Skip to main content

Wahl durch Gemeinderat

ZKM-Sprecherin Dominika Szope wird Leiterin des Kulturamts Karlsruhe

Die Nachfolgerin der Karlsruher Kulturamtsleiterin Susanne Asche steht fest: Mit Dominika Szope übernimmt eine gut in der regionalen Szene vernetzte Fachfrau das Amt.

Neue Kulturamtsleiterin der Stadt Karlsruhe wird Dominika Szope. Seit 2011 leitet die Kunstwissenschaftlerin am ZKM die Abteilung Kommunikation und Marketing. Foto: Felix Grünschloß

Neue Leiterin des Karlsruher Kulturamts wird die derzeit am ZKM beschäftigte Kunstwissenschaftlerin Dominika Szope (45). Wie die Stadt Karlsruhe mitteilte, hat der Gemeinderat sie im nichtöffentlichen Teil der Plenarsitzung am 28. Juli auf diesen Posten gewählt. Szope tritt damit die Nachfolge von Susanne Asche an, die Ende August in den Ruhestand geht.

Dominika Szope leitet seit 2011 die Abteilung Kommunikation und Marketing am Zentrum für Kunst und Medien (ZKM). Sie war in dieser Zeit in zahlreiche Projekte wie Ausstellungen, Veranstaltungen sowie Vermittlung und Forschung verantwortlich eingebunden und daher mit Akteuren aus der Kultur, den Hochschulen, zahlreichen Initiativen, aber auch der lokalen Politik und Wirtschaft in Austausch, so die Mitteilung.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Themen

In einem ersten Gespräch mit den BNN nach ihrer Wahl sagte Szope, die Bereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit als große Themen der Gegenwart weiter befördern zu wollen. Ein Thema sei zudem die Erschließung bislang kulturferner Bevölkerungsgruppen, erklärte Szope mit Verweis auf die Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts und des Berenberg-Instituts.

In diesem 2018 vorgenommenen Ranking von 30 großen deutschen Städten lag Karlsruhe angesichts eines sehr vielfältigen und reichhaltigen Angebots bei der Kulturproduktion auf Platz 5, bei der Rezeption – also der Kulturnutzung – aber „nur“ auf Platz 10. „Die Karlsruher Kultur hat hier keine Defizite“, betonte Szope. „Die Herausforderung der Zukunft besteht aber darin, in einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft die Inhalte an die richtigen Zielgruppen zu vermitteln.“

Dominika Szope studierte Kunstwissenschaft, Philosophie/Medientheorie und Architektur an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Nach einer dreijährigen wissenschaftlichen Mitarbeit am ZKM in den Jahren 2003 bis 2006 übernahm sie 2006 eine Lehrtätigkeit im Fachbereich Medienwissenschaft an der Universität Siegen.

2010 folgte die Gründung der Kommunikationsagentur relationales in Karlsruhe, in deren Rahmen sie neben anderen Tätigkeiten die Expertenkonsultation für die Wirtschaftsförderung des Landes Niedersachsen übernahm.

Vorgängerin Asche seit 2008 im Amt

Ihre Vorgängerin Susanne Asche ist 1987 in den städtischen Dienst getreten, als Stadthistorikerin beim Stadtamt Durlach. Ab 1998 hatte die promovierte Literaturwissenschaftlerin die Leitung des Pfinzgaumuseums und die stellvertretende Leitung des Instituts für Stadtgeschichte inne und kehrte nach einem etwa fünfjährigen Wechsel in den Fachbereich Kultur der Stadt Offenburg 2008 als Kulturamtsleiterin nach Karlsruhe zurück.

Susanne Asche leitete das Kulturamt Karlsruhe von 2008 bis 2021. Foto: Tanja Meissner

Ihre Amtszeit war unter anderem geprägt von Festivals mit inhaltlichem Profil: Die Europäischen Kulturtage, die alle zwei Jahre von der Stadt gemeinsam mit dem Staatstheater sowie zahlreichen Partnern der lokalen Kulturszene veranstaltet werden, wurden vom regionen- zum themenzentrierten Festival.

Das im Nachgang der Kulturtage 2012 gegründete Festival „Zeitgenuss“ schuf ein Forum für zeitgenössische Musik. Auch die Wochen gegen Rassismus und das Kinderkulturfestival KiX gehören zu den wiederkehrenden Veranstaltungen ihrer Amtszeit. Zudem trägt die Verabschiedung des Kulturkonzepts 2025, das als zentrale Forderung „Kultur für alle“ enthält, ihre Handschrift.

Erfolg mit „City of Media Arts“

Ein markanter Erfolg war zuletzt die Bewerbung Karlsruhes als Unesco Creative City of Media Arts. Seit 2019 trägt Karlsruhe als erste und einzige deutsche Stadt diesen Titel. In dem damit verbundenen Projektförderungsprogramm vergibt das Kulturamt nun insgesamt 97.815 Euro an 14 Medienkunst-Projekte.

Als Juryvorsitzende erklärte Asche hierzu, die ausgewählten Arbeiten „werfen einen eigenständigen Blick auf relevante kulturelle und gesellschaftliche Fragen der Gegenwart und stellen eine Bereicherung im weiten Feld der Medienkunst in Karlsruhe dar“.

Karlsruhe als „zutiefst demokratisch“ gewürdigt

In einem BNN-Interview anlässlich ihres nahenden Abschieds hatte Susanne Asche erklärt, das Karlsruher Kulturgeschehen sei ihrer Ansicht nach weit mehr von Qualität und Vielfalt als von Glamour geprägt und sie empfinde dies als „zutiefst demokratisch“. Eine der dezidierten Stärken der Kulturstadt Karlsruhe sei, „dass hier nicht jeder nur seine eigenen Angebote strickt, sondern dass kluge Menschen konzeptionell zusammen denken.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang