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Bestürzung nach Tod des Reporters

Wolf-Dieter Poschmann ist tot: „Die Stimme des Indoor Meetings“ in Karlsruhe ist verstummt

Wolf-Dieter Poschmann war „die Stimme des Indoor Meetings“ in Karlsruhe. Über viele Jahre moderierte der ZDF-Reporter die Leichtathletik-Sportfeste in Europa- und Messehalle. Jetzt starb der frühere ZDF-Sportchef nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren.

Erfolgsgespann: Moderator Wolf-Dieter Poschmann (rechts) und Manager Alain Blondel beim Karlsruher Indoor Meeting 2012 in der Europahalle. Foto: imago sportfotodienst imago sportfotodienst

Der Gedanke der Veranstalter des traditionsreichen Karlsruher Leichtathletik-Meetings war naheliegend: Wenn am kommenden Samstag auf dem Marktplatz als Ergänzung zum Hallen-Sportfest erstmals „Karlsruhe fliegt“ stattfindet, dann hätte auch die Moderation der Freiluft-Wettbewerbe im Stabhochsprung der Frauen und im Weitsprung der Männer gleich sein sollen wie seit Ewigkeiten unterm Dach. Also haben die Karlsruher unlängst bei Wolf-Dieter Poschmann angefragt, doch der bekannte Fernseh-Journalist sagte aus gesundheitlichen Gründen ab.

„Die Stimme des Indoor Meetings“, wie Event-Direktor Martin Wacker Poschmann genannt hat, ist wenige Tage nach der Kontaktaufnahme für immer verstummt. Wie das ZDF am Montag mitteilte, ist der ehemalige Sportchef und Chefreporter des Senders am Freitag in Mainz nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren gestorben.

„Über 30 Jahre war er eines der prägenden Gesichter und eine der einprägsamen Stimmen vieler Sportsendungen im Zweiten“, würdigte ZDF-Chefredakteur Peter Frey den Leichtathletik-Experten. Poschmann, der auch viele Male die Gala zum „Sportler des Jahres“ in Baden-Baden moderierte, galt als durchaus kritischer Journalist.

Karlsruher Meeting-Macher „schockiert“

„Wir sind absolut schockiert von der Nachricht“, sagte Wacker, der Poschmann als „Teil der Meeting-Familie“ bezeichnete. Poschmann sei „zumindest gefühlt bei allen 36 Meetings dabei gewesen.“ Athletenmanager Alain Blondel, für den Poschmann auch ein Mentor in Sachen Medien war, sagte: „Ich habe sehr viel von Poschi gelernt. Ich habe einen Freund verloren.“ Besonders beeindruckend fand Blondel neben der fachlichen Kompetenz des ehemaligen Langstreckenläufers dessen positive Einstellung: „Es gab für ihn immer einen Grund, gut gelaunt zu sein, auch wenn es Schwierigkeiten auszuräumen galt.“

Zum ZDF kam der gebürtige Kölner 1986 über eine Hospitanz und wurde anschließend freier Mitarbeiter in der Hauptredaktion Sport, die er von 1995 bis 2005 leitete. Den Posten musste er 2005 abgeben, offiziell wegen der notwendigen Trennung von administrativen und journalistischen Aufgaben. Bekannt wurde Poschmann vor allem als Moderator des „Aktuellen Sportstudios“. Von 1994 bis 2011 führte der ehemalige Langstrecken-Läufer, der 1973 deutscher Vizemeister im Marathon wurde, 230-mal durch den TV-Klassiker.

Nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio schied er beim ZDF aus, aber der Leichtathletik blieb er als Moderator treu. So wie Ende Januar ein letztes Mal beim Indoor Meeting in der Europahalle. Am Samstag soll Poschmann in Karlsruhe gewürdigt werden.

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