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I hätt do mol e Frog

Tägliches Schauspiel: Welches Ziel haben die Gänsegeschwader über der Gartenstadt?

Bevor es Nacht wird, fliegt jeden Abend ein Schwarm der Vögel mit dem langen Hals über die Dächer der Gartenstadt. Wo kommen sie her, wo wollen sie hin? Ein Experte erklärt den Betrieb am Himmel.

Vor dem Abflug: Die Graugänse nehmen ihr Abendfressen auf der Zoowiese ein, dann geht es ab durch die Luft in den Karlsruher Süden. Foto: Jörg Donecker

„Frei wie ein Vogel” würde der Mensch doch so gerne sein. Einfach abheben, sich in die Lüfte aufschwingen und dann am blauen Himmel das Weite suchen. Wer der im Alltag Gefesselten träumt nicht davon? Doch fasziniert vom Vogelflug, wollen viele Wesen mit Bodenhaftung auch noch genau wissen, woher des Luftwegs die beflügelten Tiere kommen und wohin sie davonflattern. Besonders wenn sich im Karlsruher Süden das Naturschauspiel täglich direkt über den Köpfen des Städters zeigt.

„Bevor es Nacht wird, fliegt ein großer Schwarm Gänse über die Häuser der Gartenstadt. Woher kommen und wohin fliegen sie?” Diese Frage stellt BNN-Leserin Dorothée Barth.

Gänse versammeln sich abends vorm Exotenhaus

Ausgerechnet Karlsruhes berühmtester Vogelkundler kann den zunächst rätselhaften Vogelflug erklären. Zoodirektor Matthias Reinschmidt hat die Graugänse schon lange im Blick. Schließlich interessiert sich der Ornithologe nicht nur für jedes Federvieh, das in seinen Gesichtskreis fliegt, sondern hat besonders jeden Vogel, der im Zoo verkehrt oder auf den Wiesen des Stadtgartens landet, im Auge.

„Rund 50 Graugänse versammeln sich am Abend, wenn die Besucher den Zoo verlassen, auf dem Rasen vor dem Exotenhaus”, weiß der Direktor aus eigener Beobachtung. Sie fressen mit Vorliebe das frische Grün, das durch die Pflege der Stadtgärtner dort üppig wächst.

Ein Schwarm Graugänse zieht seine Bahn. Foto: Thomas Warnack

Gegen 20 Uhr ist die aus der Umgebung eingeflogene Gänseschar zur Abendschau im Zoo komplett. Wenn dann die Dämmerung einsetzt, machen die heimischen Wildgänse im Zoo den Abflug. In mehreren Geschwadern von zehn bis 30 Tieren heben sie laut Reinschmidt ab . Im Gänseflug geht es über die Zoobrücke und das Dach des Elefantenhauses.

Auf dem See in Sicherheit vor dem Fuchs

Die Abendflieger lassen den Lauterberg links liegen und steuern mit langem Hals über den Hauptbahnhof gen Süden. So ziehen sie, wie von der BNN-Leserin Barth allabendlich bemerkt, mit Kurs auf die Seen im Oberwald über die Gartenstadt weg.

Gleich neben Rüppurr nehmen also die meisten Graugänse, die sich im Zoo satt gefressen haben, ihr Nachtquartier. „Sie schlafen dort am Ufer oder noch sicherer vor dem Fuchs schwimmen sie schlafend auf dem See”, erklärt Experte Reinschmidt. Folglich befinden sich die Tiere auch zur Nacht gewissermaßen unter den Fittichen des Vogelschwärmers Reinschmidt.

Hat doch der Zoo gleich neben dem Oberwaldsee und dem Erlachsee mit dem Tierpark eine Rüppurrer Dependance. Bei ihm im Zoo sind die Graugänse übrigens im Unterschied zu den Nilgänsen „gern gesehene Gäste”. Reinschmidt schwärmt: „Wir sehen diese Wildvögel als eine Bereicherung.” Sie gehörten eben im Unterschied zu den von weit eingeflogenen Nilgänsen zur deutschen Fauna.

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