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Besucherrekorde zweitrangig

Karlsruher Freibäder nähern sich nach der Corona-Pause dem Normalbetrieb

Knapp einen Monat sind die Karlsruher Freibäder nach dem Corona-Shutdown nun wieder geöffnet. Wie läuft es bisher? Wie haben sich die Besucher an die Corona-Maßnahmen gewöhnt und wie zufrieden sind die Bäderbetriebe? Der Sonnenbad-Freundeskreisvorsitzende und der Bäderchef sprechen über ihre Erfahrungen.

Blick auf die Becken: Im Karlsruher Sonnenbad dürften die Besucher aktuell nur auf der Wiese liegen. Foto: Rastätter Foto: Rastätter

„Wir haben generell eine sehr gute Stimmung im Sonnenbad. Die Menschen halten sich an die Vorgaben und fühlen sich wohl“, sagt Bernd Antritter, zweiter Vorsitzender des Freundeskreis Sonnenbad. „Auch die Schwimmmeister haben keine Schwierigkeiten mit den Badegästen.“

Der leidenschaftliche Schwimmer ist positiv überrascht. Er findet es aktuell selbst sehr angenehm zu schwimmen, da wenig los ist und sich die zwanzig möglichen Personen auf die Doppelbahnen gut verteilen. Ihn erreichten sogar schon Anfragen und Vorschläge, die neue doppelte Bahnregelung auch in Zukunft beizubehalten.

Zu Beginn habe es vor allem von älteren Badegästen Kritik gegeben, dass es keine guten Umkleidemöglichkeiten gab. Doch inzwischen seien die Umkleiden und Duschen wieder geöffnet. Vereinzelt hätten Antritter auch kritische Stimmen erreicht, dass es dieses Jahr keine Saisonkarten gibt. Doch dies sei laut der Bäderbetriebe wegen Corona aus logistischer Sicht nicht möglich. „Bei einer zweiten Welle kann es sein, dass wir in vier Wochen wieder schließen müssen“, sagt Bäderchef Oliver Sternagel.

Die Karlsruher gehen generell erst ins Freibad, wenn der Asphalt glüht.
Bernd Antritter, Freundeskreis Sonnenbad

Zum Thema, dass sich speziell Geringverdiener und Rentner ohne eine Saisonkarte einen Badbesuch kaum noch leisten können sagt er, dass es auch die Ermäßigung mit dem Karlsruher Pass gibt und das Preisbewusstsein bei einem Badbesuch generell ein anderes sei, als beispielsweise bei einer Wurst oder einem Döner. Andere Gäste seien hingegen der Meinung, dass der Preis trotz Einhaltung der Qualitätsstandards noch zu günstig sei.

Was auffällt: Die Karlsruher gingen generell erst ins Freibad, wenn der Asphalt glüht. Das weiß auch Antritter vom Freundeskreis Sonnenbad.

Wolkenfreier Himmel über dem Sonnenbad. Die ganz extremen Temperaturen gab es diesen Sommer allerdings noch nicht. Foto: Rastätter

Saunen im Fächer- und Europabad sind gefragt

Wo es hingegen etwas voller in der Karlsruher Bäderlandschaft in den vergangenen vier Wochen war, sind die Saunen im Fächer- und Europabad. Im Fächerbad habe man beispielsweise mit nur 80 Personen begonnen. Und im Europabad brauche man von den Besuchergruppen her Security-Mitarbeiter, ebenso wie im Rheinstrandbad Rappenwört. „In allen anderen Bädern halten sich die Badegäste an die Regeln und sind eher ruhig“, sagt Sternagel.

Für den Geschäftsführer der Karlsruher Bädergesellschaft sind hohe Besuchszahlen in diesem Jahr allerdings zweitrangig. „Wir hatten einen hohen Aufwand, überhaupt wieder zu öffnen und die vielen Vorschriften einzuhalten“, sagt dieser und stellt den Schutz der Mitarbeiter an erste Stelle.

Tausende Kugelschreiber und Zehntausende Vordrucke zum Eintragen der Adressen wurden gekauft. Die Stifte wandern immer von einem „unbenutzt“- in ein „benutzt“-Körbchen und werden danach desinfiziert. Das ganze Papier und Schreibmaterial sei nowendig, da es wie überall einen großen Schwund gebe.

„Wir nähern uns nahezu dem Normalbetrieb mit geöffneten Duschen und Umkleiden und nun auch größeren Gruppen bei den Schwimmkursen“, erklärt der Geschäftsführer.

Caterer reagieren unterschiedlich auf weniger Besucher

Die Caterer der verschiedenen Freibäder reagierten unterschiedlich auf die Neueröffnung – von eingeschränkten Öffnungszeiten, bis hin zu geänderten Speisekarten. Allerdings sei es laut Sternagel nicht wie früher. Viele Gäste schleppten derzeit viel von Zuhause mit.

Das Fazit des Bäder-Geschäftsführers ist, dass die Mehrheit der Menschen sehr vernünftig agiert. Anfangs hätten Dankbarkeit und Verständnis überwogen. Dies kehre sich jetzt nach und nach in ein „Wo ist mein Profit?“, „Warum kann ich nicht am Beckenrand sitzen“ und „Warum muss ich am Eingang eine Maske tragen“ um. Doch Sternagel betont, dass er sich die Regeln nicht selbst ausgedacht hat und sie nur umsetzt. „Wir sind auch in der Haftung, wenn etwas passiert“, sagt er. „Und ich möchte, dass es den Mitarbeitern gutgeht.“

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