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Fähre zwischen Leopoldshafen und Leimersheim

Rheinfähre Peter Pan verbindet Bundesländer - und Familien

Wer zwischen Baden und der Pfalz pendelt, fährt meist über die Rheinbrücke. Doch zwischen Eggenstein-Leopoldshafen und Leimersheim gibt es auch noch eine andere Möglichkeit.

Imposanter Anblick: Die blau-weiß-gelbe Peter Pan mit der badischen und der deutschen Fahne pflügt unermüdlich durch den Rhein. Im Bild der Blick von baden-württembergischer Seite, also von Leopoldshafen, aus. Foto: Nico Fischer

Die Fähre Peter Pan verbindet in einem engmaschigen Fahrtakt das pfälzische Rheinufer in Leimersheim und das badische Ufer in Leopoldshafen – und damit Familien. Das macht eine recht nette Szene an diesem Nachmittag deutlich.

Denn ein Großelternpaar aus Walzbachtal wartet bei Leopoldshafen auf das Anlegen der Fähre. An Bord ist die Enkelin, die über das Wochenende die Großeltern besuchen darf. Ihre Tochter lebe mit ihrer Familie in der Pfalz, wie die Frau schildert. Da auf der Südtangente oftmals sehr viel Verkehr und Stau ist, wird „Vater Rhein“ daher per Fähre überquert. Dabei inklusive: Eifriges Winken mit der Tochter, die auf der anderen Seite in Leimersheim geblieben ist, bevor es dann mit der Enkeltochter nach Hause geht.

Alternative zur Rheinbrücke

Auf der 52 Meter langen Fähre, die gut elf Meter breit ist, haben 22 PKW oder drei LKW von einem Gewicht von 40 Tonnen Platz, wie auf dem Hinweisschild zu erfahren ist. Dass die Fähre, die im Falle von Hochwasser ihren Betrieb einstellt, angekommen ist, macht dabei stets ein metallisches Scheppern deutlich, wenn sie an der am Ufer angebrachten Metallbrücke andockt.

Die Kapazitäten der Fähre werden aber an diesem Nachmittag nur sehr sporadisch genutzt: jeweils maximal drei Autos fahren in den knapp zwei Stunden auf die angedockte Fähre beziehungsweise verlassen diese.

Und auch Radfahrer und Spaziergänger sind nicht allzu viele auf großer Fahrt zwischen den Bundesländern. Einer der Radfahrer, der die Fähre auf Leopoldshafener Seite befährt, kommt aus Jockgrim. Da er am KIT und somit auf badischer Seite gearbeitet hat, war die Fähre lange Zeit ein Teil seines Arbeitsweges. Mit auf die Fähre kam dann das Fahrrad oder die Vespa, wie der Mann schildert. Grundsätzlich findet die Fähre eine gute Alternative zur Rheinbrücke, „auf der ja oft Stau ist.“ Heute, als Rentner, fahre er einmal in der Woche mit der Fähre.

Nachfrage leidet auch unter Corona-Pandemie

Auf Besuch im badischen ist auch Gerhard Bär. Er kommt aus dem hessischen Rodgau in der Nähe von Offenbach. Sein Ziel ist Philippsburg, wo er Bekannte besucht. Im Vorfeld macht er aber noch einen kleinen Sparziergang am Rheinufer und erzählt dabei, dass er bisher erst zweimal mit der Fähre gefahren ist, das erste Mal mit dem Fahrrad. Dass nicht viel los ist an diesem Nachmittag, führt er auf für die aktuelle Corona-Situation zurück. Angesichts des verstärkten Homeoffice dürfte sich das Pendeln für einige im Moment tatsächlich erübrigen. Dazu kommt speziell an diesem Nachmittag das Wetter, das sich recht uneinladend präsentiert: Der Himmel ist mit grauen Wolken bedeckt und die Sonne zeigt sich nicht wirklich. Das dürfte manche Ausflügler, die bei schönem Wetter die Fähre mit ihren Zweirädern gewissermaßen kapern, von einer Tour abgehalten haben.

Wer den Rhein auf der Fähre überquert, begibt sich auch auf historische Spuren. Die erste Fährverbindung wird in einer Urkunde aus dem Jahr 1440 erwähnt, wobei bereits in römischer und fränkisch-alemannischen Zeit an der Stelle ein wichtiger Rheinübergang bestand.

Durch den zunehmenden Schiffsverkehr auf dem Rhein – auch an diesem Nachmittag glitten drei große Schiffe vorbei – wurde die Fähre nach der Wiederaufnahme des Fährbetriebs dem Zweiten Weltkrieg in eine Unterwasserseilfähre umgebaut und 1970 durch den Einbau einer Radaranlage und eines Hilfs-Motorantriebs weiter technisch ausgestattet. Die Fähre ist dabei „für Bürger der Region und viele Tagestouristen beidseits des Rheins von besonderem Nutzen“. In diesem Sinne: Schiff Ahoi!

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