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Jahresempfang

Im Karlsruher Kulturzentrum Tollhaus steht ein Generationenwechsel an

Alles nur noch online? Nicht im Tollhaus. In dem Karlsruher Kulturzentrum hat zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder ein Jahresempfang stattgefunden.

Musik zum Auftakt: Die Band Ostgold aus Karlsruhe stand beim Jahresempfang im Tollhaus im Großen Saal auf der Bühne. Foto: Jörg Donecker

Alles ist gerade per Zoom. Das dachten auch die Tollhaus-Geschäftsführer Britta Velhagen und Bernd Belschner, die digital in den Großen Saal des Karlsruher Kulturzentrums hinzu geschaltet wurden.

Doch dann die Überraschung: Der Jahresempfang findet live und in Farbe auf der echten Bühne statt. „Was, Präsenz“, fragte Belschner ungläubig und Britta Velhagen kündigte an: „Ich muss noch duschen“.

Ein launiger Einstieg in einer für die Kulturszene nicht immer erbaulichen Zeit. Zum ersten Mal seit dem 8. März 2020 hat am Sonntag wieder der Jahresempfang im Tollhaus stattgefunden. „Das war der letzte Tag, an dem alles mehr oder weniger normal war“, erinnerte sich Belschner.

Karlsruher Kulturzentrum Tollhaus hofft auf Rückkehr zur Normalität

Eine nervenanspannende Zeit liege hinter dem ganzen Tollhaus-Team. Im Erfolgsjahr 2019 hätten rund 140.000 Menschen das Tollhaus besucht, 2020 knapp 50.000. Im Großen Saal, wo normalerweise 1.000 Menschen Platz hätten, seien aktuell nur ein Drittel davon zugelassen.

Das Tollhaus wird über die Runden kommen.
Bernd Belschner, Geschäftsführer

Viel habe sich im vergangenen Jahr verändert, neue Aufgaben, aber auch ein großer Erfahrungsgewinn seien hinzugekommen. Und die gute Nachricht: „Das Tollhaus wird über die Runden kommen“, versicherte Belschner. Es seien sämtliche möglichen Fördertöpfe „angeknabbert“ worden. Das Kulturhaus wolle so schnell wie möglich wieder zurück zur Normalität, zu Kultur, Begegnung und Miteinander. „Da spielt das Tollhaus eine große Rolle“, sagte er, „wir möchten öffnen, wir möchten Kultur anbieten.“

40. Geburtstag des Tollhauses 2022: Zeit für einen Generationenwechsel

Die Corona-Zeit wurde im Tollhaus aber auch sinnvoll genutzt. Es wurde eine moderne Lüftungsanlage eingebaut, eine neue Küche und das Kulturhaus ist medial präsenter. Gedanken konnten sich die Verantwortlichen auch über die Zukunft machen, zumal im nächsten Jahr der 40. Geburtstag des Tollhauses ansteht.

„Die Zeit ist reif für einen Generationenwechsel“, kündigte Belschner an, nannte aber keine Details. Britta Velhagen warb für mehr Frauen im Team. „Unser Team ist männerlastig, das sind zwar sympathische Männer, aber es braucht eine Ausgeglichenheit.“

Belschner nutzte die Gelegenheit, um auch einen politischen Appell an die Gäste im Publikum zu richten. Um zurück zur Normalität zu kommen, müssten sich alle impfen lassen. Dafür müssten „individuelle Spezialitäten zurückstehen“, viele müssten sich dafür aus der „Komfortzone“ bewegen. Aber nur so könnte man im Tollhaus auch mal wieder unbestuhlt Veranstaltungen oder gar Partys stattfinden lassen.

Künstler und Sänger runden Programm auf der Bühne ab

Weitere Programmpunkte beim Jahresempfang waren die Auftritte der Künstlerin Katrin Bahr und des Sängers Martin Bechler, der mit seiner Band Fortuna Ehrenfeld am Mittwoch, 28. Juli, im Tollhaus auftritt. Die Tänzer und Choreografen Sarah Kiesecker und Dominik Höß erzählten von ihrer Zeit während des Berufsverbots und von der Rückkehr auf die Bühne.

„Ich bin immer noch verwirrt, dass wir wieder tanzen dürfen“, sagte Sarah Kiesecker. Was früher täglich Brot gewesen ist, sei nun unheimlich anstrengend, da man versuche alles möglich zu machen. „Es ist magisch, beim Tanzen wieder zusammen zu sein“, sagte Höß.

Die Spenden des Jahresempfangs gingen in diesem Jahr nicht an das Tollhaus, sondern an die Hochwasseropfer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

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