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Innenstadt wird zur Oase der Erholung

Wo Karlsruher in der Stadt ihre Mittagspause genießen können

Die Karlsruher Innenstadt bietet einige Orte, an denen es sich in der Mittagshitze entspannen lässt. Wir haben Menschen nach ihren Lieblingsplätzen gefragt.

Bei der Kirche St. Stephan wird mittags die Rasenfläche zur Picknickwiese. Foto: Jörg Donecker

Von Monika John

Mittagspause in der City. Raus aus dem Büro, ein idyllisches Plätzchen im Schatten gesucht und die Seele baumeln lassen. Für Angelika und Michelle ist es das Größte. Dafür haben sie sich die Stufen der katholischen Kirche St. Stephan ausgesucht.

Mit Blick in Richtung des Restaurants „Alte Bank“ genießen sie ihr Vesper, diskutieren unter anderem über Corona und die zweite Welle - ob sie denn kommt oder ob man sie verhindern kann. Die beiden Kauffrauen für Büromanagement lieben es, dem Treiben auf dem Kirchplatz zuzuschauen.

„Leute gucken ist immer interessant“, sagt ein paar Schritte weiter eine ältere Dame mit schickem Sonnenhut. Sie überlegt noch, ob sie sich einen Salat beim Italiener gönnen soll oder vielleicht doch lieber eine Tasse Kaffee und ein Stück Zwetschgenkuchen.

Nach einigen Besorgungen auf der Kaiserstraße habe sie eine Pause mit Verwöhnprogramm verdient, meint sie. Derweil füllen sich im Café Maxi Milian die Tische. Milchkaffee scheint zu den beliebtesten Getränken zu gehören.

Manch ein Karlsruher macht sogar Sport in der Mittagspause

Nebenan bei Italy-Italy duftet es nach Pizza, Stimmengewirr und Lachen wehen herüber. Auf dem Spielplatz und beim Wassertisch gegenüber bewachen einige junge Mütter ihren fröhlichen Nachwuchs beim Rumtoben.

Weiter geht es vorbei an den vielen abgestellten Rädern auf die Herrenstraße. Hier ist ein munteres Miteinander von Radfahrern, Fußgängern und Menschen auf E-Rollern zu beobachten.

Danach ist man fit wie ein Turnschuh.
Ein Karlsruher vor dem Kieser-Training

Dazwischen eilt mit großen Schritten ein Herr im hellbraunen Anzug mit dick gefüllter Sporttasche in Richtung Kieser Training. Sport in der Mittagspause? „Ja, das bietet sich an“, antwortet er, „danach ist man fit wie ein Turnschuh.“

Ein Blick auf den Außenbereich der „Alten Bank“ zeigt: Es brummt wieder. Die Menschen haben nach der langen Zeit der Entbehrung durch Corona offensichtlich einen gewaltigen Nachholbedarf. Die Tische stehen in gebührendem Abstand, und wer zur Toilette über die Straße ins Lokal geht, trägt Maske. Und zwar richtig - über Mund und Nase gezogen.

„Vorbildlich machen wir das“, brummt ein Mann hinter seinem Mundschutz hervor: „Wir wollen gesund bleiben.“ Andere, die sich an den Tischen verabschieden, wünschen vor allem Gesundheit. „Bleib gsund“, heißt es da auf gut Badisch.

Ein ruhiges Plätzchen findet sich in der Badischen Landesbibliothek

Weiter geht es an den vielen Handwerker-Fahrzeugen vorbei, die vor der Badischen Landesbibliothek (BLB) parken, durch das Tor des Wissens in den Innenhof. Die Ruhe hier fällt auf. Einige Besucher beschäftigen sich im Schatten, auf den Holzhockern sitzend, mit ihrem Laptop, andere lesen, befragen ihr Handy oder unterhalten sich leise.

Entspannung: Gesundheits- und Krankenpfleger Pavel liest im Innenhof der BLB sitzend. Foto: Jörg Donecker

Harry Walter ist hier mit seinen Hunden unterwegs. Dilaila und Tiffany suchen den Schatten und das kühle Gras und sind überhaupt nicht begeistert, als Harry den Heimgang in den Friseursalon ankündigt. Beide lassen sich sehr bitten. Lili, Abiturientin am Thomas-Mann Gymnasium, sitzt hier im BLB-Hof in Wartestellung, weil die Bibliothek individuelle Rechercheberatung fürs mündliche Abitur anbietet.

Sie braucht fürs Geschichts-Abi Literatur über Straßenkämpfe in der Weimarer Republik. „Meine Bücher werden gleich gebracht“ ist sie sicher. Corona macht es den Abiturienten nicht gerade leicht. Lili hofft, dass ihr die Vorbereitungszeit reicht.

Durch das Tor des Wissens geht der Spaziergang am Labyrinth vorbei zur Rundbank beim Kirchenfenster. Einige Damen lassen es sich hier im Schatten der Linde gut gehen. Sie genießen Köstlichkeiten, die sie sich von zu Hause mitgebracht haben. Und sie halten Abstand.

Auf dem Friedrichsplatz rauscht der Brunnen

Beim Ständehaus klingt beruhigend das Plätschern des Brunnens herüber, auf dem Friedrichsplatz ,vor der Handwerkskammer, empfangt das mächtige Rauschen des Fontänenbrunnens. Auf den Bänken um den Brunnen, dort wo im Frühling meist das Brigandefeschd lockt, hört man Gespräche in allen möglichen Sprachen.

Etwas weiter im Schatten haben sich einige lesende Herren niedergelassen. Einer schmökert in einer Reisebeschreibung über Asien. Ein anderer hat sich in einen spannenden Krimi verbissen, schaut nicht auf.

Der Herr aus Freudenstadt, der immer mal wieder gerne nach Karlsruhe kommt, macht sich Gedanken darüber, ob seine Fahrt mit der Bahn weiterhin so unproblematisch bleiben wird. Auch er macht Mittagspause in der City.

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