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Sensationserfolg

Karlsruher E-Fuels-Pionier Ineratec gewinnt Landespreis für junge Unternehmen

Mit ihren High-Tech-Containern, in denen synthetische Kraftstoffe produziert werden können, sorgte die Karlsruher Ineratec GmbH in der Fachwelt für Furore. Jetzt wurden das Startup mit dem Landespreis für junge Unternehmen ausgezeichnet.

Bald mehr als nur ein Reagenzglas voll: Ineratec will seine synthetischen Kraftstoffe bald in größerem Maßstab produzieren.
So sieht sauberer Sprit aus: Der Landespreissieger Ineratec aus Karlsruhe zählt mit seinen speziellen Herstellungsanlagen zu den E-Fuels-Pionieren. Foto: Ineratec

Auf solche Unternehmen sind Politiker stolz: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Karlsruher Ineratec GmbH schon einen Besuch abgestattet, ebenso Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). Jetzt folgte das Lob von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für die E-Fuels-Pioniere.

585 Kandidaten aus Baden-Württemberg hatten sich für den Landespreis von Land und L-Bank beworben. Die Karlsruher Ineratec GmbH gewann den mit 40.000 Euro dotierten ersten Platz, der am Dienstagabend im Neuen Schloss Stuttgart überreicht wurde. Kretschmann hatte die Schirmherrschaft des Preises übernommen und ließ wegen seiner Erkrankung die Glückwünsche übermitteln.

Karlsruher Unternehmen gewinnt einen der renommiertesten Unternehmenspreise Deutschlands

Die mit insgesamt 90.000 Euro dotierte Auszeichnung für junge Unternehmen zählt zu den renommiertesten Unternehmenspreisen in Deutschland. Platz 2 (30.000 Euro) ging an die Dorfkäserei Geifertshofen AG in Bühlerzell und Platz 3 (20.000 Euro) an die gemeinnützige Wasni gGmbH in Esslingen.

Spannend bis zum Schluss sei es gewesen, hatte sich L-Bank-Chefin Edith Weymayr im Vorfeld begeistert gezeigt. „Die zehn besten Kandidatinnen und Kandidaten haben sich in einem unglaublich starken Feld behauptet.“ L-Bank-Vorstand Johannes Heinloth ehrte die zehn Bestplatzierten bei dem Festakt zusammen mit Staatssekretär Patrick Rapp (CDU).

Das Ineratec-Team hat bei Preisübergaben schon Routine – so bekamen die Karlsruher beispielsweise im Jahr 2018 den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Start-up.

E-Fuels aus Karlsruhe: Ineratec sorgt für klimafreundlichen Sprit

Ineratec wurde 2016 von den KIT-Absolventen Philipp Engelkamp, Paolo Piermatini und Tim Bölken gegründet, unterstützt von ihrem Professor Peter Pfeifer. Heute beschäftigt Ineratec 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sorgen für klimafreundliches Benzin, Diesel und Kerosin. Der Klimakiller C02 wird unter Einsatz von grünem Strom und grünem Wasserstoff in synthetische Kraftstoffe umgewandelt – sogenannte E-Fuels. Engelkamp: „Mit unserem Power-to-Liquid-Verfahren können Schiffe sowie Flugzeuge Sonnen- und Windenergie tanken. Gleichzeitig wird schädliches CO2 beseitigt.“

Im Jahr 2035 wollen die Unternehmer fünf Prozent des europäischen Rohölbedarfs durch nachhaltige E-Fuels ersetzen. „Je größer unser wirtschaftlicher Erfolg ist, desto größer ist unser Beitrag für die Energiewende“, so Engelkamp.

Schon kurz nach der Gründung sorgte Ineratec bei Konzernen wie Audi und EnBW für Aufmerksamkeit mit ihren Kompaktanlagen. Diese Mini-Fabriken zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen passen in übliche Container, sind also transportabel, flexibel einsetzbar und erweiterbar. Für Furore sorgt ebenso die industrielle Pilotanlage in Frankfurt-Höchst. Mit dieser sollen jährlich bis zu 4,6 Millionen Liter E-Fuels produziert werden.

Start-up-Spirit und doch schon viele Erfahrungen

Für Ministerpräsident Kretschmann haben alle ausgezeichneten Unternehmen frische Ideen, Mut und den Spirit eines Start-ups – parallel aber bereits viele Erfahrungen gesammelt. „Und sie sind auf gutem Wege, unser Mittelstand von morgen zu werden.“

Zum zweiten Platz, den die Dorfkäserei Geifertshofen gewann: Nadine Walter-Bühler mobilisierte nach der Insolvenz im Jahr 2014 die lokalen landwirtschaftlichen Betriebe, über 500 Kunden und 30 Mitarbeiter für den Neustart. Mit Erfolg: Die Bäuerinnen und Bauern haben ein stabiles Einkommen, traditionelle Handwerksarbeitsplätze wurden erhalten – und regionale Käsespezialitäten aus biologisch produzierter Heumilch finden einen Markt.

Die Jury ist auch voll des Lobes für die Wasni gGmbH: Daniel Kowalewski leitet in Esslingen das Inklusionsunternehmen. Er setzt die Mitarbeiter gemäß ihren Talenten und Fähigkeiten individuell ein. Die Kundschaft honoriert dies durch den Kauf von Hoodies und Kapuzenjacken, die auf Wunsch nach individuellen Wünschen hergestellt werden.

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