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Viele Einrichtungen in der Region versorgt

Eggensteinerin sammelte mit Maskenaktion bereits mehr als 10.000 Euro für Unicef

Ursula Grass wohnt in Eggenstein und ist Schulleiterin der Waldhausschule in Malsch. Mit ihrer Maskenaktion hat sie mittlerweile über 11.000 Euro für die Corona-Hilfe von Unicef gesammelt.

Demnächst sind es 12.000 Euro: Der Erlös von Ursula Grass’ Maskenaktion kommt Unicef zugute. Foto: Patric Kastner

Von Eggenstein in die Welt. Das könnte das Motto von Ursula Grass sein. Die 60-Jährige ist Schulleiterin der Waldhausschule in Malsch und Leiterin der Unicef-Arbeitsgruppe in Karlsruhe. Mit ihrer Maskenaktion hat sie bisher mehr als 10.000 Euro für die Unicef-Coronahilfe gesammelt. „In dieser Woche knacke ich noch die 12.000 Euro”, sagt sie. Die Hilfe müsse dringend weitergehen. Die Masken, die sie näht, gehen in alle Welt: Brasilien, Kanada, die USA, Spanien, Portugal oder die Niederlande.

Man merkt es: Grass ist gut vernetzt. Doch wie kam sie dazu Masken zu nähen? Wir blicken zurück. „Los ging es durch die Schule”, erzählt sie. Mitte März wurden zwei positive Corona-Fälle im Lehrerkollegium der Waldhausschule bekannt. Daraufhin mussten sich, so erzählt es die Schulleiterin, das komplette Kollegium und eine Klasse in Quarantäne begeben. Zwei Schüler mussten zum Test. Masken waren nicht zu bekommen, „außer die schweren Staubmasken vom Hausmeister”, wie sie erzählt.

Schulleiterin wird selbst aktiv

Also was tun? Grass wurde selbst aktiv, nähte die Masken für die zwei Schüler kurzum selbst. Um Ängste zu nehmen, wie sie beschreibt. Mittlerweile habe sie viele Einrichtungen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe mit Masken versorgt, darunter die Jugendeinrichtung Schloss Stutensee oder das Hohberghaus in Bretten. Gerade sei die Anfrage einer Brettener Schule reingekommen, erzählt sie.

Wie viele Masken genau sie gefertigt hat, weiß sie nicht, „aber mindestens 1.300”, schätzt die 60-Jährige. Erste Mund-Nase-Bedeckungen entstanden nach der Anleitung der Feuerwehr der Stadt Essen. Mittlerweile habe sie sich auf ein Modell spezialisiert. Grass hat auch angefangen, die Stoffmasken zielgerichtet zu besticken. Und das dauert. „Ich habe keine Profi-Maschine.”

Den Stoff kauft sie selbst, manchmal bekommt sie Stoffspenden. Ab Ostern stellte sie dann eine Unicef-Spendendose auf und bat um einen Betrag für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. „Viele geben mehr als den Betrag, um den ich bitte”, betont sie. Als sie bei 2.000 Euro angelangt war, wurde der Vorstand von Unicef Deutschland auf die Aktion aufmerksam. Es gebe auch örtliche Unicef-Gruppen, die bei ihr Masken in Auftrag geben würden.

Spezielle Masken für Geocacher

Seit 2011 ist die 60-Jährige in der Geocacher-Szene aktiv. „Wuselelfe”, wie sich Grass bei den Geocachern nennt, hat Anfang Juli damit begonnen, Masken für die Hobby-Schatzjäger zu nähen. Darauf aufgestickt sind Signal, das Frosch-Maskottchen der Geocacher-Szene - und ein Code, mit dem eine Maske für eine Website eröffnet werden kann.

Die Schatzsucher können dort kurze Nachrichten hinterlassen. Durch diese speziellen Masken habe es nochmals einen richtigen Schub gegeben. Ihr Netzwerk wurde dadurch noch größer. „Es ist mega-spannend, wie sich so etwas entwickelt”, erzählt Grass begeistert.

Eine Facebook-Gruppe, die sich um die bunten Masken dreht, hat rund 650 Mitglieder. Die Schulleiterin ist aber auch auf Instagram und Pinterest unterwegs. Die Beziehungen habe sie schon vorher gehabt. „Wer das Netzwerk nicht hat, der wird nicht erfolgreich.”

Wenn es darum geht, Masken für Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen zu fertigen, bekommt sie mittlerweile Hilfe. Schon früh morgens, noch bevor sie in die Schule geht, wirft sie die Nähmaschine an. „Ich bin Frühaufsteher”, so Grass. Jetzt in den Ferien näht sie schon mal zehn bis zwölf Stunden am Tag.

Aber nun ist erst mal Pause angesagt - drei Wochen. Und dann geht es für sie weiter, zumindest mit den Geocacher-Masken.

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