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Angebote gebündelt

Karlsruher Einzelhändler machen wegen des Coronavirus gemeinsame Sache

Unter karlsruhe-erleben.de sammeln City Initiative und die Karlsruhe Marketing und Event GmbH Lieferangebote von Händlern und Restaurants in der Stadt. Sie reagieren damit auf die Umsatzeinbrüche durch die Corona-Krise. Auch eine kostenlose Lieferung per Fahrrad-Kurier soll die Verluste ein wenig dämpfen.

Plakate werben in den Schaufenstern vieler geschlossener Geschäfte für den Lieferservice lokaler Händler. Die Karlsruhe Marketing und Event GmbH und die City Initiative bündeln diese Informationen nun online unter karlsruhe-erleben.de. Foto: jodo

Die Türen zur Boutique von Tanja Wolf in der südlichen Waldstraße sind wegen der Corona-Verordnung zu. Auf ihrer Website übt sich die Unternehmerin derzeit in Galgenhumor. Wer einen 50-Euro-Gutschein kauft, bekommt bei Einlösung 50 Prozent Rabatt. Das Codewort dafür: „Corona“.

Einige Stammkunden haben davon schon Gebrauch gemacht. „Besser als nichts“, sagt Wolf. Nach genau diesem Motto versuchen auch andere Händler in der Stadt, das Beste aus der schwierigen Situation zu machen. Die vielen einzelnen Konzepte und Ideen sammeln die Karlsruhe Marketing und Event GmbH (KME) und die City Initiative Karlsruhe (CIK) nun unter karlsruhe-erleben.de .

In Zeiten von Covid-19 gibt es kostenlose Lieferungen per Fahrrad-Kurier

„Über 100 Einzelhändler und Gastronomen sind bei der Aktion schon dabei“, sagt CIK-Geschäftsführer Frank Theurer. „Nicht nur aus der Innenstadt, sondern aus dem gesamten Stadtgebiet.“ Man hoffe, dass möglichst viele Karlsruher ihre Einkäufe über die verschiedenen Kanäle weiter in der Stadt erledigen, statt auf die großen Online-Händler zu setzen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

Als zusätzlichen Anreiz für den lokalen Kauf setzt die CIK mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung der Stadt auf eine kostenlose Lieferung per Fahrrad-Kurier – davon ausgenommen sind allerdings die Bergdörfer. Es gehe darum, die Unternehmen zu unterstützen, „damit diese auch nach der Krise weiterhin für die Nahversorgung da sein können“, sagt KME-Geschäftsführer Martin Wacker.

Von positiven Signalen aus der Bevölkerung weiß Theurer zu berichten. So habe beispielsweise ein Kunde seine Online-Order storniert, als er von der Bestellmöglichkeit bei einem Fachhändler in der Stadt erfahren habe.

Händler passen ihre Angebote wegen des Coronavirus an

Viele Händler haben laut CIK binnen weniger Tage reagiert, ihre bestehenden Online-Angebote angepasst oder neue Möglichkeiten aufgebaut. Wer keinen eigenen Webshop betreibt, setzt dabei meist auf telefonische Beratung und Bestellung.

„Bis jetzt funktioniert das ganz gut“, berichtet Thomas Dörrmann vom gleichnamigen Farbtechnik-Handel in Durlach. Der Absatz an Privatkunden sei zwar um rund 50 Prozent eingebrochen, aber in Anbetracht der Umstände laufe es noch. Für gut eine Woche ist das Unternehmen ohnehin durch bestehende Aufträge ausgelastet. Wie es dann weitergeht, will Dörrmann sich noch nicht ausmalen.

Auch Restaurants mit Lieferservice sind aufgeführt

In der Gastronomie hat das durch Corona ausgelöste Öffnungsverbot hingegen vom ersten Tag an eingeschlagen. Wer noch keinen Liefer- oder Abholservice hatte, hat den fast überall mit heißer Nadel gestrickt, um wenigstens einen Teil seines Geschäfts zu retten. Auch diese Angebote sind nun unter karlsruhe-erleben.de aufgeführt.

Die Liste werde fortlaufend aktualisiert, heißt es von Seiten der KME. Hinter den Kulissen denke man selbstverständlich schon über die nächsten Schritte nach, um Handel und Gastronomie zu stützen, bestätigt Theurer. Gefragt ist dabei auch die Kreativität jedes einzelnen.

Boutique-Besitzerin Tanja Wolf nutzt beispielsweise nun ihren Instagram-Account als kostenfreien Aushilfs-Online-Shop. Wo sie bisher nur ihre Ware bewarb, stehen nun Preise und verfügbare Größen.

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