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Veränderte Öffnungszeiten

Selbstbedienung im Festzelt: Was die Energiekrise für die Karlsruher Herbstmess’ bedeutet

Die Karlsruher Herbstmess’ ist landesweit das letzte große Volksfest im Jahr. Besucher erwartet Licht und Glanz – aber auch manche Veränderung, die der aktuellen Krise geschuldet ist.

Mess-Aufbau, Foto: Kinderpradies / Ricardo Wagner
Der Aufbau läuft: Während auf dem Messplatz das Riesenrad schon steht, legt Ricardo Wagner noch Hand an beim Kinderkarussell. Foto: Jörg Donecker

Es ist wieder Rummelzeit: Am Freitag, 28. Oktober, startet auf dem Messplatz die Karlsruher Herbstmess’. Was Besucher wissen müssen, auch mit Blick auf die Preise, hat BNN-Redakteurin Tina Givoni zusammengestellt.

Wie groß fällt der Vergnügungspark aus?

Marktamtschef Armin Baumbusch kündigt knapp 90 Geschäfte an, darunter 23 Fahr- und Belustigungsbuden. Karlsruhe sei landesweit das letzte große Volksfest im Jahr, bevor dann die Weihnachtsmärkte locken. Auf dem Messplatz gibt es Klassiker wie das Riesenrad, Autoscooter und die „Wilde Maus“.

Nervenkitzel verspricht „Eclipse“: Dabei handelt es sich um eine über 50 Meter hohe Überkopfschaukel, die mit 90 Kilometern pro Stunde die Insassen rotieren lässt. Neu dabei ist das Fahrgeschäft „Aps Ski Party“: Die Besucher gehen in einem Haus durch verschiedene Stationen wie ein Spiegelkabinett oder eine Art Waschanlage.

Wann ist die Mess’ geöffnet?

Der Rummel läuft von Freitag, 28. Oktober, bis Montag, 7. November. Sonn- und feiertags ist um 12 Uhr Start. Ansonsten geht das Treiben von 14 bis 22 Uhr. Am Wochenende soll der Abschluss je nach Besucherandrang etwas flexibel gehandhabt werden, erklären die Verantwortlichen. Bisher waren die Buden bis 23 Uhr geöffnet. Um Energie zu sparen, ist jetzt eine Stunde früher Schluss. Baumbusch nennt das einen „sinnvollen Kompromiss“.

Ist in Zeiten der Energiekrise eine Mess’ aus Sicht der Stadt überhaupt sinnvoll?

Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) sagt: „Ich sehe es kritisch, wenn in der Energiekrise nichts mehr gehen soll.“ Gerade in schwierigen Zeiten brauche es auch positive Erlebnisse. Und die Mess’ werde von den Karlsruhern geliebt.

Susanne Filder als Vorsitzende der Karlsruher Schausteller betont, dass die meisten Schausteller schon vor Jahren auf LED umgestellt hätten. Für sie ist auch klar: „Die Mess´ lebt nach Einbruch der Dunkelheit von Licht und Glanz.“ Luczak-Schwarz blickt zurück: „Nach zwei Jahren Pandemie dachten wir, dass sich das Leben wieder normalisiert.“ Nun gebe es Krieg, Inflation und eine Energiekrise – was die Geschäftsleute und die Besucher treffe.

Stichwort Inflation und Energiekosten: Wird der Messbesuch teurer?

Zumindest an einigen Stellen müssen sich die Besucher auf höhere Preise einstellen. „Wir versuchen, die Preise familienfreundlich zu halten“, betont Filder. Sie verkauft Crêpes mit über 40 verschiedenen Füllungen. „Bei fünf Varianten habe ich um 50 Cent erhöht.“ Wer seinen Crêpe mit Käse und Schinken will, bezahle jetzt 4,50 statt bisher vier Euro.

Den gleichen Preissprung macht die Füllung mit Mozarella und Tomate. Marina Thelen vom Landesverband der Schausteller und Marktkaufleute verkauft heiße Maronen und Ballons. „Das Gas, die Maronen, die Papiertüten – es ist alles teurer geworden“, sagt die Geschäftsfrau. Für 100 Gramn Maronen nehme sie deshalb vier Euro statt bisher 3,50 Euro. „Um Familien entgegenzukommen, kosten aber 300 Gramm zehn Euro.“ Luftballons werde sie nur am Wochenende anbieten können. „Es gibt kein Helium auf dem Markt. Ich habe nur vier Flaschen bekommen, die müssen über die Mess´ reichen.“

Wie sieht es im Festzelt aus?

Festwirt Michael Ludwig sagt: „Wir haben die Preise vom Frühjahr gehalten.“ Die Maß Bier koste neun Euro. Doch auch er spart – am Service: „Es ist jetzt Selbstbedienung.“

An allen Ständen gelten zum Familientag am Donnerstag, 3. November, reduzierte Preise. Es gibt weitere Sonderprogrammpunkte: Am ersten Messtag ist am Freitag um 17 Uhr Fassanstich. Am Mittwoch, 2. November, findet ab 14 Uhr der Bunte Nachmittag für Senioren statt. Kinderschminken gibt es an beiden Sonntagen und am Feiertag 1. November von 13 bis 17 Uhr im Festzelt. Dort können Kinder die gesamte Mess´ über im Sandkasten buddeln und baggern. Zum Abschluss steigt am Montag, 7. November, um 20 Uhr das traditionelle Musikfeuerwerk.

Welche Anreise empfiehlt sich?

Die Haltestelle Tullastraße befindet sich direkt am Messplatz und wird von zahlreichen Linien des KVV angefahren. Eingerichtet werden auf dem Gelände Fahrradparkplätze.

Wer mit dem Auto kommt, kann auf dem südlichen Messplatz parken. An den Wochenenden und am Feiertag können nach Angaben der Stadt ebenso der EnBW-Parkplatz am Ostring sowie die Kundenparkplätze von Mann Mobilia und dem nahen Bauhaus von Besuchern des Rummels kostenfrei genutzt werden.

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