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Fan das Panik-Rockers

Eggensteiner ist Udo Lindenbergs größter Fan – Privatmuseum im Dachgeschoss

Wer das Dachgeschoss von Armin Eckmajers Haus in Eggenstein betritt, der wähnt sich in einer Art Paralleluniversum von Udo Lindenberg. Man könnte durchaus von einem Museum für die Deutsch-Rock-Ikone sprechen. 

Mehrere 1000 Devotionalien rund um Udo Lindenberg hat Armin Eckmajer aus Eggenstein gesammelt. Rund 450 Tonträger besitzt er. Zahlreiche Male traf er sein Idol auch persönlich. Foto: Volker Knopf

Wohin das Auge schaut: Poster, Tour-Plakate, Backstage-Pässe, Schallplatten, Zeitungsartikel, eine Lindenberg-Bibliothek, selbst Wodka Feige mit dem Konterfei des Panik-Präsidenten ist dort zu finden. Keine Frage, der 59-Jährige ist Hardcore-Fan von Udo Lindenberg.

Wann ihm der Hamburger Barde, der eigentlich aus Westfalen stammt, zum ersten Mal aufgefallen ist? Da muss der Badener nicht lange überlegen. „Das war Mitte der 70er Jahre. Ich war so 15, 16. Es war die Zeit von Rudi Ratlos und Jonny Controlletti. Es war auch die große Zeit des deutschen Schlagers. Und dann kam Udo mit seinem Panik-Gürtel und hat alles abgerissen. Ich war total geflasht“, erinnert sich Eckmajer.

Sofort hat er sich als Teenager seine Platten gekauft. Unnötig zu erwähnen, dass der Bank-angestellte alle offiziellen Veröffentlichungen besitzt, auch weit darüber hinaus: Limited Editions, Deluxe-Boxen, Bootlegs. Auf rund 450 Tonträger schätzt er mittlerweile sein Udo-Archiv.

200 Lindenberg-Konzerte in 40 Jahren

Das erste Mal live sah er sein Idol 1979 bei der Dröhnland-Symphonie-Tour in der Schwarzwaldhalle Karlsruhe. „Das war der völlige Kick. Udo mit seiner Band auf der Bühne – der Hammer.“

Das war der völlige Kick. Udo mit seiner Band auf der Bühne – der Hammer.
Armin Eckmajer, Udo-LIndenberg-Fan

Rund 200 Konzerte sollten in gut 40 Jahren folgen. Was ihn am Panik-Präsidenten fasziniert, auch darauf hat er schnell eine Antwort parat: „Udo ist sich immer treu geblieben. Er ist authentisch und nahbar. Mittlerweile ist er mit seiner Kunstfigur völlig verschmolzen. Und seine Fans hat er immer ernst genommen“, sagt der Eggensteiner, der zum Kreis der etwa 25 Die-Hard-Fans deutschlandweit zählt. „Die Experten“ so nennt Lindenberg die Udo-Enthusiasten.

Wie oft Eckmajer den Deutsch-Rocker persönlich getroffen hat? Die Fotos an der Wand künden von zahlreichen Meetings. Oft bekommt er bei der Tour einen gesonderten Pass, mit dem er auch schon beim Soundcheck dabei sein darf. Welches sein Lieblingssong ist? Eine schwierige Frage.

Mehrere 1000 Devotionalien rund um Udo Lindenberg hat Armin Eckmajer aus Eggenstein gesammelt. Rund 450 Tonträger besitzt er. Zahlreiche Male traf er sein Idol auch persönlich. Foto: Armin Eckmajers

„Bei mittlerweile 700 Songs ist das nahezu unmöglich. Aber klar, ich finde die Frühphase zu Andrea Doria-Zeiten ziemlich gut.“ Auch die 80er mit Udopia und Odyssee seien stark gewesen. Natürlich habe Lindenberg auch Schwächephasen gehabt, gerade in den 90er und 2000er Jahren. Da sei der mittlerweile 75-Jährige ein wenig an seinem Wohnsitz, dem Hotel Atlantic in Hamburg, abgetaucht, wo ihn der Fan aus dem Karlsruher Landkreis im Übrigen auch schon besucht hat. Aber dann habe er um 2008 mit „Stark wie Zwei“ ein fulminantes Comeback gefeiert.

„Ich war eigentlich immer loyal, auch wenn es nicht so lief. Udo hat sich nie verbiegen lassen. Das finde ich gut“, sagt Eckmajer. Er hat natürlich geballtes Insiderwissen. Wer hätte schon geahnt, dass der Schlagzeug-Part der Tatort-Melodie von Klaus Doldinger von Udo Lindenberg eingetrommelt wurde.

Lindenberg-Fan aus Eggenstein: Natürlich in der ersten Reihe

In der Wohnung von Eckmajer hängt ein signiertes Original-Gemälde von Lindenberg, der auch als Künstler auf sich aufmerksam machte. Witzig ist auch das großformatige Foto auf einer Live-Platte. Wer ist in der ersten Reihe zu sehen? Natürlich der „Junge vom Acker“ aus Eggenstein. Auch auf dem Rock-Liner, als der Wahl-Hamburger sein Publikum auf großer Fahrt nach Kopenhagen unterhielt, war der 59-Jährige an Bord.

Im Übrigen ist der Vater zweier Töchter auch Fan von BAP und dem frühen Westernhagen. Aber ganz vorne in seinem Musikliebhaber-Herz hat sich Lindenberg eingenistet. Und das wird auch über das Jubiläumsjahr des Panik-Präsidenten so bleiben. Von seiner Frau werde die Begeisterung wohlwollend toleriert.

Bleibt noch die Frage: Spricht der Mann, der den Kult-Hit „Sonderzug nach Pankow“ schrieb tatsächlich immer in diesem markanten, nölenden Sing-Sang? „Nein, nein, er spricht eigentlich ganz normales Hochdeutsch“, sagt Eckmajer schmunzelnd.

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