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Bundesverkehrsminister Scheuer begeistert

Startschuss für autonome Minibusse: Fahrerlos durch Weiherfeld-Dammerstock

Nach eineinhalb Jahren Forschungsarbeit beginnt in Weiherfeld-Dammerstock der Passagierbetrieb mit den autonomen EVA-Shuttles. Beim digitalen Startschuss war auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dabei - und ist begeistert vom Projekt.

Gute Fahrt: Bei den autonomen Minibussen in Weiherfeld-Dammerstock ist auch während des Passagierbetriebs immer ein Sicherheitsfahrer mit an Bord. Foto: Jörg Donecker

Eineinhalb Jahre lang haben Wissenschaftler des Forschungszentrums FZI an der Sensortechnik von drei autonomen Minibussen mit den klingenden Namen Ella, Vera und Anna getüftelt. In ungezählten Testfahrten auf dem Campus Ost des KIT und im Karlsruher Modellstadtteil Weiherfeld-Dammerstock wurde die innovative Technik den realen Bedingungen immer weiter angepasst.

Und obwohl es wegen der Corona-Pandemie bis zuletzt zu einigen Verzögerungen und Terminverschiebungen kam, sind die drei elektrisch betriebenen Pendelbusse des von FZI und dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) geleiteten Projekts EVA-Shuttle startklar.

Ab Donnerstag können Anwohner über die App EVA-Shuttle Termine für eine Fahrt mit einem der von einem Sicherheitsfahrer begleiteten autonomen Minibusse von der Wohnung zur Stadtbahnhaltestelle Dammerstock und zurück buchen.

„Zum ersten Mal wird ein Forschungsprojekt zum autonomen Fahren in den öffentlichen Nahverkehr eingebettet“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bei der virtuellen Pressekonferenz zum offiziellen Startschuss der Shuttles. Dadurch sei Karlsruhe nur wenige Wochen nach der Kür zur fahrradfreundlichsten Großstadt Deutschlands erneut ein Vorreiter bei der Mobilitätswende. „Hier können die Bürger die Faszination an der Innovation und der neuen Mobilität erleben“, so Scheuer. Nun wolle er noch ein Gesetz zum autonomen Fahren zur Verabschiedung bringen.

KVV würde am liebsten gleich loslegen

Mit der Beförderung der ersten Fahrgäste beginne nun das eigentliche Herzstück des Forschungsprojekts, betonte KVV-Geschäftsführer Alexander Pischon. „Es besteht die grandiose Chance, eine völlig neue Verkehrsform zu erproben und die Reaktion der Fahrgäste zu bewerten“, hofft Pischon auf eine rege Teilnahme.

Wenn die autonomen Shuttles von der Bevölkerung gut angenommen werden, können sie laut Pischon eine sinnvolle Ergänzung des KVV-Angebots in Wohngebieten werden. Am liebsten wolle er die Shuttles bereits morgen ohne Fahrer auf die Straße schicken, so Pischon weiter, aber höchstwahrscheinlich würden bis zur Klärung sämtlicher technischer und rechtlicher Fragen noch mehrere Jahre ins Land ziehen.

Sicherheit ist bei den autonomen Minibussen in Weiherfeld-Dammerstock oberstes Gebot

Mit der Entwicklung der EVA-Shuttles betraten die Wissenschaftler des Forschungszentrums Informatik (FZI) teilweise Neuland. Die sechssitzigen Busse des Herstellers Easymile fahren komplett selbstständig und können ihre Wege durch das Testgebiet frei wählen. „Das wird durch speziell entwickelte Algorithmen und eine Umfeld-Erkennung durch ein leistungsstarkes Sensorsystem möglich gemacht“, betont FZI-Direktor Marius Zöllner.

Die freie Fahrt durch den Stadtteil ist dabei wichtiger Bestandteil des Angebots: Die Shuttles fahren nämlich nicht wie bisherige Busse auf vorgegebenen Linien, sondern suchen die effizienteste Route aufgrund der vorliegenden Buchungen selbst aus. Dadurch können die Passagiere schnell und bequem von ihrer Wohnung zum gewünschten Zielort und wieder zurückgebracht werden.

Sicherheit ist für Zöllner bei der Entwicklung der Technik oberstes Gebot. Nach dem einzigen Unfall während des EVA-Projekts, dem Auffahren eines Shuttles auf ein parkendes Auto, wurden die Vorgaben für die Sicherheitsfahrer noch einmal komplett überarbeitet.

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