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Oberbürgermeisterwahl Karlsruhe

Sven Weigt hat beim Sport viel für die Politik gelernt

Am 6. Dezember haben die Karlsruherinnen und Karlsruher die Wahl: Zwei Frauen und vier Männer bewerben sich um den Chefsessel im Rathaus. Unter ihnen: Sven Weigt. Den Bürgermeister von Karlsdorf-Neuthard unterstützen CDU und FDP.

In der Ruhe liegt die Kraft: Sven Weigt profitiert in der Politik von seiner Erfahrung als Sportler, sagt er. Unterstützt wird er von CDU und FDP. Foto: Jörg Donecker

Der lauteste Politiker ist Sven Weigt sicher nicht. Ein Nachteil? Da bleibt der von CDU und FDP unterstützte Oberbürgermeisterkandidat wie in den meisten Fällen ganz gelassen. Statt eines polternden Auftritts biete er eben Ruhe und klare Haltung. Weigt lächelt, dann fixiert er sein Gegenüber. „Ich bin mir immer treu geblieben“, sagt der 49-jährige Diplom-Verwaltungswirt.

Seit 13 Jahren amtiert er als Bürgermeister in Karlsdorf-Neuthard, die nächsten acht Jahre schweben ihm als Oberbürgermeister in Karlsruhe vor. In guten Zeiten könne jeder Politik machen, sagt er. Jetzt allerdings sind die Zeiten so gut nicht. Also empfiehlt er sich als Kapitän für das kommunale Schnellboot in bewegter See.

Mitglied der CDU

Seit 2005 ist Sven Weigt Mitglied der CDU, als Parteisoldat oder gar als politischer Karrierist sieht er sich allerdings nicht. Im Jahr zuvor war Weigts Vater gestorben, ein langjähriger Christdemokrat. „Ich wollte mich bekennen“, erklärt der OB-Kandidat.

Als solcher sieht Sven Weigt sich jedoch überparteilich, entsprechend tritt er der Karlsruher Bevölkerung auch auf seinen Wahlplakaten ohne Parteilogo gegenüber. Die eigene Meinung immer erst mit einer Partei abzugleichen und rückzukoppeln wäre ihm ein Graus, gibt er zu verstehen.

Nach seinem Abitur 1990 in Halle jobbte Weigt erst als Kraftfahrer und Kellner, dann schloss er ein Verwaltungsstudium an. Nach dessen Abschluss wirkte er als Hauptamtsleiter in Forst und seit 2007 als Bürgermeister in Karlsdorf-Neuthard. Zwei Jahre später wurde der heutige OB-Kandidat Mitglied im Kreistag, seit vier Jahren ist er dort Fraktionschef der CDU.

Als Jugendlicher freilich hatte er andere Vorstellungen von einer Karriere. „Ich wollte Sportprofi werden.“ Bis 2007 war Weigt aktiver Handballer. Bei dem körperbetonten Temposport geht der Politiker schon mal völlig aus sich heraus. Heute begeistert er sich für Skifahren und Triathlon.

Video: Der Mensch hinter dem OB-Kandidaten Sven Weigt

Fairer Umgang

Der Sport, vor allem der als Handballer, hat ihn einiges gelehrt, was auch in der Politik Gültigkeit hat. Es geht ihm um fairen Umgang miteinander und um Teamgeist. Aber auch für das Bestehen von Krisensituationen sei der Sport eine gute Schule, erläutert der stets überaus korrekt gekleidete Kandidat. Volle Konzentration, wenn es eng wird, die schnelle Übernahme von Verantwortung - das seien Stärken, bei deren Herausbildung der Sport für ihn wichtig gewesen sei, sagt Weigt.

Ideologische Imprägnierung ist ihm verdächtig, ganz besonders in der Kommunalpolitik. Hier geht es vor allem darum, immer das Beste für die Menschen umzusetzen, verdeutlicht er. „Ich möchte in keinem Staat leben, der mir alles vorschreibt“, formuliert Weigt sein freiheitliches politisches Credo. Bezogen auf Karlsruhe bedeutet das zum Beispiel: Fahrräder und Bahnen – aber eben auch Autos müssen als Verkehrsträger möglich sein. „Manchmal ist weniger Staat eben mehr“, fasst er zusammen.

Pragmatismus

Auch an anderer Stelle gibt sich das CDU-Mitglied pragmatisch. Seine Ehefrau Constanze – sie arbeitet als Rechtsanwältin – war immer berufstätig, trotz der drei gemeinsamen Kinder. Und auch mit der Möglichkeit der Verpartnerung für homosexuelle Paare hat Sven Weigt überhaupt kein Problem. Die Menschen sollten selbst darüber befinden, was gut für sie ist.

Viel Freizeit hat der Kandidat derzeit naturgemäß nicht, auch wenn infolge von Corona manche geplante Veranstaltung auf der Strecke bleibt. Wenn er doch dazu kommt, greift er auch schon mal zu einem Buch. Welche Lektüre zuletzt auf seinem Nachttisch lag? Erst zögert Sven Weigt mit der Auskunft - zu klischeehaft und fast inszeniert wirkt in diesem Fall die Wirklichkeit: Es handelt sich um ein Buch des Philosophen Richard David Precht. Es trägt den Titel „Die Kunst, kein Egoist zu sein“.

Hier gibt es alle Porträts der Kandidaten im Überblick

Petra Lorenz

Frank Mentrup

Marc Nehlig

Paul Schmidt

Vanessa Schulz

Sven Weigt

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