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Analyse wird präsentiert

Versorgung in Gefahr: Lage bei Hausärzten in Karlsruhe wird schwieriger

Auch in einer Großstadt wie Karlsruhe wird es in den kommenden Jahren zu wenig Hausärzte geben. Der Grund: Nachwuchsmangel. Zu diesem Schluss kommt eine Studie.

Zum Themendienst-Bericht vom 20. Juli 2020: Die chronische Lungenerkrankung COPD ist nicht heilbar. Atemnot, Husten und Auswurf sind die wichtigsten Symptome.
Nachwuchssorgen: Schon jetzt sind in Karlsruhe einige Hausarztstellen nicht besetzt. Foto: Christin Klose/dpa

Die Versorgung mit Hausärzten in Karlsruhe wird sich in den kommenden Jahren nach Untersuchungen der Stadtverwaltung deutlich verschlechtern. Eine entsprechende Analyse nahm der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit zur Kenntnis. Die Handlungsmöglichkeiten von Stadt und Kommunalpolitik, die Lage zu verbessern, sind gering.

In den kommenden Jahren werden rund 35 Prozent der Hausärzte in Karlsruhe 60 Jahre und älter sein. Mit der Folge, dass sie aus dem Beruf ausscheiden werden.

Zu wenig Nachwuchs steht aber bereit, um die Lücken füllen zu können. Und: während die Innenstadt-Bereiche oder Durlach noch besser versorgt werden können, ist das in den Randlangen zum Teil heute schon nicht mehr der Fall. Nur 239 von möglichen 287 Hausarzt-Positionen sind besetzt – Tendenz fallend.

Stadt Karlsruhe kann nur bedingt helfen

Während für die Gewinnung von Ärztenachwuchs die Kassenärztliche Vereinigung verantwortlich ist, könnte die Stadt im baulichen Bereich unterstützen – etwa durch Grundstücke, auf denen Ärztehäuser in Stadtteilen entstehen könnten.

Aber: Bei der Stadt gibt es bisher keine richtige Zuordnung, wer sich darum kümmern soll. Im offiziell zuständigen Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt könne das mit dem vorhandenen Personal nicht geleistet werden, heißt es in der Vorlage.

Amtsleiter Norbert Hacker ergänzte in der Ausschuss-Sitzung, man müsse sich in der Verwaltung bei diesem Thema grundlegend strukturelle Gedanken machen. Bürgermeisterin Bettina Lisbach (Grüne) sagte, das Thema müsse angesichts der Personallage bisher „so nebenher laufen“. Die Stadt plant nun ein internes Koordinationstreffen mit verschiedenen Ämtern.

Beispiel: Wie sieht es in Oberreut aus?

Ein Beispiel aus Oberreut zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit wäre. Dort ist schon eine deutlich schlechtere Versorgung mit Ärzten Realität.

Ein realistisch erscheinender Bau eines Ärztehauses durch einen Investor auf einem Grundstück der Stadt kam jedoch nicht zustande. Der Grund: das Areal gilt als Gewerbefläche. Das Liegenschaftsamt lehnte den Bau ab.

Beschlossen hat der Ausschuss den Beitritt überdies der Stadt Karlsruhe zum „Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Region Karlsruhe“, der vom Landkreis koordiniert wird. Er dient zur Nachwuchsgewinnung von Hausärzten.

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