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Weihnachtsmarkt

Karlsruher Chriskindlesmarkt zurück auf den Marktplatz: Schausteller bemängeln fehlendes Konzept

Der Christkindlesmarkt in Karlsruhe soll vom Friedrichsplatz wieder auf den Marktplatz zurückkehren. Das stößt einigen Schaustellern sauer auf. Der Verwaltung werfen sie mangelnde Dialogbereitschaft und ein fehlendes Konzept vor.

Seit sieben Jahren beherbergt der Friedrichsplatz den Karlsruher Weihnachtsmarkt Foto: jodo

Der Christkindlesmarkt in Karlsruhe soll wieder auf den Marktplatz zurückkehren. Das stößt einigen Schaustellern sauer auf. Der Verwaltung werfen sie mangelnde Dialogbereitschaft und ein fehlendes Konzept vor.

Einer Zwei-Plätze-Lösung für den Christkindlesmarkt mit Buden auf dem Marktplatz und dem Friedrichsplatz steht Susanne Filder kritisch gegenüber. „Wenn der Markt unbedingt verlegt werden muss, dann bitte komplett auf den Marktplatz und die umliegenden Straßen“, sagt die Vorsitzende des Schaustellerverbands Karlsruhe.

Schausteller wollen schlüssiges Konzept

Allerdings müsse dafür ein schlüssiges Konzept erstellt werden. Deshalb sollte die für den 24. Februar geplante Gemeinderatsdebatte über die Rückverlegung des Christkindlesmarktes unbedingt vertagt werden, appelliert Filder an die Stadtverwaltung.

„Wenn man es richtig machen will, muss man die Beschicker mit ins Boot holen und gemeinsam planen“, sagt die Inhaberin eines Süßigkeitengeschäfts.

Bis zur endgültigen Entscheidung wolle sie aber trotz des Machtworts von Oberbürgermeister Frank Mentrup weiterhin für einen Erhalt der Waldweihnacht auf dem Friedrichsplatz kämpfen .

Glühweinwäldchen hat keine Zukunft mehr

Allzu viele Chancen auf eine Fortsetzung dürfen sich die Schausteller allerdings nicht ausrechnen. Das hatte der Rathauschef am Montag bei der Übergabe von knapp 40.000 Unterschriften für den Erhalt des Christkindlesmarktes auf dem Friedrichsplatz unmissverständlich klar gemacht.

Laut Mentrup wird es bereits in diesem Jahr kein „Glühweinwäldchen“ mit Aufenthaltsflächen zwischen den Eiben mehr geben.

Spätestens 2021 soll das Herz des Christkindlesmarkts wieder auf dem Marktplatz schlagen. Einige Buden auf dem Friedrichsplatz sind für Mentrup künftig allerdings ebenso noch möglich wie eine Verknüpfung der Plätze durch Stände an den Verbindungsstraßen.

"Auf keinen Fall Fakten schaffen"

Ein Konzept für die Rückverlegung vermisst auch Willy Krusig. „Ich weiß ja noch nicht einmal, ob es auf dem Marktplatz überhaupt einen Standort für eine Glühweinpyramide gibt“, sagt der Schausteller. Außerdem sei noch nicht geklärt, welche Marktplatz-Bereiche nach der Fertigstellung der unterirdischen Haltestelle bespielt werden dürfen und welche freigehalten werden müssen.

„Bevor nicht alle strittigen Fragen geklärt sind, sollte man auf keinen Fall Fakten schaffen“, mahnt Krusig. Seiner Einschätzung nach wäre die Rückverlegung ohnehin eine Fehlentscheidung.

„Natürlich war die Verlegung auf den Friedrichsplatz nur als Übergangslösung gedacht. Aber wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und den Markt zu einer unverwechselbaren Marke entwickelt“, sagt Krusig.

Waldweihnacht auch bei auswärtigen Besuchern beliebt

Das gesamte Ensemble mit Budenstadt, Kinderland und Fliegendem Weihnachtsmann habe mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen gesorgt. „Wir erhalten sehr viel positive Resonanz von auswärtigen Besuchern. Die sagen uns regelmäßig, dass der Karlsruher Weihnachtsmarkt einer der schönsten in ganz Deutschland ist“, betont Krusig.

Nicht zuletzt seien 38.999 Unterschriften für den Erhalt des Standorts eine klare Handlungsempfehlung an Stadtverwaltung und Gemeinderat.

"Entscheidung nicht übers Knie brechen"

„Man darf eine solche Entscheidung nicht übers Knie brechen“, sagt Winzer Georg Keth. Die von den Besuchern geschätzte heimelige Waldweihnachts-Atmosphäre könne auf dem Marktplatz nämlich nicht ohne Weiteres hergestellt werden.

„Auf den Wasserspiel-Düsen können sicherlich keine Hackschnitzel gestreut oder schwere Stände aufgebaut werden“, sagt Keth. Außerdem müssten die Schausteller ihre Stände an die Begebenheiten eines neuen Standorts anpassen – das sei innerhalb von wenigen Wochen nicht möglich.

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