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„Kauz-Gärtchen“

„Urban Gardening“ in Karlsruhe: Gartenbegeisterte beklagen Pflanzen-Diebstahl in der Waldstadt

Mit den „Kauz-Gärtchen“ sind vier Hochbeete in der Karlsruher Waldstadt entstanden. Doch immer wieder werden Gartengeräte und Pflanzen gestohlen.

Sonnenblumen als Begrüßung: Eines der vier Hochbeete im „Kauz-Gärtchen“ wird von Kindern gepflegt. Das Projekt wurde am Donnerstag offiziell eröffnet. Foto: Jörg Donecker

Auf einer Grünfläche beim Kinder- und Jugendzentrum nahe des Waldstadtzentrums stehen neuerdings vier Hochbeete. Sie nennen sich „Kauz-Gärtchen“, weil das Wappentier der Waldstadt der Kauz ist.

Denn die von einer derzeit sechsköpfigen Gärtnerinnen-Gruppe bepflanzten und gepflegten Beete gehen auf eine Initiative des Bürgervereins der Waldstadt zurück und gehören zum Projekt „Urban Gardening“, das die Stadt Karlsruhe im Rahmen des Korridorthemas „Meine Grüne Stadt“ unterstützt.

Die sechs gartenbegeisterten Frauen um Bürgervereins-Vorstandsmitglied Monika Seelmann haben die Hochbeete in den letzten Monaten aufgestellt und mit Unterstützung des Gartenbauamtes eingefüllt und bepflanzt. Bürgermeisterin Bettina Lisbach (Grüne) und der Vorsitzende des Bürgervereins, Hubert Keller, haben das Projekt nun offiziell eröffnet.

„Urban Gardening“ in der Waldstadt: Ein Beet wird von Kindern gepflegt

Als wolle sie die Offiziellen begrüßen, ist am Tag dieser Eröffnung die Blüte einer Dahlie aufgesprungen. Aus einem der Beete leuchten schon sehr hoch gewachsene Sonnenblumen. Es handelt sich dabei um das Kinderbeet, das kleine Kinder aus der Umgebung pflegen.

Sie haben die Samen der Sonnenblumen selbst gesteckt und strahlen jedes Mal, wenn sie zu „ihrem“ Beet kommen und sehen, wie es sich entwickelt. Aus einem anderen Hochbeet wachsen bereits Kürbispflanzen auf die umgebende Wiese hinaus. Aber das stört weder die Hobbygärtnerinnen noch Julia Werdermann vom Gartenbauamt. Sie betreut die Urban-Gardening-Gärten in Karlsruhe sowie die Baumpatenschaften und steht den Frauen mit Rat und Tat zur Seite.

Kaum waren die Hochbeete bepflanzt, verschwand schon ein Feigenbäumchen

Etwas Sorge bereitet den Frauen wie auch dem Bürgerverein, dass viele Dinge, die nicht niet- und nagelfest angebracht sind, immer wieder illegal neue „Besitzer“ finden. So ist gleich am ersten Tag ein Feigenbäumchen aus einem der Beete verschwunden. Sein Ersatz saß in einem Topf in dem Beet. Und war nach 36 Stunden ebenfalls verschwunden. Ebenso erging es mit einer Gießkanne.

Daher werden die Beete jetzt aus zwei großen Wasserbehältern gewässert. Von denen aber auch schon Hähne in falsche Hände geraten waren, weshalb sie nun vorsorglich immer abmontiert werden.

Lisbach hatte die Idee, Werkzeuge im Kinder- und Jugendzentrum zu deponieren. Von dort kommt auch das Wasser für die Fässer. Keller äußerste die Hoffnung, dass das Phänomen des Klauens bald kein Problem mehr darstellen werde. Zumal er wie Lisbach die soziale Bedeutung des Projekts betonte. Es sei lediglich vom Bürgerverein angestoßen und finanziell unterstützt worden. Aber die Macherinnen betrieben es in eigener Verantwortung und Engagement. Die Teilnahme ist weiterhin offen.

Wer mitmachen möchte, kann sich unter der Mailadresse urbangardening@bv-waldstadt.de beim Bürgerverein melden. Und dann könnte vielleicht bald ein weiteres Hochbeet nötig sein. Informationen über Urban Gardening in Karlsruhe gibt es auch auf der Webseite faechergaertner.de und über karlsruhe.de/urbangardening.

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