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Heimstiftung erweitert Angebot

Ein ungewöhnliches Pflegeheim in Karlsruhe-Grünwettersbach hat große Pläne

Vom Zivi zum Heimleiter: Die Karriere von Alexander Huwer ist speziell. Das von ihm geführte Pflegeheim im Karlsruher Stadtteil Grünwettersbach ist es auch.

Der Hausherr: Alexander Huwer ist Leiter der Seniorenresidenz am Wetterbach. Seine Berufung fand er als Zivi in einem Pflegeheim. Foto: Jörg Donecker

Irgendetwas mit Geschichte oder Wirtschaft: Einen vagen Berufswunsch hatte Alexander Huwer, als er seinen Zivildienst im damaligen Seniorenzentrum im Klosterweg startete. Er fand dort seine Berufung. „Ich habe gleich eine Ausbildung zum Pfleger angeschlossen“, sagt der Mann, der heute 36 Jahre alt und Leiter der Seniorenresidenz am Wetterbach ist.

Eine nicht ganz alltägliche Karriere - und zudem eine besondere Einrichtung: Mit gerade mal 30 Plätzen zählt das von der Heimstiftung Karlsruhe betriebene Pflegeheim zu den kleinsten in der Stadt.

„Bei uns geht es sehr familiär zu“, sagt Huwer über das Haus am Rande von Grünwettersbach. „Es kommt vor, dass Bewohner früher die Babysitter ihrer heutigen Pflegekräfte waren“, erzählt der Heimleiter. Viele Senioren kennen sich seit Ewigkeiten. Und kommt jemand in Kurzzeitpflege, weil die Angehörige in Urlaub fahren, sei das Hallo oft groß.

Bewohner bekommen viel Besuch

„Die meisten Bewohner kommen aus den Höhenstadtteilen“, erläutert der Heimleiter. Für Familien bedeutet das oft kurze Wege. „Einige bekommen jeden Tag von den selben Menschen Besuch“, sagt Huwer. „Vielleicht kommt das auch in größeren Einrichtungen vor, bei uns fällt es eben auf.“ Egal ob etwas gut oder schlecht laufe im Heim: Das sei immer Thema im Ort beim Einkaufen. „Hier ist alles sehr direkt“, sagt Huwer und lacht.

Das kleine Haus hat also Vor-, aber auch Nachteile. Die personelle Organisation ist nicht immer einfach. 22 Mitarbeiter gehören aktuell zum Team, nicht alle arbeiten Vollzeit. Die Seniorenresidenz verfügt nicht nur über Einzel-, sondern auch über einige Doppelzimmer. „Sonst hätten wir nur 22 Plätze, das wäre dann nicht mehr wirtschaftlich zu machen“, erläutert der Heimleiter.

Neue Angebote in den Karlsruher Höhenstadtteilen

„Als das Haus 2009 an den Start ging, dachte man, dass 30 Plätze für die Höhenstadtteile reichen“, sagt Viola Tietze, die Pressesprecherin der Heimstiftung. Inzwischen schätzt Karlsruhe die Lage anders ein - und die Heimstiftung als gemeinnützige Stiftung legt nach.

Unter der Überschrift Dorfblüten wird das Angebot ausgebaut. In Wolfartsweier soll es eine ambulant betreute Wohngruppe für zwölf Menschen geben, die einen Pflegegrad haben. Geplant ist der Spatenstich im Herbst 2021. Die Eröffnung soll im Herbst 2022 stattfinden. Und in Stupferich baut man ein neues Pflegeheim mit 60 Plätzen. Stand heute ist der Spatenstich 2024 oder 2025.

Das sind einzelne Blätter, die zusammen eine Blüte bilden.
Alexander Huwer, Leiter der Seniorenresidenz

Die beiden neuen Bausteine bilden dann eine Einheit mit der Seniorenresidenz am Wetterbach. „Das sind einzelne Blätter, die zusammen eine Blüte bilden“, sagt Huwer, der Leiter der Einheit wird.

Die Heimstiftung ist nicht nur in den Höhenstadtteilen aktiv. In der Oststadt betreibt sie das Haus „Pflege und Wohnen Alte Mälzerei“ mit 100 Pflegeplätzen und 15 barrierefreien, größtenteils rollstuhlgerechten Wohnungen für Betreutes Wohnen mit Wohnberechtigungsschein. Und in Durlach gibt es 149 Pflegeplätze im Seniorenzentrum Parkschlössle.

Heimstiftung mit Ausstellung bis 13. August

Die Heimstiftung Karlsruhe ist auch aktiv in der Kinder- und Jugendhilfe und unterstützt obdachlose Menschen in Lebenskrisen. Ihre Geschichte und Angebote präsentiert die Heimstiftung aktuell im Regierungspräsidium am Rondellplatz in der Ausstellung „25 Jahre. Wir zusammen“.

Die Schau ist bis 13. August zu sehen und montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen gibt es donnerstags und freitags um 17 Uhr. Ausnahmsweise kann die Präsentation auch am Samstag, 31. Juli, von 11 bis 18 Uhr besucht werden, um 11 und 14 Uhr gibt es Familienführungen. Der Eintritt ist frei.

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