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Gebrauchte Räder

Zweites Leben für alte Fahrräder

Wer im Internet ein gebrauchtes Fahrrad sucht landet oft bei Online-Märkten wie Ebay oder Quoka. Zwei Karlsruher Hobbyradler möchten das ändern mit ihrer Seite Secondbikelife.

Zweites Leben: Fixie-Fahrer Marco Gargiulo (links) und Mountainbiker Markus Benz haben eine Seite für den Verkauf von Gebrauchträdern online gestellt. Foto: Jörg Donecker

Ein Damenmountainbike für 150 Euro, ein Trekkingrad eines französischen Herstellers mit 21 Gängen für 500 Euro oder ein professionell aufbereitetes Vintage-Rad mit einem blauen Rahmen, Ledersattel und Campagnolo-Schaltung für 1.300 Euro: Noch ist das Angebot auf der Internetseite secondbikelife.de übersichtlich. Außer diesen drei Räder werden dort derzeit noch ein Dutzend weitere Velos zum Kauf angeboten.

Allerdings ist die Seite auch erst seit Anfang der Woche online. In den kommenden Tagen wollen die beiden Initiatoren Markus Benz und Marco Gargiulo kräftig die Werbetrommel für ihr Projekt schlagen.

„Wer im Internet gebrauchte Fahrräder sucht, muss sich erst durch unzählige Angebote wühlen und viel Schrott aussortieren. Deshalb haben wir uns zur Programmierung einer Spezialseite entschlossen“, sagt Benz.

Zu den bisherigen Unterstützern des Projekts gehört Yuji Kimura. Der japanische Tüftler baut in seiner Fahrradwerkstatt im Gewerbehof aufwendige Einzelstücke und war auf der Suche nach neuen Vertriebswegen. Um die Plattform mit Leben zu füllen, wollen die beiden 32 Jahre alten Gründer weitere Karlsruher Gebrauchtradhändler wie „Der Ritzler“ Andreas Kohlmeier zum Mitmachen bewegen.

Außerdem können auf der Seite auch private Inserate gestellt werden. „Es wäre wünschenswert, wenn ausschließlich voll funktionsfähige Räder auf der Seite landen“, appelliert Benz.

Zur besseren Orientierung kann gezielt nach Kinderrädern, Spezialausstattungen oder Kleidung gesucht werden. Damit keine geklauten und kaputten Räder auf die Seite gestellt werden, wollen die Gründer die Rahmennummern und die Seriosität der Inserate persönlich überprüfen.

Beteiligung an Secondbikelife von drei Prozent für Verkäufer denkbar

Geld verdienen werden die beiden Jugendfreunde mit dem Projekt am Anfang noch keines. „Wir wollen erst einmal schauen, ob die Seite angenommen wird“, sagen Benz und Gargiulo.

Falls die Gebrauchtradplattform auch überregional für den Verkauf von Rädern genutzt wird, sei eine Beteiligung in Höhe von etwa drei Prozent der Verkaufspreise denkbar. Etwa die Hälfte des möglichen Gewinns soll laut Benz dann aber direkt in Projekte zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur investiert werden.

Gebrauchte Fahrräder sind oft noch einwandfrei, aber deutlich günstiger als neue Modelle.
Markus Benz, Secondbikelife.de

Die Idee zur Seite kam dem passionierten Mountainbiker Benz bei Besuchen von Bike-Parks in Sölden und Le Blanc. Dort können Radsportler neue Mountainbike-Modelle ausleihen und auf Herz und Nieren testen. „Die gebrauchten Räder werden dann am Ende der Saison über die eigenen Homepages oder Instagram zum Kauf angeboten. Wer das nicht weiß, hat eigentlich keine Chance, um an diese Angebote zu kommen“, sagt Benz.

Und weil es keine zentrale Plattform für den Gebrauchtfahrradmarkt gebe, habe er die Sache gemeinsam mit seinem Arbeitskollegen selbst in die Hand genommen. Marco Gargiulo wurde dadurch angefixt und ist heute ein begeisterter Fahrer von Fixies, schnittigen Fahrrädern mit einer starren Nabe und ohne Gangschaltung..

Bedarf für Online-Markt für gebrauchte Fahrräder vor allem bei Kinderfahrrädern

Der Bedarf an einer zentralen Plattform für den Gebrauchtfahrradmarkt ist nach Benz’ Einschätzung auf jeden Fall vorhanden. „Gebrauchte Fahrräder sind oft noch einwandfrei, aber deutlich günstiger als neue Modelle“, betont Benz. Vor allem bei Kinderfahrrädern, welche vom Nachwuchs nur ein oder zwei Jahre gefahren werden könnten, sei die Nachfrage an gebrauchten Zweirädern erfahrungsgemäß groß.

Außerdem gebe es bei Neufahrrädern wegen der großen Nachfrage derzeit regelrechte Lieferengpässe. „Wer mehrere Monate auf sein Wunschmodell warten muss, kann den Sommer über nicht Fahrrad fahren“, sagt Benz. „Da ist der Blick auf unsere Seite auf jeden Fall eine Alternative.“

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