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Lebensgefährliche Aktion

Video geht viral: Junge Frau fährt bei Karlsruhe mit einem E-Scooter über die Autobahn

Die beiden jungen Männer im Auto sind belustigt, als sie auf der A5 bei Karlsruhe eine junge Frau auf einem E-Scooter filmen. Die Polizei spricht hingegen von einer lebensgefährlichen Situation. Das kurze Video geht viral, wirft aber viele Fragen auf.

Absicht oder Versehen? Vermutlich war die Frau mit ihrem E-Roller – hier ein Symbolbild – von der Durlacher Allee aus auf die Autobahn gelangt.
Absicht oder Versehen? Vermutlich war die Frau mit ihrem E-Roller – hier ein Symbolbild – von der Durlacher Allee aus auf die Autobahn gelangt. Foto: Christoph Soeder/dpa

Der Blick der jungen Frau ist starr nach vorn gerichtet. Sie steuert ihren E-Scooter direkt neben der Leitplanke über die A5, links rauschen Autos und Lkw vorbei.

So ist es auf einem kurzen Videoclip zu sehen, der aktuell über den Kurznachrichtendienst Whatsapp verbreitet wird und der auch bei Facebook aufgetaucht ist. Ob das Video echt ist, könne man nicht beurteilen, sagt ein Sprecher der Polizei. Er spricht von einer „lebensgefährlichen“ Aktion.

Wo die junge Frau fährt, lässt sich in dem zwölf Sekunden langen Video gut erkennen. Sie lenkt ihren E-Roller in Richtung Abfahrt Karlsruhe-Mitte, sprich in Richtung Südtangente. Vermutlich war sie von der Durlacher Allee aus auf die Autobahn gelangt. Viel mehr verrät das Video auf den ersten Blick allerdings nicht. Ob die Scooter-Fahrerin aus Versehen oder mit Absicht auf der A5 unterwegs war, bleibt völlig offen.

Aufgenommen wurde der Clip vermutlich im Lauf der vergangenen Woche. Im Netz aufgetaucht ist er spätestens am Vormittag des 21. Mai. Das ist den sogenannten Metadaten der Videodatei zu entnehmen. In der Aufnahme selbst findet sich allerdings ein Hinweis, dass sie mindestens einen Tag früher entstanden ist: Das Display im Auto zeigt die Zeit 12.56 Uhr.

E-Scooter-Fahrer auf A5 müssen laut Karlsruher Polizei mit Anzeige rechnen

Die charakteristische Farbe des Rollers weist auf den Verleiher „Tier“ hin. Normalerweise schränken diese Anbieter das Nutzungsgebiet ein. Das gilt allerdings nur für das Abstellen, heißt es auf Nachfrage.

Während der Fahrt sind externe Eingriffe und technische Beschränkungen verboten. Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung kämen leider vor, die Karlsruher Autobahnfahrt sei aber ein „krasser Einzelfall“, so ein „Tier“-Sprecher. In besonders schweren Fälle sperre das Unternehmen auch Nutzerinnen und Nutzer.

Man tue einiges, um Kunden zu einem „rücksichtsvollen“ und „umsichtigen“ Verhalten im Straßenverkehr anzuhalten. Doch auch Bußgelder seien eine wichtige Maßnahme, um „Fehlverhalten zu sanktionieren und Lerneffekte zu generieren“.

Die Polizei erfuhr erst durch Nachfrage unserer Redaktion von dem Vorfall. „Die Frau hatte großes Glück“, urteilt ein Sprecher. Möglicherweise trug auch die am Autobahnkreuz beginnende A5-Baustelle ihren Teil zum glimpflichen Verlauf bei, da sich der Verkehr bereits ein wenig staute.

Hätte die Polizei die junge Frau erwischt, hätte ihr eine Anzeige gedroht. Gleiches gilt allerdings für denjenigen, der die Szene aufgenommen hat. Die Perspektive verrät eindeutig, dass er zu dieser Zeit hinter dem Steuer saß.

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