Skip to main content

Kein 3G-Nachweis für Gäste

Bei der Vesperkirche gibt es nicht nur ein warmes Mittagessen zum Mitnehmen

Die Organisatoren der Vesperkirche Karlsruhe helfen Bedürftigen trotz der Pandemie. Am 9. Januar beginnt die zweite Corona-Auflage des Hilfsangebots. Von Normalität ist man allerdings noch weit entfernt.

Der Nächste bitte: In der Karlsruher Vesperkirche – hier ein Bild von Anfang 2021 – wird das Essen auch im kommenden Jahr an Weihnachtsmarkthütten an die Bedürftigen verteilt. Foto: Jörg Donecker

Auch im zweiten Corona-Winter findet die Vesperkirche Karlsruhe überwiegend unter freiem Himmel statt. Vom 9. Januar bis zum 6. Februar 2022 erhalten Bedürftige im Innenhof der Johannis-Paulus-Gemeinde in der Karlsruher Südstadt wieder ein warmes Essen zum Mitnehmen sowie seelischen Beistand für die Bewältigung des Alltags.

„Wir lassen hilfsbedürftige Menschen auch während einer Pandemie nicht alleine“, betont Pfarrerin Lara Pflaumbaum bei der Präsentation des aktuellen Konzepts. Wie sehr die Menschen gerade in schwierigen Zeiten Trost und etwas Zuwendung brauchen, habe sich schließlich bei der ersten Straßen-Vesperkirche Anfang 2021 gezeigt.

Rund 400 Mittagessen pro Tag wurden in den vier Wochen der Vesperkirche an den Hütten im Kirchenhof verteilt, ungefähr genauso viele wie bei den vorhergegangenen Präsenzveranstaltungen im Kirchenschiff. „Und die Dankbarkeit war fast größer als sonst“, so Pfaumbaum. „Die Leute haben schließlich gemerkt, dass unser Engagement nicht selbstverständlich ist.“

Gäste brauchen keinen 3G-Nachweis

Abstriche vom Vor-Pandemie-Konzept müssen die Organisatoren der Vesperkirche jedoch auch bei der neunten Auflage des karitativen Angebots machen. Essen und Heißgetränke werden wie 2021 nur an Hütten im Freien verteilt. Mitarbeiter müssen entweder geimpft oder genesen sein, für die Gäste gilt eine Maskenpflicht. „Die Forderung nach einem 3G-Nachweis hätte manche unserer Stammgäste abgeschreckt. Aber wir wollen niemanden ausschließen und deshalb müssen Maske und Abstand genügen“, so Pflaumbaum.

Wir lassen hilfsbedürftige Menschen auch während einer Pandemie nicht alleine.
Lara Pflaumbaum, Pfarrerin

Außerdem hätten sich die regelmäßigen Vesperkirchen-Besucher bereits bei der ersten Corona-Auflage sehr verständnisvoll und kooperativ gezeigt und die Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Infektionen eingehalten.

Entzerrung der Besucherströme

Wie Anfang 2021 werden zur Entzerrung der Besucherströme auch wieder jeweils 50 Mittagessen täglich in der Obdachlosen-Einrichtung „Die Tür“ in der Kriegsstraße und im Trinkerraum „A3“, der bis dahin von der Schützenstraße ins neue Domizil in der Ettlinger Straße umgezogen sein soll, verteilt.

Ausgebaut wurde bereits die Kleiderkammer in der Kirche, geplant sind Sprechstunden von Tierärzten, Allgemeinmedizinern sowie regelmäßige Andachten am Freitagvormittag vor der Kirche. Verzichten müssen die Vesperkirchen-Besucher einmal mehr auf das gemütliche Beisammensein in der Kirche mit einem bunten kulturellen Angebot. „Bei Gottesdiensten wird die Kirche aber trotzdem offen sein“, sagt Pflaumbaum.

Neues Organisationsteam bei der Vesperkirche

Neu zusammengestellt ist auch das Organisationsteam der Vesperkirche. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Ehrenamts-Koordinators Dieter Eger kümmern sich nun Bruno Wenz und Christine Hansen um die Einteilung der freiwilligen Helfer und die Organisation der Dienste. Man habe mittlerweile „echte Unternehmensstrukturen“ und müsse die Arbeit deshalb langfristig und konzeptionell auf mehrere Schultern verteilen, so Pflaumbaum.

Info

Informationen zur Vesperkirche Karlsruhe und ein Anmeldeformular für freiwillige Helfer gibt es unter vesperkirche-karlsruhe.de.

Gesucht werden für die neunte Vesperkirche Karlsruhe noch ehrenamtliche Mitarbeiter, Bewerbungen sind noch bis Freitag, 29. Oktober, über das Kontaktformular auf der Internetseite www.vesperkirche-karlsruhe.de möglich. Außerdem freuen sich die Organisatoren über Geld- und Maskenspenden. Was im Gegensatz zu vergangenen Jahren auf keinen Fall benötigt wird, sind die traditionellen Kuchenspenden. „Anfang 2021 standen immer wieder Leute mit selbstgebackenen Kuchen vor der Tür“, so Pflaumbaum. „Und es tut uns in der Seele weh, wenn wir sie wieder wegschicken müssen.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang