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Arbeitsgemeinschaft Kultursommer 2021

Veranstalter in der Region fordern Perspektiven für einen Kultur-Restart

Die Strategie heißt „NASA“. Das klingt nach Raketenstart. Doch die Veranstalter und Unternehmer aus der Kulturbranche in der Region wollen den Kultur-Restart behutsam angehen.

Das Fest Citymobil ist wieder unterwegs in Karlsruhe: Mit kleineren Veranstaltungen wie dieser mit dem Duo Lary & Ary will die AG Kultursommer 2021 behutsam starten - das Ziel sind aber weitaus größere Dimensionen. Foto: Sven Varsek

Die Abkürzung steht für Nachhaltigkeit, Aufmerksamkeit, Sicherheit und Auftakt. „Es gilt, Vertrauen in der Gesellschaft herzustellen“, sagt Sven Varsek von der Karlsruhe Marketing und Event GmbH. Das will man mithilfe der Landespolitik schaffen und hat sich deshalb zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die nun in einer Podiumsrunde ihr Vorhaben vorstellte.

Denn die Temperaturen steigen, die Inzidenzzahlen fallen. Aber wie geht es für die regionale Veranstaltungs- und Kulturbranche weiter? „Das Notwendige möglich machen!“ So lautet die Antwort der AG Kultursommer 2021, die damit auf den Titel der Regierungserklärung vom 19. Mai 2021 anspielt.

Unter diesem Motto stellt der Zusammenschluss aus Unternehmern und Veranstaltern der freien Veranstaltungs- und Kulturwirtschaft nun Forderungen an die Landespolitik, damit diese das Notwendige möglich macht.

Veranstalter haben Sorge vor höheren Corona-Zahlen im Herbst

„Die Haltbarkeit der Verordnungen ist geringer als die von Frischfisch im Sommer“, sagt Gerd Hager, Verbandsdirektor der Kulturregion Karlsruhe, und spricht damit das Grundproblem der Veranstalter an. „Wir brauchen von der Politik klare und verlässliche Rahmenbedingungen“, nennt Jens Dietrich, Geschäftsführer Rantastic Livebühnen und Eventlocations Baden-Baden, einen Punkt des Positionspapiers.

Denn die Veranstalter wollen, dass dieser Auftakt der letzte Auftakt ist. Schließlich treibt sie alle die Sorge um, im Herbst wieder schließen zu müssen.

Britta Velhagen kann sich noch gut erinnern, wie Besucher und Künstler reagierten, als das Tollhaus Ende Oktober 2020 nach kurzer Spielzeit wegen des Lockdowns wieder die Türen schloss: „,Warum müsst ihr wieder schließen? Wir haben uns bei euch wohlgefühlt‘, haben sie gesagt.“

Doch was muss man aufstellen, damit man nicht wieder schließen muss? Und wie können bestuhlte und unbestuhlte Veranstaltungen in größerem Ausmaß durchgeführt werden? Diese Fragen trieben Velhagen um. Sie sieht die Lösung in Pilotprojekten. „Der Europapark Rust wird für Freizeitparks künftig als Modell dienen, das wollen wir als Kulturzentren auch“, fordert sie.

Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Menschen sind das Ziel

Eine Dauerlocation will der Initiator des Zusammenschlusses Michael Brombacher, Geschäftsführer des Technikdienstleisters Megaforce. Hier sollen sich Schule, Sport, Theater, Kunst, Ausstellungen und Konzerte miteinander abwechseln, um Leben in die Städte zu bringen.

Die Veranstalter haben sich vorgenommen, in großen Dimensionen zu denken. Gemeint sind Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen, also jenseits der höchstens erlaubten 500 im letzten Öffnungsschritt der Landesregierung. „Da wollen wir wieder hin“, sagt Gerd Gruss, Geschäftsführer von Crystal Sound, mit Blick auf die Leinwandprojektion hinter der Podiumsrunde: hunderte Menschen vor der Hauptbühne auf dem Mount Klotz bei „Das Fest“ – ein eindrucksvolles Bild.

Dieses Jahr wird wie schon 2020 „Das Fest“ nur als Citymobil unterwegs sein. „Es kann nur zusammen funktionieren“, ist sich „Das Fest“-Projektmanager Sven Varsek sicher. Deshalb wird die AG unterstützt von der Kulturregion Karlsruhe, die als Vermittlerin zur Politik fungiert. Gemeinsam hat man den Brief mit den Forderungen an Ministerin Theresia Bauer geschrieben. „Wir sind nun gespannt, wie die Politik darauf reagiert“, sagt Gerd Hager.

Überstürzen wollen sie jedoch nichts – Stichwort „N“ wie Nachhaltigkeit. Die Veranstalter hoffen, dass eine mediale Unterstützung durch die Pressestellen des Landes das Vertrauen in der Bevölkerung stärkt und die Zuschauer dafür sensibilisiert, dass Veranstalter wie Künstler nach langer Pause ausreichend Vorlaufzeit brauchen, um wieder starten zu können – Stichwort „A“ wie Aufmerksamkeit. „S“ wie Sicherheit stehe dabei über allem, denn Besucher wie Ämter sollen sich damit wohlfühlen.

Nur dann steht einem „A“ wie Auftakt nichts mehr im Weg. Kultur-Regionalmanagerin Marta Schmidt sieht den ersten Schritt dahin als getan: „Dass man darüber spricht, ist der Anfang“.

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