Skip to main content

Wenn es krabbelt und schwirrt

Bekämpfung von Wanzen in Stutensee gehört zur Königsdisziplin

Das Familienunternehmen der Brüder Marvin, Leonidas und Julius Hock mit Sitz in Karlsruhe geht seit 1908 gegen Schädlinge aller Art vor.

Ein umfangreiches Arsenal von Hilfsmitteln hat Marvin Hock zur Bekämpfung von Schädlingen im Einsatz.
Ein umfangreiches Arsenal von Hilfsmitteln, Wärme- und Sprühbehandlung setzt Marvin Hock ein. Foto: Susanne Dürr

Ein apfelkerngroßer Krabbler sorgt gerade für mediales Aufsehen. Bilder von Bettwanzen, die in Frankreich auf dem Vormarsch sind, lösen Unbehagen aus. Und das nicht zu Unrecht. „Die Bekämpfung der Blutsauger gehört zur Königsdisziplin“, sagt Fachberater Marvin Hock.

Zusammen mit seinen zwei Brüdern Leonidas und Julius bekämpft das Familienunternehmen Springer SBK OHG mit Sitz in Karlsruhe seit 1908 in der vierten Generation Schädlinge.

„Gerade haben wir, beauftragt von der Stadt Stutensee, eine Akutmaßnahme zur Tilgung der Parasiten in einer Obdachlosenunterkunft durchgeführt“, erzählt der 26-Jährige.

In Wohnanlagen mit häufig wechselnden, reisenden Bewohnern treten die Schädlinge vermehrt auf, so Hock. Waren die Insekten während der Corona-Pandemie eher kein Thema, so steigt ihr Aufkommen inzwischen wieder, vermehrt durchs Reisen.

Bei Wanzen braucht es mehrere Termine

Die aufwendige Vernichtung der Wanzen erfordert oft mehrere Termine und schlägt mit 2.000 bis 3.000 Euro pro behandeltem Zimmer zu Buche. „Am erfolgversprechendsten ist hier die Kombination aus einer Wärme- und einer Sprühbehandlung. Hier wird etwa das Bett unter ein portables Zelt geschoben, das mit einem Ofen 24 Stunden lang auf 60 Grad aufgeheizt wird“, erklärt der Experte.

Obwohl die beißenden Insekten keine Krankheitsüberträger sind, würden die juckenden Stiche der sogenannten Lästlinge als sehr unangenehm empfunden, so Hock.

Raschelt es im Gebälk, sind oftmals Nager am Werk. Die Bekämpfung von Ratten und Mäusen, deren Kot voller Krankheitserreger ist, und auch Wespennester sind Dauerthemen für die Brüder.

„Unser Opa mischte noch einen speziellen Rattenkuchen im Laden in der Markgrafenstraße in Karlsruhe an. Auch bei der Zusammensetzung der Giftmittel hat sich einiges verändert“, so Hock, der neben der Arbeit Topathlet der LG Region Karlsruhe ist.

Beim Köderverfahren sei es wichtig, dass die Giftstoffe, an denen die Tiere verenden, für Füchse, Hunde oder Katzen, die den Kadaver fressen, nicht zu Sekundärvergiftungen führen.

Obgleich herbeigesehnt, treten wir diskret in Erscheinung.
Marvin Hock
Fachberater

Lächelnd erinnert sich Hock an die Anfrage eines Kunden, ob das Einsatzfahrzeug mit einer großen Wackelratte auf dem Dach daherkomme. „Obgleich herbeigesehnt, treten wir diskret in Erscheinung. Silberfischchen, Getreidekäfer oder Lebensmittelmotten – bei vielen Insekten können wir bereits telefonisch entwarnen“, so Hock, „während Schaben oder Ameisen unseren Einsatz erfordern.

Oftmals wollen die Menschen von uns einfach beruhigt werden und die Gewissheit haben, dass die Eindringlinge ungefährlich sind.“ Hock verweist auf seinen kostenlosen Beratungsservice, der Tipps beinhaltet, um die Plage selbst in den Griff zu bekommen.

Doch auch hier lässt sich ein Fehlalarm nicht immer vermeiden. Der Fachmann erinnert sich an eine verzweifelte Seniorin, die durch ein schrilles Piepsen in Alarm versetzt wurde. Allerdings sei kein Nager am Werk gewesen, sondern lediglich die Batterie des Feuermelders.

Die Beseitigung eines Wespennests hingegen erfordert einen professionellen Einsatz vor Ort. „Normalerweise geht die Wespensaison von Mai bis Oktober, aber gerade jetzt, da es die Insekten in die warmen Innenräume zieht, wurden wir zu einem Noteinsatz gerufen, bei dem etwa 40 Wespen im Wohnzimmer herumschwirrten“, erzählt Hock. Das Nest im Rollladenkasten war den Sommer über unbemerkt geblieben und wurde ausgehoben.

Wespen tauchen vermehrt in Wohnsiedlungen auf

Gerade im ländlichen Raum im Karlsruher Norden mit den angrenzenden blühenden Wiesen finden die generell geschützten Tierchen vermehrt Zugang in die Wohnsiedlungen.

„Der Klimawandel sorgt dafür, dass Schädlinge wie etwa die Asiatische Tigermücke neu hinzukommen“, erklärt der Schädlingsbekämpfer.

„Tatsächlich liegt heute unser Hauptaugenmerk im Monitoring: 60 Prozent unserer Arbeit liegt in Präventionsmaßnahmen für Gewerbebetriebe, Supermärkte oder Restaurants, die darauf abzielen, das Eindringen für Ratte, Maus und Co. vorab zu verhindern.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang