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Einsätze mit Martinshorn

Anwohnerin beschwert sich über Feuerwehr - deren Reaktion begeistert Facebook-Nutzer

Muss die Feuerwehr immer so einen Krach machen, mit lauten Getöse, mit Martinshorn und Blaulicht ausrücken? Auch mitten in der Nacht? Auf die Kritik einer Anwohnerin in Eggenstein-Leopoldshafen reagierte die Feuerwehr auf Facebook - und bekam Riesenzuspruch.

Die Wehr als Lebensretter: Um möglichst schnell zum Einsatzort, hier die Eggensteiner Schule, zu kommen, muss die Feuerwehr Blaulicht und Martinshorn einsetzen. Foto: Robert Redinger

Muss die Feuerwehr immer so einen Krach machen, mit lauten Getöse, mit Martinshorn und Blaulicht ausrücken? Auch mitten in der Nacht? Diese rhetorischen Fragen stellte die Wehr aus Eggenstein-Leopoldshafen dieser Tage auf ihrer Facebook-Seite, nachdem sich eine Anwohnerin in einer örtlichen Facebook-Gruppe exakt über das Thema Lärmbelästigung durch Martinshörner beschwert hatte.

Die Feuerwehr-Verantwortlichen um ihren Kommandanten Dominik Wolf fackelten nicht lange, sondern schilderten in einem Post, warum die Einsatzkräfte ihr „Wegerecht” nach der Straßenverkehrsordnung mit Blaulicht und Martinshorn einfordern müssten. Alle anderen Verkehrsteilnehmer hätten laut Gesetz „sofort freie Bahn” zu schaffen, damit die Feuerwehr möglichst schnell am Einsatzort sei. Schließlich zähle jede Sekunde, könnten Minuten über Leben und Tod entscheiden.

„Stellt euch vor”, appelliert die Wehr an die Bürgerschaft, „dass wir als ,krachmachende’ Feuerwehrleute vor drei Minuten noch selbst in unseren Betten waren und ab morgens wieder zur Arbeit müssen.” Anders sei dies, wenn es darum gehe, eine Katze vom Dach zu retten oder einen Keller auszupumpen: „Wenn keine höchste Eile geboten ist, reicht Blaulicht aus”.

Facebook-Post geht viral

Von der Resonanz auf ihren Post waren die Feuerwehrleute „völlig überrascht”, wie es Kommandant Wolf formulierte. Der Post ging viral, über 30.000 Klicks habe es gegeben, berichtet Pressesprecher Robert Redinger stolz. Fast alle Kommentare seien positiv gewesen, viele User hätten Verständnis für „ihre” Feuerwehr gezeigt. Wie beispielsweise Cornelia Hölzer, die es „schon unverschämt” findet, wenn die Feuerwehrleute dafür kritisiert werden, dass sie sich für die Bürger die Nacht um die Ohren schlagen, ihr Leben riskierten, um Anderen zu helfen.

Bislang sei die Feuerwehr Eggenstein-Leopoldshafen noch nie für ihre Arbeit kritisiert worden, erklärt der Kommandant. Er freue sich aber, dass die Kritik der Frau gezeigt habe, wie „die überwältigende Mehrzahl unserer Bürger hinter der Feuerwehr steht”. Die vielen positiven Kommentare seien für ihn und für seine 116 Aktiven eine Motivation, sich weiterhin in den Dienst am Nächsten zu stellen.

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