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Flusspferd bekommt die „Pille”

Im Karlsruher Zoo ist Verhütung oft Männchensache

Manche Tiere im Karlsruher Zoo dürfen sich vermehren, wie sie möchten. Anderswo steuern Tierpfleger die Zucht mit Hormon-Implantaten oder Pillen.

Luchs, Känguru, Flusspferd, Affe und Ziege bekommen im Karlsruher Zoo ganz unterschiedliche Verhütungsmittel – oder auch gar keine. Foto: André Rösler

Ziegen kann man nie genug haben. Wenn im Karlsruher Zoo Ziegenbabys auf die Welt kommen, bleiben sie entweder im Gehege, gehen an andere Tierparks – oder sie werden zum Futter für andere Tiere der Nahrungskette. Die Tierpfleger im Stadtgarten lassen der Natur bei der Vermehrung im Ziegengehege jedenfalls freien Lauf.

Luchs und Affe bekommen Implantate

Das ist aber nicht bei allen Tierarten so, erklärt Zoosprecher Timo Deible: „Wir müssen immer schauen, ob eine Nachzucht sinnvoll ist, weil man die Tiere ja auch unterbringen muss.“ Deswegen setzen die Pfleger bei vielen Tieren Verhütungsmittel ein. Der Klassiker sind Hormon-Implantate, wie man sie auch vom Menschen kennt.

Der Unterschied: „Im Tierreich wird die Verhütung oft beim Männchen gemacht, da wirken die Hormone besser“, so Deible. Zum Beispiel hätten Luchs- und Affenmännchen in Karlsruhe solche Implantate, die eine ungeplante Vermehrung verhindern.

Die Pille sieht aus wie ein Kohlebrikett

In anderer Form bekommen Flusspferde ihre Hormone serviert: Wie ein Holzbrikett sieht das „Leckerli“ aus, das Flusspferd-Frau Kathy täglich futtert. In der Hülle aus Pflanzenfasern ist eine Hormon-Pille versteckt, die Kathy pur niemals schlucken würde. „In der Brikett-Form wird sie vom Tier gern genommen“, sagt Zoosprecher Deible.

Bevor sie mit Jungtier Halloween (links) trächtig wurde, bekam Flusspferd Kathy (rechts) die Pille. Foto: Zoo Karlsruhe/dpa

Nachdem die Pfleger Kathys Pille abgesetzt hatten, hatte es nicht lange gedauert, bis sie trächtig geworden war. Ihr erstes Baby starb aber Anfang 2019 im Alter von nur zwei Tagen . Kurz darauf klappte es jedoch erneut, im Oktober brachte Kathy das gesunde Flusspferd-Baby Halloween zur Welt . Mittlerweile bekommt Kathy die Pille laut Zoo-Sprecher Deible wieder täglich.

Oft werden die Hormone niedriger dosiert als beim Menschen.
Timo Deible, Zoosprecher

Die Flusspferde seien darauf trainiert, an den Gehegerand zu kommen, Leckerlis anzunehmen und sich in den Mund fassen zu lassen. Nebenwirkungen, die der Pille für Menschen nachgesagt werden, seien bei den Flusspferden nicht bekannt: „Oft werden die Hormone auch niedriger dosiert als beim Menschen.“

Drastische Maßnahme bei Känguru Frank

Nicht bei allen Tieren ist eine hormonelle Verhütung aber die geeignetste Maßnahme. Prominentes Beispiel für eine andere Methode ist Känguru Frank: Dem Patentier von Moderator Frank Elstner wurden kurzerhand die Hoden abgenommen.

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