktorin der Städtischen Galerie.

Ein prägendes Datum für diese Entwicklung liegt nun genau 25 Jahre zurück: Am 18. Oktober 1997 wurde das ZKM eröffnet, zudem zog die zuvor im Prinz-Max-Palais untergebrachte Städtische Galerie in den südlichsten der zehn Lichthöfe des Hallenbaus.

In zwei der nördlichen Lichthöfe, die damals noch Baustellen waren, wurde nach und nach die Hochschule für Gestaltung angesiedelt, die 1992 gegründet wurde und daher in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert. Daher lautet das Motto des Hallenbau-Festivals auch „Die Jubiläen!“ – mit Ausrufezeichen.

Peter Weibel lässt Leistungen des ZKM Revue passieren

Das wohl größte Ausrufezeichen für den internationalen Ruf dieses Kunststandortes dürfte das ZKM gesetzt haben. Dessen künstlerischer Vorstand ist seit 1999 Peter Weibel, und der österreichische Medienkünstler und -theoretiker ließ die Leistungen des Hauses anhand einiger Zahlen Revue passieren.

Rund 780 Ausstellungen und 8.700 Veranstaltungen habe das ZKM in diesen 25 Jahren geboten, 570 Publikationen veröffentlicht, Kunst- und Archivschenkungen im Wert von drei Milliarden Euro erhalten, ein rund 30.000 Personen umfassendes Netzwerk aufgebaut und knapp fünf Millionen Besucher verzeichnet.

Mit der einschüchternden Größe der Räume, die für Maschinen errichtet wurden und nicht für Menschen, ist das Gebäude selbst ein Akteur.
Constanze Fischbeck, Hochschule für Gestaltung

Einen Rückblick auf die Historie des Hallenbaus gibt es im Programm unter anderem mit einer Führung des Architekturexperten Gerhard Kabierske unter dem Titel „Vom Rüstungsbetrieb zum Kunstmuseum“ (Sonntag, 12 Uhr).

Auch die architektonischen Besonderheiten werden thematisiert (Samstag, 11 Uhr). „Mit der einschüchternden Größe der Räume, die für Maschinen errichtet wurden und nicht für Menschen, ist das Gebäude selbst ein Akteur“, sagt Constanze Fischbeck, kommissarische Rektorin der HfG. „Es gibt uns aber auch die Möglichkeit, daran zu wachsen.“

Service

Freitag, 28. Oktober, 19 Uhr: Festivaleröffnung im ZKM-Foyer mit Eröffnung der Ausstellungen Marcel van Eeden/Karl Hubbuch (Städtische Galerie) und Marijke van Warmerdam (ZKM). Programm am Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr. Eintritt frei (Ausnahme: Konzert der Band Kreidler im ZKM am Samstag, 21 Uhr). Infos: www.zkm.de.

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