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Langwierige Verhandlungen

Eröffnung der neuen Poststelle in Leopoldshafen verzögert sich weiter

Die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen wird seit geraumer Zeit von Postmiseren geplagt. Zuerst traf es die Poststelle in Eggenstein, seit Mai 2020 gibt es auch in Leopoldshafen keine mehr.

Langer Stillstand: Noch im Mai soll endlich die Poststelle am Edeka-Markt Leopoldshafen in Betrieb gehen. Zumindest der Vertrag steht jetzt und der Container wurde aktuell gesetzt. Foto: Alexander Werner

Jetzt soll es also Ende Mai losgehen mit der Poststelle in Leopoldshafen. Seit der Geschäftsaufgabe des Schreibwarenladens in der Mainzer Straße Ende Mai 2020 gibt es im Ort keinen Postservice mehr. In Eggenstein gilt das sogar schon länger.

Eine von der Post anvisierte provisorische Containerstelle auf einer von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Fläche am Marktplatz beim Blauen Haus ging erst gar nicht in Betrieb.

Dann tat sich am neu erkorenen Standort auf dem Edeka-Parkplatz im Gebiet „Viermorgen III“ ebenso wenig.

Im Februar 2021 hatte die Post angekündigt, dass sie dort bei der bestehenden DHL-Packstation in einem Container voraussichtlich Ende März ihre Arbeit aufnehmen würde. Doch die Wochen verrannen ohne erkennbare Fortschritte bei wachsendem Ärger und Unmut in der Einwohnerschaft und der Kommune. Gegen Ende April teilte die Gemeindeverwaltung mit, dass die Planungen der Post nach deren Angaben auf einen Starttermin Mitte bis Ende Mai hinausliefen. Container sollten zeitnah vom Marktplatz zum Edeka versetzt werden.

Beschwerde bei der Bundesnetzagentur

„Der Immobilienbeauftragte der Post hatte uns mitgeteilt, dass der Vertrag mit Edeka-Inhaber Manuel Kuhn endverhandelt ist“, berichtete jetzt Bürgermeisterreferentin Regine Hauk. „Es gibt Bürgerbeschwerden. Das ist verständlich. Die Gemeindeverwaltung hatte sich auch schon bei der Bundesnetzagentur beschwert. Bürger und Gemeinde ziehen am gleichen Strang. Wir haben die gleichen Interessen. Wir möchten schnellstmöglich eine Stelle im Ortsteil Leopoldshafen, die Postdienstleistungen anbietet. Eine längerfristige Lösung ist aber mangels Räumlichkeiten für eine Poststelle nicht in Sicht.“

Immer wieder wurde der Starttermin verschoben

Was den Ärger schürte, waren die immer wieder hinausgeschobenen Starttermine. Im April hatte die Gemeinde auch über die Auskunft der Deutschen Post AG aus Stuttgart informiert, dass diese es bedaure, dass es sich so lange hinziehe.

Zu den Verzögerungen nahm nun auf BNN-Anfrage Erwin Nier von der Pressestelle Süd der DHL-Group in München Stellung. „Es sieht gut aus. Wir tun unser Bestes.“

Der Vertrag wurde diese Woche unterzeichnet und der Container wurde jetzt gesetzt. In der Regel benötige man drei Wochen, um alles einzurichten, so Nier. Damit sollte man Ende Mai ans Netz gehen können. Den Grund für die Verzögerungen erklärte Nier mit „etwas langwierigen Vertragsverhandlungen“. Man wisse die Bereitschaft des Betreibers und seinen öffentlichen Einsatz sehr zu schätzen. Der wesentliche Punkt aber sei die Vertragsunterschrift, die nötig sei, um aktiv zu werden.

Edeka-Inhaber Manuel Kuhn kommentiert diese Aussage mit einem Schuss Ironie: „Ich würde das eher als langwieriges Prüfverfahren der Post bezeichnen. Für uns wäre eine Öffnung im März kein Problem gewesen.“ Wie er berichtet, habe er dem Vorhaben gleich zugestimmt und der Post schon vor zwei bis drei Monaten zugeschickt.

Sehr lange habe es gedauert, bis der Vertrag mit einigen kleineren Änderungen wieder zurückgekommen sei. Daraufhin habe man den Vertrag umgehend bestätigt wieder an die Post gesandt. Infrastrukturell sei ein Stromanschluss vorhanden und Postmitarbeiter könnten die Sanitärräume des Markts benutzen. Was die Zukunft betrifft, betonte DHL-Presssprecher Nier, dass man nach wie vor schwer am Suchen nach einem örtlichen Partner sei, der in Kooperation eine feste Poststelle betreibt. Mit der jetzigen Zwischenlösung werde der ganze „gelbe“ Postservice angeboten. Postbankleistungen werde es dabei allerdings nicht geben.

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