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Filmprojekt startet Heiligabend

Surferin aus Karlsruhe dreht eine Reise-Doku über Frauen in Afrika

In wenigen Tagen beginnt das Abenteuer: Dann werden Marie Pfisterer aus Karlsruhe und ihre Freundin Patrizia Bruno durch Afrika reisen. Ihr Ziel? Eine Doku drehen über Frauen in Afrika und die perfekte Welle reiten.

Frau surft
Immer auf der Suche nach der perfekten Welle: Surferin Marie Pfisterer plant ein Doku über Frauen in Afrika. Foto: Jo Savage

An Heiligabend beginnt für Marie Pfisterer aus Karlsruhe und Patrizia Bruno aus Italien eine aufregende Reise: Über Marokko geht es in die West-Sahara, dann Mauretanien, Senegal, Gambia. Dorthin führt sie das Projekt „Guts“, eine Reise mit Mut und Bauchgefühl, immer auf der Suche nach inspirierenden Frauen und der perfekten Welle.

Porträt
Marie Pfisterer. Foto: Katherine Guerrero

Doch eins nach dem anderen: Marie Pfisterer, Jahrgang 1988, ist in Karlsruhe geboren und aufgewachsen. Auch wenn die Fächerstadt nicht für großartige Strände bekannt ist, wird aus Marie schon früh eine passionierte Surferin. Alles beginnt mit einem Freiwilligendienst in Peru.

An der peruanischen Küste wagt sich die 34-Jährige zum ersten Mal aufs Surfbrett, und erwischt direkt ihre erste Welle – ab diesem Moment verändert sich ihr ganzes Leben.

„Anschließend bin ich alleine in ein Surfcamp nach Frankreich gefahren. Dort bin ich erst zwei Wochen lang geblieben und habe Leute kennengelernt. Beim nächste Mal waren es drei Wochen, irgendwann sechs“, erinnert sie sich.

Irgendwann ist Marie Pfisterer für immer geblieben: Nach längeren Stationen in Marokko und Portugal, lebt sie nun an der französischen Atlantikküste, immer am Meer, nie ohne Surfbrett.

Von Karlsruhe ins westafrikanische Surfparadies

Schon während ihres Studiums im Bereich Marketing und Markenmanagement an der Hochschule Pforzheim, sieht sich Marie Pfisterer in einer Werbeagentur arbeiten. Nun führt sie selbst eine. Und für die passionierte Surferin ist klar, dass auch dort das Wellenreiten im Mittelpunkt stehen soll.

Doch das Surfen einfach nur als Job zu sehen, würde der Sache nicht gerecht werden, sagt sie. Vielmehr sei es ein Lebensstil, eine Ästhetik, und eine Gemeinschaft, die Pfisterer und ihre Kollegen dort leben. In ihrem Kollektiv geben sie Fotografien heraus und berichten in einem Magazin über die weltweite Surf-Gemeinschaft.

Nach der ersten Ausgabe mit 200 Seiten ist die zweite nahezu fertig. In den sozialen Medien teilen sie Videos und kooperieren mit bekannteren Marken für Surf-Ausrüstung. Und genau bei diesen Erzählungen, Fotos und Dokumentationen kommt nun Afrika ins Spiel.

Surferin aus Karlsruhe möchte mit ihrem Projekt alte Strukturen aufbrechen

Sowohl Marie als auch ihre Freundin Patrizia wollten schon lange durch den afrikanischen Kontinent reisen. Was ihnen jedoch für das Abenteuer fehlte: Der starke Mann an ihrer Seite. Doch warum, fragten sie sich, hätten sie als Frauen eigentlich solche Angst diese Reise alleine zu machen?

Marie und Patrizia auf dem Dach ihres Autos
Marie und Patrizia auf dem Dach ihres Autos. Foto: Thibault Maufras

Aus dieser Frage entstand eine Idee: Drei Monate lang werden sie auf ihrer gemeinsamen Reise inspirierende Frauen treffen, die althergebrachte Strukturen ein Stück weit aufgebrochen haben. So soll Geschichte für Geschichte ein jüngeres, optimistischeres Afrika-Bild entstehen als jenes, welches oft in den Nachrichten vermittelt wird, erklärt Pfisterer ihr Vorhaben.

Diese Begegnungen sollen dann anschließend in einer Dokumentation auf Filmfestivals gezeigt. Mit zwei Frauen haben sie bereits ein Treffen vereinbart: Mit der ersten professionellen Surferin Afrikas, die die beiden Frauen im Senegal treffen werden, und mit einer jungen Frau aus Marokko, die als Bergwanderführerin arbeitet.

An den afrikanischen Küsten gebe es einige aufstrebende Surfregionen. Ohne das weltweite Netzwerk aus Surferinnen und Surfern würden allerdings viele dieser Kontakte wohl nie zustande kommen, so Pfisterer.

Mit Mut und Bauchgefühl gehen die beiden Frauen auf Reise

„Guts“ soll das Projekt heißen, was aus dem Englischen gleichermaßen mit „Mumm“ oder auch „Bauchgefühl“ übersetzt werden kann. Beides hat Marie Pfisterer ihr Leben lang begleitet und sie zu ihrem großen Traum geführt. Und beides wird auch in den nächsten drei Monaten ihr ständiger Begleiter sein.

Mit ihrer Reise und den vielen Gesprächen, die sie führen wird, möchte sie auch andere Menschen ermutigen, der inneren Stimme zu vertrauen, auch wenn es manchmal Mut benötigt, um aus gewohnten Bahnen auszubrechen. Aufgeregt ist sie natürlich trotzdem.

Auch wenn sich die 34-Jährige nicht vorstellen kann, jemals wieder in Karlsruhe zu leben (schließlich ist das Meer einfach zu weit weg), besucht sie jetzt erst einmal ihre Familie in Daxlanden. Denn Weihnachten wird sie im Flugzeug verbringen, Silvester wahrscheinlich in der marokkanischen Wüste. Und dann, immer wieder: hinter der Kamera oder auf dem Surfbrett in den westafrikanischen Wellen.

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