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Schutz vor Coronavirus

Karlsruher Gin-Manufaktur will Desinfektionsmittel herstellen

Um die derzeitigen Engpässe zu mildern, will die Karlsruher Gin-Manufaktur Breaks in den kommenden Wochen Desinfektionsmittel herstellen. Eine behördliche Erlaubnis für dieses Unterfangen lässt allerdings auf sich warten.

Harald Reinholz will in seiner Gin-Manufaktur gerne Desinfektionsmittel produzieren Foto: jodo

Um die derzeitigen Engpässe  zu mildern, will die Karlsruher Gin-Manufaktur Breaks in den kommenden Wochen Desinfektionsmittel herstellen. Eine behördliche Erlaubnis für dieses Unterfangen lässt allerdings auf sich warten.

Mit Alkohol hat Harald Reinholz täglich zu tun. Seit fünf Jahren zeichnet der Geschäftsführer der Karlsruher Manufaktur Breaks Spirituosen GmbH für die Herstellung und den Vertrieb von Wacholderbranntwein aus der Fächerstadt verantwortlich.

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Mit ausgefallenen Sorten und kreativen Markennamen wie dem KSC Gin oder dem Cannabis Gin hat sich die Brennerei in der Gablonzer Straße in der Nische der lokalen Spirituosenhersteller eingerichtet. Doch seit dem Ausbruch der Corona-Krise haben auch die Schnapsproduzenten mit massiven Umsatzeinbußen zu kämpfen.

"Wir wollen das Geschäft irgendwie am Laufen halten"

„Unsere Vertriebsmitarbeiter werden nirgends mehr hereingelassen und viele Läden haben geschlossen oder kaum noch Kunden“, sagt Reinholz.

Um das Geschäft weiter am Laufen zu halten und dazu noch einen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten, will Reinholz nun Desinfektionsmittel für den Karlsruher Markt produzieren. Auf einen ersten Aufruf in den sozialen Netzwerken erhielt er positive Resonanz und potenzielle Kunden wie die Drogeriemarktkette dm bekundeten Interesse am Kauf von Desinfektionsmittel zum Schutz ihrer Mitarbeiter.

Auch andere Schnapshersteller haben bereits reagiert

Ethanol aus der Schnapsproduktion für die Reduzierung der Ansteckungsgefahr einzusetzen, ist keine neue Idee. In mehreren deutschen Städten machten Schnapsbrenner damit bereits Schlagzeilen, unter anderem stellten die Braunschweiger Kräuterlikör-Spezialisten von Jägermeister 50.000 Liter Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln bereit.

Allerdings stellt Breaks den Ethanol zur Produktion seiner Schnapsspezialitäten nicht selbst her, und deshalb wollte man in der Manufaktur neue Wege beschreiten.

8.000 Flaschen stehen bereits bereit

„Uns geht es nicht ums große Geld oder ein neues Geschäftsmodell. Aber immerhin haben wir die erforderlichen Anlagen, um die angespannte Situation in Karlsruhe zu verbessern “, sagt Reinholz. Insgesamt 8.000 Viertelliterflaschen sowie Glycerin und Wasserstoffperoxid für die Herstellung von Desinfektionsmittel haben Reinholz und sein Geschäftspartner Christian Sivarajah schon bestellt.

Was noch fehlt, ist die behördliche Erlaubnis zum Herstellen des Schutzmittels.

Lizenz wurde bislang noch nicht erteilt

Eine Lizenz zur Produktion der dringend benötigten Desinfektionsmittel zu erhalten, gestaltet sich für die Gin-Experten aus Mühlburg allerdings als schwieriges Unterfangen.

Noch am Freitag erhielten Reinholz und Siverajah vom Referat für Marktüberwachung am Regierungspräsidium Tübingen auf ihre Anfrage die Antwort, dass es noch keinen gesteigerten Bedarf an Desinfektionsmittel gebe.

Am Mittwoch verwies das RP Tübingen in einer Mail an die Gin-Manufaktur dann auf die „sehr dynamischen“ Entwicklungen. Deshalb habe auch die zuständige Behörde, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA), ihre Regelungen für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zur Desinfektionsmittel-Produktion schon zweimal korrigiert.

"Ob es noch Änderungen gibt, wird die Zeit zeigen"

Trotzdem sei die Herstellung von Desinfektionsmitteln bislang der chemischen Industrie und den Apotheken vorbehalten, teilt das BAUA auf Nachfrage der BNN mit. Brennereien dürften selbst produziertes Ethanol lediglich zur Weiterverarbeitung an die Spezialisten weitergeben. „Ob es da noch Änderungen gibt, muss die Zeit zeigen“, sagt BAUA-Pressesprecher Christian Schipke.

Neue Marke "DesGINfektion"

Aufgeben kommt für Reinholz dennoch nicht in Frage. Nun wollen die beiden Unternehmer eben einen Gin mit 70 Prozent Alkohol und dem klingenden Namen „DesGINfektion“ auf den Markt bringen. „Der ist garantiert desinfizierend“, sagt Rebholz. Die bereits bestellten Rohstoffe wie Glycerin stelle er den Apotheken zur Herstellung für Desinfektionsmittel zur Verfügung.

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