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Marketingkampagne für Großprojekt

Glasfaser für Dettenheim und Graben-Neudorf: Die Nachfrage entscheidet

Um künftigen Lebensansprüchen gerecht zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben, ist auch im ländlichen Raum schnelles Internet notwendig. Die Gemeinden Graben-Neudorf und Dettenheim haben mit der Deutsche Glasfaser GmbH wichtige Weichen für die Zukunft gestellt.

Mark Romeikat von der Deutsche Glasfaser GmbH kündigt eine Informationskampagne zum Ausbau in Dettenheim an. Bürgermeisterin Ute Göbelbecker unterstützt das Vorhaben. Foto: Alexander Werner

Das 2011 gegründete Telekommunikationsunternehmen Deutsche Glasfaser GmbH mit Sitz in Westfalen wurde nach der vorjährigen Fusion mit der Inexio GmbH nach eigenen Angaben zu einem führenden Glasfaserversorger im ländlichen Raum.

Im März hatte die Deutsche Glasfaser ihr Konzept für eine flächendeckende Glasfaser-Infrastruktur im Dettenheimer Gemeinderat vorgestellt und das Gremium stimmte einer Kooperation zu. „Wir sind nun im Stadium der Nachfrage-Erhebung. Wir schauen, ob die Bevölkerung bereit ist, Verträge einzugehen“, erläuterte Mark Romeikat, der Projektleiter Vertrieb, bei einem Gespräch mit Dettenheims Bürgermeisterin Ute Göbelbecker (Freie Wähler).

Mitmachen müssten im Schnitt rund 40 Prozent der Haushalte, damit die Firma das Vorhaben wirtschaftlich angehen könne. Wenn das gelingt, ist geplant, in der Ausbauvariante FTTH Glasfaser in beiden Ortsteilen direkt in Haus und Wohnungen zu verlegen. Gebucht werden kann Internet, Telefon und Fernsehen. Für Kunden, die sofort einen Vertrag abschließen, entfalle gegenüber späteren Anschlussnehmern eine Anschlussgebühr, so Romeikat.

Ab Oktober startet die Kampagne

Losgehen soll es zum Monatsende mit Plakatwerbung. Am 8. Oktober startet die Informationskampagne von Haus zu Haus. Für 7. Oktober ist ein Online-Informationsabend vorgesehen, zu dem noch Details veröffentlicht werden. Am 27. Oktober soll um 19 Uhr ein Präsenz-Abend in der Pfinzhalle stattfinden. „Stichtag ist für uns der 18. Dezember. Bis dahin sollten wir die erforderliche Quote bei den Abschlüssen erreicht haben“, erklärte Romeikat.

Bürgermeisterin Göbelbecker wies auf die zurückliegend immer wieder auftretenden Probleme bei den vorhandenen Netzen hin und auf die zukunftsweisende Technik, die ein Glasfaserausbau bringe. „Wir begleiten das Projekt positiv. Ich wünsche mir, dass es bei der Bevölkerung auf Interesse stößt und genügend Abschlüsse zusammenkommen“, betonte sie. Fragezeichen stehen derzeit noch hinter einem Ausbau der Gewerbegebiete. Wegen der Entfernung vom Backbone, dem Basisnetz, sind Anschlüsse etwa von Alt-Dettenheim und den Aussiedlerhöfen im Ausbauplan außen vor.

Eine große Frage bleibt außerdem, welche Auswirkungen ein Glaserfaserausbau auf die Zukunft des Netzes der Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK) hat, in das Dettenheim mit hohen finanziellen Beiträgen eingebunden ist und das von Inexio betrieben wird. Im März hatte der Firmenvertreter erklärt, Inexio sei ein Schwesterunternehmen und man werde ebenso das zentrale BLK-Netz nutzen. Alle mit staatlicher Förderung von der Gemeinde ausgebauten Strecken im BLK-Netz würden ausgespart.

Grundsätzliche Fragen, wie es damit bei einem Glasfaserausbau weitergeht, beantwortet das jedoch nicht. „Kommt es zu einem Ausbau, müssen wir im nächsten Schritt überlegen, wie wir mit der Frage des BLK-Netzes umgehen“, sagte Göbelbecker.

Startschuss in Graben-Neudorf fällt im November

Auch die Gemeinde Graben-Neudorf will im Ortsteil Graben sowie in den Gebieten Mitte-Ost I, II und III ein Glasfasernetz ausrollen. „Im Ortsteil Neudorf haben wir mit staatlicher Förderung durch die landkreiseigene Breitbandkabel GmbH und den Anbieter Inexio bereits Millionen in den schnellen Netzausbau investiert“, sagt Bürgermeister Christian Eheim (SPD). Weil das aus rechtlichen Gründen in Graben nicht möglich ist, freut sich das Ortsoberhaupt über das Engagement der Firma Deutsche Glasfaser.

Bei einem Termin im Rathaus erläuterte Projektmanagerin Martina Wilberger die Vorteile für Gemeinde und Bürgerschaft: „Ein privatwirtschaftlicher Ausbau des Netzes ist schneller, effizienter und kostenlos für Kunden und Kommune.“ Startschuss in Graben-Neudorf ist am 25. November. Dann wird auch eine umfangreiche Info-Kampagne mit Bürgermeister-Brief, Flyer und einer Info-Mappe an alle Haushalte beginnen. Zudem werden Werbeplakate für den Ausbau des Glasfasernetzes aufgehängt. Erstmals am Freitag, 8. Oktober, und danach immer dienstags, donnerstags und freitags wird von 10 bis 18 Uhr in der Juchhe in Graben ein Infomobil für interessierte Bürger bereitstehen.

Ein zentraler Online-Informationsabend für alle Einwohner ist am Donnerstag, 14. Oktober, um 19 Uhr geplant. Angeboten wird auch eine Schulung von Multiplikatoren, die sich aus Mitgliedern des Gemeinderats, Vereinsvorsitzenden und engagierten Bürgern zusammensetzen. Sechs professionelle Kundenbetreuer werden zudem individuelle Beratungen anbieten. Erklärtes Ziel ist, dass bis zum 18. Dezember mindestens 40 Prozent der in Frage kommenden Haushalte einen Vertrag abgeschlossen haben. Erst dann wird die Deutsche Glasfaser tätig.

Sowohl Bürgermeister Eheim als auch die Vertreterin von Deutsche Glasfaser sind zuversichtlich, dass diese 40-Prozent-Marke erreicht wird. Zumal für die Frühbucher der ansonsten 750 Euro teure Hausanschluss kostenlos sein wird. Hoffnung macht ein Blick in die Nachbargemeinde Philippsburg. „Dort wurden in den ersten drei Wochen bereits 22 Prozent erreicht“, sagte Marina Wilberger.

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