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Kirchgänger feiern pandemiegerecht

Die Weihnachtsgottesdienste in Karlsruhe sind am ersten Feiertag gut besucht

Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat am Vormittag des 25. Dezember im Kantaten-Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche am Marktplatz die Predigt gehalten. Auch in der katholischen Stadtkirche St. Stephan kamen viele Gläubige zusammen – dort ist aber der zweite Weihnachtsfeiertag traditionell bedeutsamer.

Auf Abstand: Beim Weihnachtsgottesdienst mit Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh in der evangelischen Stadtkirche Karlsruhe am Marktplatz sitzen die Gläubigen pandemiegerecht. Foto: Jörg Donecker

Weihnachtsgottesdienste mit Zugangsregelung: Das ist für viele Karlsruher Gläubige am 25. Dezember 2021 nach so vielen Monaten Pandemie-Erfahrung keine Hürde mehr. Sowohl in der katholischen Stadtkirche St. Stephan als auch zum Kantatengottesdienst mit Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh in der evangelischen Stadtkirche am Marktplatz erledigen die Gottesdienstbesucher gelassen die Registrierung.

Ordner sind bei Bedarf behilflich, in der evangelischen Stadtkirche auch bei der Platzwahl. Beide großen Kirchen in der Stadtmitte sind am Vormittag des ersten Weihnachtsfeiertags dem Abstandsgebot entsprechend gut besucht.

Unter dem großen Herrnhuter Stern am Ostrand des Marktplatzes hängt gut erhaltene, frisch gewaschene, warme Kleidung: ein halblanger Wollmantel, zwei Pullover und eine Jeansjacke.

Die Kleiderstange gehört zur Aktion „Wärme spenden“ der Vesperkirche. Innen im ziemlich warmen Kirchenschiff rutschen Nachzügler in die Bänke, der Chor singt schon „Jauchzet, frohlocket“ aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

Mit dem Frieden Christi heißt der Landesbischof die Gottesdienstbesucher in der evangelischen Stadtkirche Karlsruhe willkommen. Der 64-Jährige ist seit Juni 2014 im Amt und geht im März in den Ruhestand.

Der Abschiedsgottesdienst ist für den 10. April 2022 in Karlsruhe geplant. An der Spitze der Landeskirche wird dann erstmals eine Frau stehen: Erst vor wenigen Tagen wurde Heike Springhart, Pfarrerin in Pforzheim, zu Cornelius-Bundschuhs Nachfolgerin gewählt.

Jüngster Gottesdienstbesucher ist auch erst kürzlich geboren

Während der groß gewachsene, schlanke Landesbischof im schwarzen Festgewand vom Kind in der Krippe spricht, „geboren mitten hinein unser Zagen und Klagen“, wiegt ein Vater im Seitengang den jüngsten Gottesdienstbesucher im Tragetuch.

Die Gemeinde singt, mit Mund-Nasen-Schutz, gemeinsam „Fröhlich soll mein Herze springen“.

In seiner Predigt erinnert Cornelius-Bundschuh an die widrigen Umstände, wie sie die biblische Weihnachtsgeschichte beschreibt: „Da, wo das Stroh piekst und der Ochse beim Wiederkäuen schmatzt, da mitten hinein wird Jesus geboren.“ Joseph sorgt sich, Maria ist müde, Bethlehem von Menschen überfüllt, die dort fremd sind.

„Und die Mächtigen planen schon, wie sie die Liebe Gottes mit einem groß angelegten Kindermord wieder loswerden.“ Weihnachten rede die Not nicht schön, nähre aber das Vertrauen in Gottes Liebe.

In St. Stephan geht es auch dem neuen Pfarrer ums Ankommen

In der katholischen Stadtkirche St. Stephan hält Pfarrer Alexander Hafner die Predigt in der Heiligen Messe am Vormittag des ersten Weihnachtsfeiertags. Seit Mitte Oktober ist Hafner in Karlsruhe, in seiner Predigt widmet er sich dem Ankommen. „Weihnachten begegnet uns einer, der sich bei uns einleben will“, sagt er. Das setze Offenheit auf beiden Seiten voraus.

Im großen Rund des Kirchensaals sitzen die Katholiken, wo blasslilafarbene Streifen Sitzplätze auf Abstand markieren. Rechts neben den Tischen zur Registrierung steht ein großer Flechtkorb für Lebensmittelspenden zugunsten der Beiertheimer Tafel.

Das Liederheft „Weihnachten“ liegt aus. Aber statt der Gemeinde singt zu Beginn der Heiligen Messe eine für die Gläubigen unsichtbare Solistin. Ihr Gesang erfüllt die mächtige Kuppel.

Lassen verspätete Gläubige die östliche Seitentür per Knopfdruck automatisch aufschwingen, dringen Gesang und festlicher Orgelklang auch ins Freie und mischen sich dort mit dem volltönenden Klang des weihnachtlichen Glockengeläuts.

Festprediger kommt zum Patrozinium

Der größere Gottesdienst in der klassizistischen katholischen Kuppelkirche von Friedrich Weinbrenner am Kirchplatz St. Stephan findet traditionell am zweiten Weihnachtsfeiertag statt. Denn am 26. Dezember, am Stephanstag, feiert die Gemeinde das Patrozinium – diesmal coronabedingt ausschließlich mit angemeldeten Gläubigen. In der Heiligen Messe mit Hochamt aus diesem Anlass spricht als Gast Festprediger Bernd Hillebrand.

In der katholischen Seelsorgeeinheit Allerheiligen war für Christmetten und die Krippenfeiern für Familien am 24. Dezember eine Online-Anmeldung obligatorisch. In St. Stephan und in Herz Jesu waren an Heiligabend alle Plätze im voraus vergeben.

In anderen katholischen Kirchen in der Stadt, von St. Konrad in der Nordweststadt bis zu Unserer Lieben Frau in der Südstadt, konnten Gläubige vor Ort probieren, noch einen Platz zu bekommen. Zu den katholischen Gottesdiensten am ersten Weihnachtsfeiertag hingegen gab es keine Anmeldepflicht.

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